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2200 Aliens erobern das Entlebuch

Am Samstag startet mit «LUpiter18» das grösste Lager, das die Pfadi Luzern je aufgestellt hat. Das Resultat der zweieinhalbjährigen Vorbereitungen: Eine fantastische und logistische Meisterleistung.
Susanne Balli
Auf diesem Gelände in Escholzmatt werden in den nächsten Wochen über 2000 Pfader das Lagerleben geniessen.

Auf diesem Gelände in Escholzmatt werden in den nächsten Wochen über 2000 Pfader das Lagerleben geniessen.

Es wird gehämmert, gebaggert, gebohrt und gesägt. Auf dem riesigen Lagerplatz unweit der Escholzmatter Mehrzweckhalle Ebnet laufen die Vorbereitungen für das kantonale Pfadilager «LUpiter18» auf Hochtouren. Am Samstag werden 2200 Kinder im Alter zwischen 6 und 16 Jahren gestaffelt und nach einem strengen Zeitplan in Escholzmatt eintreffen: Sie starten ihr grosses Abenteuer, das bis am 28. Juli dauert.

In der Geschichte des Pfadi-Kantonalverbandes hat es bisher noch nie ein Lager in dieser Dimension gegeben. 32 Pfadi-Abteilungen aus dem Kanton Luzern und drei Gastabteilungen sind mit von der Partie. Zu den 2200 Kindern kommen zirka 300 Helferinnen und Helfer.

Fünf Unterlager mit eigenen Lagerzentren

Entsprechend riesig ist auch der Lagerplatz. Auf 140 000 Quadratmetern oder 20 Fussballfeldern erstreckt sich das Lagergelände. Betroffen sind 23 Landparzellen von insgesamt 9 Landbesitzern und Pächtern sowie 6 Verpächtern.

Mit vereinter Kraft werden die Baumstämme für die Bauten an die richtige Stelle getragen. (Bild: Pius Amrein (Escholzmatt, 12. Juli 2018))
Bei einigen Bauten geht es hoch hinaus. Die Helfer arbeiten gesichert. (Bild: Pius Amrein (Escholzmatt, 12. Juli 2018))
Auch am Boden gibt es für die Helfer viel zu tun. (Bild: Pius Amrein (Escholzmatt, 12. Juli 2018))
Für die Bauten kommen sowohl die menschlichen Fähigkeiten als auch grosse Maschinen zum Einsatz. (Bild: Pius Amrein (Escholzmatt, 12. Juli 2018))
Das Kantonallager der Pfadi in Escholzmatt erstreckt sich über eine Fläche von rund 140'000 Quadratmeter. Dies entspricht 20 Fussballfeldern. (Bild: Pius Amrein (Escholzmatt, 12. Juli 2018))
Auch Stromleitungen werden gezogen. (Bild: Pius Amrein (Escholzmatt, 12. Juli 2018))
Wer ein Wer ein rechter Pfader ist, weiss mit Holz und Seilen umzugehen. (Bild: Pius Amrein (Escholzmatt, 12. Juli 2018))
Diesen «Planeten» werden vom 14. bis am 28. Juli mehr als 2000 «Aliens» bevölkern. Das Lager steht unter dem Motto «LUpiter18». «LUpiter18» ist ein Planet, der sich durch eine Planetenschmelze von fünf verschiedenen Planeten gebildet hat und von fünf Alienvölkern bewohnt wird.
(Leserbild: Michi Huser, Pfadi St. Michael)
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Vorbereitungen für das «LUpiter18»

140'000 Quadratmeter oder 20 Fussballfelder: Auf dieser Fläche findet das Lager LUpiter18 statt.

4300 Kilogramm Brot wurde für das Lager bestellt.

Auf dem Lagerplatz musste im Vorfeld grosser Einsatz geleistet werden. «Wir sind nun seit einer Woche dabei, die Infrastruktur-Bauten zu erstellen», sagt der 26-jährige Kommunikationsverantwortliche Martin Lustenberger alias Goofy. So wurden in dieser Woche Frischwasser-, Abwasser- und Stromleitungen verlegt. «Für den Abwassertank haben wir ein grosses Loch gegraben», erklärt Goofy. Mehrere Bagger standen für die Bauten im Einsatz. Zudem wurden eine kleine Konzert- und Eventbühne sowie zwei grosse Eingangstürme mit Seilbrücke und einer riesigen Rakete als Wahrzeichen des Lagers errichtet – passend zum Lager-Motto «LUpiter18». LUpiter18 ist ein würfelförmiger Planet, der sich durch eine Planetenschmelze von fünf verschiedenen Planeten gebildet hat. Obschon es zur jetzigen Zeit die fünf Planeten, so wie sie die Geschichte kennt, nicht mehr gibt, existieren aber noch die fünf Alienvölker, die nun gemeinsam auf «LUpiter18» leben.

