Luzerner Stadtrat lehnt 2:1-Ersatz für Bäume ab

Der Baumbestand in der Stadt Luzern soll stetig erhöht werden. Der Stadtrat lehnt es aber ab, sich zu einem fixen 2:1-Ersatz für Bäume zu verpflichten. 

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Äste auf einem Baum in der Stadt Luzern werden geschnitten (Archivbild LZ).

Äste auf einem Baum in der Stadt Luzern werden geschnitten (Archivbild LZ). 

(sma) Per Postulat bittet die SP den Luzerner Stadtrat, umgehend für jeden umgestürzten oder gefällten Baum gleichenorts – wo möglich und sinnvoll – mindestens zwei neue Bäume zu pflanzen. Anstoss für das Anliegen war der Sturm vom vergangenen 6. Juli, dem laut Stadtgärtnerei 60 Stadtbäume zum Opfer gefallen sind.

Der Stadtrat nimmt das Postulat nun teilweise entgegen; er will sich dafür einsetzen, den Baumbestand «stetig und nachhaltig» zu erhöhen. Der Stadtrat lehnt es jedoch ab, sich zu einem fixen 2:1-Ersatz für Bäume zu verpflichten.

Selbst 1:1-Ersatz ist schwierig

Die Erhöhung des Baumbestandes bedürfe einer «langfristigen und umsichtigen Planung» und soll nicht an Extremereignisse wie einen Sturm gebunden sein, argumentiert der Stadtrat. Mögliche zusätzliche Flächen müssten sorgfältig geprüft werden. Die 2:1-Forderung der SP könne in der Praxis kaum umgesetzt werden. An den meisten Standorten sei wegen Nutzungskonflikten sogar ein 1:1- Ersatz unmöglich. Als Gründe dafür nennt der Stadtrat enge Platzverhältnisse, Verkehrssicherheit, geschützte Naturschutzflächen, gesetzlich vorgeschriebene Pflanzabstände sowie unter- und oberirdische Infrastruktur.

In Luzern stehen rund 11000 öffentliche Bäume. Grundsätzlich werde ein 1:1-Ersatz verlorener Bäume angestrebt, schreibt die Stadt. Die 60 Bäume, die der Sturm auf dem Gewissen hat, können wegen der dafür nötigen Vorarbeiten erst im Frühling 2020 ersetzt werden.