18. Adventsfenster: Markante Bauten aus Malters

In der St. Martinskirche entstand ein Dorfbild im Weihnachtslook – viel Handarbeit und 2,5 Tonnen Pflastersteine.

Sandra Monika Ziegler
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Für einmal muss die Kirche nicht im Dorf bleiben, sondern das Dorf kommt in die Kirche – zumindest ein Teil davon. Als Sujet der Krippe, die in der St. Martinskirche aufgebaut ist, diente der alte Dorfplatz. Konkret sind dies das Restaurant Kreuz und die Bäckerei Schüpfer. Beide stehen auf dem alten Dorfplatz, als drittes Sujet dient eine hölzerne Scheune. Sie steht am Dorfeingang, wenn man von Blatten her nach Malters fährt.

«Der Dorfplatz hat sich in die Kirche verschoben», erzählt Pius Fallegger. Er ist Sakristan in der Katholischen Kirche St. Martin und begeisterter Krippenbauer. Das macht er seit 1993, als er das Amt übernommen hatte. Zu Beginn hatte er die bestehende Krippe umgebaut und mit Elementen ergänzt. Vor 18 Jahren dann wurde die Krippenbaugruppe gegründet.

Die Krippenkreation überrascht

Seither stehen ihm sieben Frauen tatkräftig zur Seite – ehrenamtlich. Während er für die Themenwahl zuständig ist, setzen die Frauen die Idee gestalterisch um. So baut die Gruppe jährlich eine neue Variation der Krippe und investiert dazu viel Herzblut und an die 300 Arbeitsstunden.

Mit unterschiedlichen Szenerien wie etwa der Stadtmauer von Bethlehem, einer Höhle, einer Berglandschaft, einem Beduinenzelt oder einem Wurzelhaus begeistern sie Jahr für Jahr die Kirchenbesucher. Die Kreativität hat sich herumgesprochen: «Es hat sich bereits ein Krippentourismus entwickelt. Ich kenne solche, die kommen extra aus Genf zu uns in die St. Martinskirche und staunen immer wieder, was hier Neues entsteht. Viele der Besucher können auch noch genau sagen was letztes Jahr da gestanden hat», sagt Fallegger nicht ohne Stolz. Jeden Adventssonntag wird die Szenerie umgestellt.

Die Krippengestaltung ist einzigartig, nicht nur wegen der meterhohen Figuren. Diese Figuren wurden von den Benediktinerinnen im Kloster Fahr – es gehört zum Kloster Einsiedeln – gefertigt und haben Gesichter. Die Schwestern fertigten nebst den üblichen Protagonisten auch Rocker, Wirte, alte Leute oder ein Engel im weissen Kleid. Speziell auch, dass sie beweglich sind: Sie können sitzen, liegen oder einfach stehen. Das gibt der Gestaltung noch mehr Spielraum. So können sie je nach Szenerie platziert werden, so Fallegger.

Unterstützung aus dem ganzen Dorf

Zu den imposanten Figuren gesellen sich auch ausgestopfte Tiere. Diese hat die Krippenbaugruppe von einem Jäger erhalten. «Ich bin im Dorf gut zu Hause und gut vernetzt. Habe ich besondere Materialwünsche, so kann ich mich ans örtliche Gewerbe wenden.»

So auch als es darum ging, den Dorfplatz mit Pflastersteinen zu gestalten. «Mir hat ein Malterser Bauunternehmen 2,5 Tonnen Pflastersteine zur Verfügung gestellt.» Mitte Januar, nach dem Abbau der Krippe, wird der Sakristan sie wieder zurückbringen.

Hinweis
Am Sonntag 22. Dezember findet um 10.15 Uhr ein spezieller Adventsgottesdienst statt.