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1,5 Millionen Franken vom Kanton für das Probenhaus des LSO

Für den Bau des neuen Probenhauses des Luzerner Sinfonieorchesters beim Südpol in Kriens spricht der Regierungsrat einen Beitrag von 1,5 Millionen Franken. Das sei kein Widerspruch zum Sparkurs im Kulturbereich, sagt Kulturvorsteher Reto Wyss.
Hugo Bischof
So soll das Probenhaus des Luzerner Sinfonieorchester dereinst aussehen. (Visualisierung: PD)

So soll das Probenhaus des Luzerner Sinfonieorchester dereinst aussehen. (Visualisierung: PD)

Der Luzerner Regierungsrat unterstützt das Luzerner Sinfonieorchester (LSO) bei der Finanzierung des geplanten Probenhauses auf dem Südpol-Areal in Kriens. Der Beitrag von 1,5 Millionen Franken sei einerseits durch die «hohe künstlerische Qualität des Orchesters» und sein umfassendes Repertoire als Residenzorchester im KKL Luzern begründet, teilte die Luzerner Regierung gestern mit.

Zudem präge das Orchester durch Auftritte im Ausland «das Bild des Kantons Luzern als Kulturkanton auch über die Landesgrenzen hinaus», sagt Bildungs-und Kulturdirektor Reto Wyss. «Das Luzerner Sinfonieorchester ist deshalb für den Kanton Luzern sowohl in kultureller als auch in wirtschaftlicher Hinsicht von Bedeutung.»

Bau ist zu 85 Prozent eigenfinanziert

Mit dem Kantonsbeitrag werde auch dem Private-Public-Partnership-Modell Rechnung getragen, betont Wyss. 10 Millionen Franken wird der Bau des Probenhauses kosten. 85 Prozent davon übernehmen Mäzene, Gönner und Stiftungen – 7,5 Millionen Franken davon sind bereits fest zugesichert. Dazu kommen 578 000 Franken, die mittels Crowdfunding gesammelt wurden – das sei «Schweizer Rekord», meldete das Orchester kürzlich (wir berichteten). «Somit finanziert das Orchester einen Grossteil der Investitionskosten aus eigenen Mitteln», sagt Reto Wyss. Diese Anstrengungen wolle man nun unterstützen.

«Der Beitrag ist ein sehr wichtiger finanzieller Beitrag an das Bauprojekt und eine ebenso wichtige Ergänzung zu den enormen privaten Anstrengungen», sagt Franziska Egli Signer, Sprecherin des Luzerner Sinfonieorchesters. «Auf diese Weise können wir hoffentlich noch vor Baubeginn 100 Prozent des Budgets sichern.»

Doch wie vereinbart der Kanton den 1,5-Millionen-Beitrag mit seinem rigiden Sparkurs im Kulturbereich? «Der Beitrag kommt aus dem ohnehin für Projekte aus den Bereichen Kultur, Soziales und Sport reservierten Lotteriefonds», antwortet Regierungsrat Wyss. Er werde unter dem Vorbehalt gesprochen, «dass das Projekt in der beschriebenen Form auch tatsächlich realisiert wird».

«Vielfältige Begegnungen werden möglich»

Für Lotteriefonds-Beiträge ist der Regierungsrat abschliessend entscheidungsbefugt. Der Kantonsrat kann nicht darüber befinden. Es sei gar nicht so selten, dass der Kanton Luzern Beiträge an private Kultur-Bauprojekte entrichte, sagt Reto Wyss. Er nennt als Beispiele die Erweiterung des Stadttheaters Sursee, die Umgestaltung der Braui Hochdorf in ein Kulturzentrum sowie die Sanierung des Gletschergartens Luzern. Besonders positiv bewertet der Regierungsrat beim Bau des LSO-Probenhauses, dass dadurch vielfältigen Synergien auf dem Südpol-Areal möglich werden. So soll das neue Gebäude nicht nur das Probenhaus für das Orchester werden, sondern auch ein Zentrum für Kinder- und Jugendprojekte. «Zusammen mit der Musikschule der Stadt Luzern und dem im Bau befindlichen Neubau der Musikhochschule wird hier ein eigentlicher Musikcampus entstehen, auf dem alle Generationen und musikalischen Stilrichtungen vereint sind», sagt Reto Wyss. Das Probenhaus soll auch von Laien- und Jugendensembles (Chöre, Orchester) genutzt werden können. «Dies ermöglicht vielfältige Begegnungen zwischen musikalisch Interessierten und begünstigt Kooperationen zwischen den verschiedenen Institutionen.»

Für das Luzerner Sinfonieorchester soll das Probenhaus Arbeits- und Kreativzentrum sowie eigentliche «Heimstätte» werden. Das LSO verfügt mit dem KKL zwar über einen Weltklasse-Konzertsaal; die dortigen Proberäume sind allerdings viel zu klein. Im neuen Probenhaus Südpol werden auch einzelne Musiker sowie Kammermusik-Ensembles eigene Räume erhalten.

Wird der Kantonsbeitrag an Bedingungen geknüpft sein? «Wichtig ist für uns, dass die Räume auch anderen Institutionen zugänglich sind», sagt Regierungsrat Wyss. Er denkt dabei unter anderem an die benachbarte Musikhochschule und die städtische Musikschule. Vergünstigte Miettarife für lokale Vereine wie im KKL Luzern seien aber nicht vorgesehen. Ausgeschlossen seien zudem Betriebsbeiträge des Kantons an das Probenhaus.

Stadt Luzern leistet keinen Beitrag an Baukosten

Wird auch die Stadt Luzern einen Baubeitrag an das LSO-Probenhaus leisten? «Nein, das ist nicht vorgesehen», sagt Rosie Bitterli Mucha, Chefin Sport und Kultur der Stadt Luzern. «Wir haben auch kein Gesuch erhalten.» Die Stadt gibt das Land im Baurecht ab.

Die Bauarbeiten sollen im Spätsommer 2018 beginnen. Ziel ist es, das Probenhaus Ende 2019 in Betrieb zu nehmen.

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