Fünf Alienvölker, fünf Unterlager

Dem Motto entsprechend befinden sich auf dem weitläufigen Gelände fünf Unterlager – jedes verkörpert ein eigenes Alienvolk – mit jeweils einem Lagerzentrum und eigenen WC-Anlagen. Verbunden sind die Unterlager mit fünf sternförmig angeordneten Wegen. «Es ist für mich fast nicht fassbar, wie das Lager nach so langer Vorbereitungszeit nun Form annimmt und ein richtiges Eigenleben entwickelt», sagt Goofy. «Alle sind sehr motiviert und helfen mit. Der Einsatz ist grossartig.»

Ein solch riesiges Lager auf die Beine zu stellen, ist denn auch eine logistische Meisterleistung. Vor über zweieinhalb Jahren fiel an der Delegiertenversammlung der Pfadi Luzern der Startschuss. Seither wurde für «LUpiter18» geplant und organisiert. Das Resultat kann sich sehen lassen. In einem grossen Zelt befindet sich Ausrüstung wie Werkzeuge, Militärplachen, Wolldecken und andere notwendige Dinge.

2200 Kinder im Alter von 6 bis 16 Jahren nehmen am Lager teil.

2,5 Kilometer Rundholz wurden für die Lagerinfrastruktur verbaut.

Ein weiteres Zelt und zwei grosse Kühlcontainer stehen bereit für die Lebensmittel, welche die Migros liefert. Entsprechend der grossen Anzahl Teilnehmer ist auch die Liste der bestellten Lebensmittel beachtlich. Walter Hofstetter alias Hööggli (61) hat zum Beispiel 4300 Kilo Brot, 1640 Kilo Äpfel, 1440 Kilo Bananen und zirka 300 Kilo Käse bestellt. «Ich bin seit drei Wochen daran, die Bestellungen der Lebensmittel machen», sagt er. Auch während des Lagers wird täglich eine Bestellung ausgelöst. «Das ist ziemlich knifflig, denn es muss am Ende ja aufgehen.»

Auf alles vorbereitet – sogar auf den Bären

Die Mehrzweckhalle Ebnet ist das eigentliche Organisationszentrum, wo alle Fäden zusammenlaufen. Hier befindet sich auch die Küche für die Helfer, die übrigens auf einem separaten Lagerplatz wohnen, aber auch das Krisenmanagement, eine eigene Redaktion für die fünfmal erscheinende Lagerzeitung «Weltallwoche», für den eigenen Radiosender «Funkloch» und Fotografen. Zudem ein grosser Sanitätsbereich mit einer Sicherheitszentrale, die mit einem Notfalltelefon 24 Stunden am Tag im Dienst sein wird. «Wir führen eine Krisenübung durch und sind für jedes Szenario gerüstet – selbst wenn der Bär auftauchen sollte», sagt Sicherheitschefin Antonia Graf alias Piru (25).

300 freiwillige Helferinnen und Helfer – mal etwas mehr, mal etwas weniger – stehen im Einsatz.

1640 Kilogramm Äpfel und 1440 Kilogramm Bananen stehen für die vielen Kinder bereit.

Das Budget für das Pfadi-Kantonallager beträgt rund 700'000 Franken. Per Crowd­funding konnte die Pfadi Luzern 32'553 Franken auftreiben. «Das meiste Material, die Maschinen und das Equipment, das wir benötigten, wurde uns von den über 70 Sponsoren zur Verfügung gestellt», sagt Goofy. Grossen Rückhalt fand das 100-köpfige OK-Team auch bei der Gemeinde Escholzmatt und der Biosphäre Entlebuch, welche bei der Suche eines geeigneten Lagerplatzes behilflich waren.

Weitere Informationen rund ums Lager unter www.lupiter18.ch.

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