1500 Kleider für Fasnächtler und Kostümfans

Glitzernde Blusen, stolze Uniformen, edle Fräcke: Das Luzerner Theater verscherbelte am Samstag im Südpol in Kriens Hunderte Kostüme aus seinem Fundus. Die Leute kamen in Scharen.

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Daniela Burger (links) und Claudia Schlegel suchen sich ein Kostüm im Südpol aus. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Daniela Burger (links) und Claudia Schlegel suchen sich ein Kostüm im Südpol aus. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

«Wir empfehlen rechtzeitiges Erscheinen», teilte das Luzerner Theater im Vorfeld des grossen Kostümverkaufs vom Samstag im Südpol mit. Mit gutem Grund: Jetzt, nur wenige Wochen vor Beginn der Fasnacht, ist der Run auf exklusive Kostüme natürlich gross. Um 9 Uhr wurde der Südpol von Fasnächtlern und anderen Kostümfans deshalb regelrecht überrannt. «Die Leute bewegten sich Schulter an Schulter durch den Raum, viele begehrte Stücke waren schon nach wenigen Minuten verkauft», berichtet Margot Gadient-Rossell, Fundusverwalterin des Luzerner Theaters. Erstmals seit fünf Jahren hat das Theater einen solchen Kostümverkauf durchgeführt.

Ob Hexen- oder Vampirkostüme, Kleider aus dem Mittelalter oder tolle Gewänder aus der Jahrhundertwende: Rund 1500 verschiedene Kostümteile aus ehemaligen Inszenierungen des Luzerner Theaters wurden gestern im Südpol für Kinder und Erwachsene zum Verkauf angeboten. Die Kosten für die edlen Stücke reichten dabei von 5 bis 300 Franken. «Es sind faire Preise», ist Margot Gadient überzeugt. Denn: «Jedes der 1500 Stücke erzählt seine ganz eigene, spannende Geschichte», so die Fundusverwalterin.

Judith Zehnder und Tochter Noelle am grossen Kostümverkauf im Südpol Kriens (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
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Auch viele Masken stand zur Auswahl. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Dominique probiert ein Kleid aus. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Ganz in schwarz: Manuela Häcki. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Viele Masken und Kleider waren innert Minuten weg. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Die Kosten für die edlen Stücke reichten dabei von 5 bis 300 Franken. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Daniela Burger (links) und Claudia Schlegel schauen sich ein Kleid an. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Judith Zehnder und Tochter Noelle probieren ein Kleid an. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Judith Zehnder und Tochter Noelle am grossen Kostümverkauf im Südpol Kriens (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Die Hexe wurde fündig

Manuela und Stephan Häcki sind am Samstag extra aus Knonau im Kanton Zürich nach Kriens gekommen, um sich für die bevorstehende Fasnacht zu rüsten. «Auch wenn wir heute nicht mehr hier leben, als Horwer liegt mir die Fasnacht natürlich im Blut», sagt Stephan Häcki. Das gewünschte Piratenhemd für ihn war am Samstag schon vergriffen, dafür fand seine Frau Manuela einen düsteren Hexen-Umfang für 150 Franken. Die Ware sei zwar nicht ganz günstig, überzeuge dafür durch besonders gute Qualität, so Häcki.

Nicht wegen der Fasnacht, sondern einfach bloss aus Interesse an den vielfältigen Kostümen, ist die 27-jährige Dominique in den Südpol gefahren. «Ich suche kein bestimmtes Fasnachtskostüm. Eigentlich ziehe ich solche Kostüme gerne auch im Alltag an», lächelt die Luzernerin, die ursprünglich aus der Region Basel stammt.

Echte Fasnächtler sind hingegen Judith Zehnder und ihre 11-jährige Tochter Noelle aus Luzern. Schon seit einer Stunde stöbern und wühlen die beiden Frauen durch den Kostümfundus. Noelle probiert einen roten Mantel. Er passt gut, nur die Ärmel sind etwas zu lang. «Sieht gut aus», urteilt Mami Judith.

Es darf auch mal düster sein

Mit welcher Kopfbedeckung der Mantel kombiniert werden soll, weiss die Schülerin jedoch noch nicht. Nur eines ist klar: «Dieses Jahr soll es etwas düster sein.» So bunt wie in Vorjahren, als die beiden etwa als Flamingos durch die Gassen zogen, soll die diesjährige Fasnacht nicht werden.

Übrigens: Mitten in Luzern ging es am Samstag bereits sehr fasnächtlich zu und her. Zahlreiche Fasnächtler nahmen an der traditionellen Bahnhof-Guugete teil. Zeitweise war der Bahnhof rappelvoll. Den rüüdigen Tagen scheint nichts mehr im Wege zu sehen.

Daniel Schriber

Bild: Manuela Jans / Neue LZ
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Bild: Manuela Jans / Neue LZ
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