20. SEPTEMBER: Bettag: Neu sind auch die Muslime dabei

Der Jahrhunderte alte Bettag erfährt ein Novum: Zum ersten Mal beteiligt sich die Islamische Gemeinde Luzern daran.

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Ausschnitt aus dem Plakat zur Kampagne. (Bild pd)

Ausschnitt aus dem Plakat zur Kampagne. (Bild pd)

Die Mitwirkung der Islamischen Gemeinde Luzern (IGL) ist «ein Zeichen dafür, dass die abrahamitische Ökumene zwischen den drei monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam im Kanton Luzern lebt», wird IGL-Sprecher Naser Callaku in einer Medienmitteilung der Römisch-katholische Landeskirche des Kantons Luzern zitiert.

«Gutes Einvernehmen»
Ist die Beteiligung an diesem staatlichen Feiertag als Schritt auf dem Weg zur öffentlich-rechtlichen Anerkennung zu werten? «Dass die Islamische Gemeinde – eine von mehreren islamischen Organisationen im Kanton – erstmals den gemeinsamen Bettagsaufruf mitunterzeichnet, spricht für das gute gegenseitige Einvernehmen der Religionsgemeinschaften im Kanton Luzern», sagt Regierungsrat Anton Schwingruber. Mehr, so der CVP-Politiker, lasse sich aus dieser Beteiligung zum heutigen Zeitpunkt nicht ableiten.

Neben dem gemeinsamen Aufruf, wie es ihn seit Jahren gibt, soll dieses Jahr neu eine öffentliche Plakataktion für Aufmerksamkeit sorgen, wie es weiter heisst. Das Sujet zeigt einen offenen Geschenkkarton in Form eines Schweizer Kreuzes, unter dem das diesjährige Motto «Sag schön danke» in drei Sprachen erscheint: Deutsch, albanisch – als meistgesprochene Sprache unter Muslimen in Luzern – und tamilisch, als Beispiel einer Sprache mit orientalischem Schriftbild.

Dialog soll sich ergeben
Damit Aufruf und Plakat «keine kommunikative Einbahnstrasse» bleiben, so Rosemarie Manser, die reformierte Synodalrätin und Mitorganisatorin des Feiertags, sind weitere Aktionen geplant. So kann die Luzerner Bevölkerung am Samstag vor dem Bettag ihre persönliche Dankesbotschaft auf Karten schreiben, die dann an Ballons gemeinsam in den Himmels steigen.

scd