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220 Jahre altes Bauernhaus in Sörenberg soll abgebrochen werden

Ein als erhaltenswert eingestuftes Bauernhaus in Sörenberg, das derzeit als Gruppenunterkunft genutzt wird, soll einem Mehrfamilienhaus weichen. Dagegen regt sich Widerstand. Der Innerschweizer Heimatschutz legt Beschwerde ein.
Alexander von Däniken
Das 220-jährige Junkerhaus soll abgerissen werden. (Bild: Manuela Jans-Koch, Sörenberg 27. September 2018)

Das 220-jährige Junkerhaus soll abgerissen werden. (Bild: Manuela Jans-Koch, Sörenberg 27. September 2018)

Im Bauinventar ist von einem stattlichen bäuerlichen Wohnhaus die Rede. Das sogenannte Junkerhaus mit Baujahr 1798 habe «trotz jüngeren Überformungen» sein charakteristisches äusseres Erscheinungsbild teilweise erhalten. Der kurze Eintrag im Bauinventar schliesst mit den folgenden Worten ab: «Der mächtige Bau ist einer der wenigen erhaltenen Bauzeugen des ursprünglich bäuerlichen Weilers Sörenberg.» Nun soll das 220-jährige Gebäude einem Mehrfamilienhaus mit acht Wohnungen und einer Tiefgarage mit 16 Parkplätzen weichen. Bis am Montag lag das Baugesuch bei der Gemeinde Flühli öffentlich auf.

Dass der Abbruch grundsätzlich möglich ist, liegt an der Bewertung der kantonalen Denkmalpflege. Das Junkerhaus ist als erhaltenswert eingestuft. Das erlaubt gegenüber schützenswerten oder gar denkmalgeschützten Objekten stärkere Eingriffe, wie die kantonale Denkmalpflegerin Cony Grünenfelder erklärt. «Bei erhaltenswerten Objekten obliegt es der zuständigen Gemeinde, über einen Abbruch zu entscheiden.» Seitens kantonaler Denkmalpflege habe man lediglich geprüft, ob die Einstufung richtig ist, was beim vorliegenden Junkerhaus der Fall sei. Das Junkerhaus wird derzeit als Gruppenunterkunft genutzt. 47 Betten in 8 Schlafräumen sind ganzjährig im Angebot – laut einem Online-Portal aber nur noch bis Ende Februar 2019.

Heimatschutz reichte Beschwerde ein

Der Innerschweizer Heimatschutz wehrt sich gegen den Abbruch des Sörenberger Junkerhauses. Rainer Heublein, Präsident der Sektion Luzern, sagte schon letzte Woche auf Anfrage: «Wir reichen Beschwerde gegen das Baugesuch ein.» Flühlis Gemeindeammann und Bauvorsteher Hans Lipp (CVP) bestätigt, dass bis Montagabend zwei Beschwerden gegen das Baugesuch eingegangen sind: «Wir werden nun das Baugesuch und die Beschwerden im Gemeinderat prüfen.» Laut Lipp kam die Exekutive zum Schluss, dass ein Abbruch des Junkerhauses gerechtfertigt ist. Voraussetzung der Denkmalpflege sei eine Dokumentation inklusive Fotos über das Haus. Der Hauseigentümer wollte auf Anfrage keine Stellung nehmen.

Immer wieder geben Gebäude, die als erhaltenswert eingestuft sind, Anlass für Diskussionen. So erteilte 2011 die Gemeinde Malters die Bewilligung für einen Neubau, was bedeutete, ein Bauernhaus abzureissen. Es folgten juristische Auseinandersetzungen, da das Haus zuerst als erhaltenswert eingestuft war, später aber nicht mehr. Das Bundesgericht gab schliesslich der Gemeinde Recht; das Haus durfte abgerissen werden (Ausgabe vom 13. Dezember 2017). Erhaltenswert ist auch das Luzerner Theater, dessen Zukunft noch offen ist.

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