2200 Wohnungen bis 2028: In Sursee herrscht ein Immobilienboom

Nicht nur in der Agglomeration Luzern werden kräftig Wohnungen erstellt, wie eine Analyse der Luzerner Kantonalbank zeigt.

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Blick auf Sursee.

Blick auf Sursee. 

Bild: Pius Amrein (22. Juli 2019)

(avd) Ob in Kriens oder Emmen: Dass in der Agglomeration Luzern bis 2028 rund 10'000 neue Wohnungen entstehen, ist bekannt. Allerdings wachsen auch Sursee und die umliegenden Gemeinden rasant. Dies zeigt eine Analyse der Luzerner Kantonalbank. Konkret werden in den nächsten acht Jahren in Sursee, Mauensee, Knutwil, Geuensee, Schenkon, Oberkirch und Wauwil rund 3400 neue Wohnungen entstehen. Allein knapp 2200 neue Wohnungen sind in der Stadt Sursee geplant.

Für die Analyse hat die Kantonalbank mit den Bauämtern der Gemeinden konkrete Projekte, anstehende Arealentwicklungen und Planungen für Umzonungen mit mehr als zehn Einheiten parzellengenau aufgenommen. Die Prognosen sind mit etwas Vorsicht zu geniessen, da die Projekte zum Teil von Einsprachen abhängig sind.

Pro Jahr bis zu 140 Wohnungen zu viel

Werden alle geplanten Bauvorhaben realisiert – und berücksichtigt man die Prognose des Kantons für das zu erwartende Bevölkerungswachstum von durchschnittlich 1,7 Prozent pro Jahr –, dann dürfte die Leerstandsziffer in der Region Sursee in den kommenden Jahren deutlich steigen. Rund 130 bis 140 Wohnungen zu viel würden pro Jahr fertiggestellt.

Schon in den letzten Jahren ist das Wohnangebot stärker gewachsen als die Bevölkerungszahl. Zwischen 2009 und 2018 wuchs der Wohnungsbestand um durchschnittlich 2,5 Prozent pro Jahr, während es ein Bevölkerungswachstum von durchschnittlich 2 Prozent gab. Dieses leichte Ungleichgewicht führte zu einer Überproduktion von rund 50 Wohnungen pro Jahr – und einer Verdoppelung der Leerstandsziffer von 0,5 auf 1 Prozent.

Auffallend im Raum Sursee ist auch die Wohneigentumsquote. Sie bewegt sich seit Jahren bei über 50 Prozent und liegt somit deutlich über derjenigen des Kantons Luzern mit 35 Prozent. Die Nachfrage nach Wohneigentum wird gemäss der Kantonalbank auch weiterhin hoch sein, weshalb Investoren dieses Segment stärker gewichten sollen. Generell sei bei Projekten die Kombination von Lage, Zielgruppe, Baustandard und Preisniveau entscheidend. Stärker nachgefragt seien zudem in allen Marktsegmenten nachhaltige Energieträger.