20 Prozent mehr Besucher am Jazz Festival

Guter Jahrgang für das Jazz Festival Willisau: Musiziert wurde durchwegs auf hohem Niveau. Vor allem aber konnte Festival Chef Arno Troxler mit seinem Programm nach einer langen Durststrecke erstmals wieder mehr Publikum nach Willisau locken.

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Bill Frisell am Sonntag auf der Hauptbühne in Willisau. (Bild: Keystone)

Bill Frisell am Sonntag auf der Hauptbühne in Willisau. (Bild: Keystone)

2010 übernahm Arno Troxler das Festival von seinem Onkel Niklaus Troxler. Damals musste er einen Besucherrückgang in Kauf nehmen, der freilich schon Jahre vorher eingesetzt hatte. Vor einem Jahr gelang es ihm, die Besucherzahl zu halten. In diesem Jahr schaffte er nun den Turnaround: Die Besucherzahl stieg um 20 Prozent auf über 4000.

 

Das dürfte nicht zuletzt mit der geschickten Programmierung zusammenhängen. Troxler berücksichtigte einerseits die jazzige Tradition des Festivals, holte aber anderseits jüngere Musiker mit rockigen und elektronischen Tönen nach Willisau.

 

Keinen Kompromiss machte Arno Troxler bei der Qualität. Sein Ehrgeiz ist es, die Besten - auch unter dem Nachwuchs - auf die Bühne der Festhalle zu holen. Mit seinem Konzentrat der zeitgenössischen Szene hebt sich Willisau daher von den vielen Festivals mit ihrer beliebigen Auswahl ab.

 

Parade hochkarätiger Schlagzeuger

Auffallend in diesem Jahr war die hochkarätige Auswahl der Drummer - unter anderen die Amerikaner Nasheet Waits, Ches Smith und Gerry Hemingway sowie die Schweizer Fredy Studer, Julian Sartorius und Lucas Niggli. Die Liebe zum Schlagzeug ist freilich kein Zufall: Arno Troxler ist selbst ein begnadeter Drummer.

 

Zwei Konzerte waren ausverkauft: Der Freitagabend mit dem «Gerry Hemingway Quintet» und der Schweizer Grossformation «Der Grosse Bär» sowie der Sonntagnachmittag mit dem Quartett des Gitarren- Altmeisters Bill Frisell und der Schweizer Formation «Hildegard lernt Fliegen», die das Festival mit einer heiteren Dada-Party ausklingen liess.

 

Für grossartige Momente in Willisau sorgten in diesem Jahr aber auch die Auftritte von «Jason Moran and The Bandwagon» sowie der Gruppe «These Arches» von Ches Smith. Anzufügen ist schliesslich, dass der merklich grössere Publikumsaufmarsch auch die Stimmung auf dem neu gestalteten Festivalgelände positiv beeinflusste.

sda