250 Gratispizzas sorgen bei Senioren im Luzerner Reussbühl-Quartier für gute Laune

Das Restaurant Don Carlos im Stadtluzerner Reussbühl-Quartier verteilte am Samstag 250 Gratispizzas an über 65-Jährige.

Michael Wyss
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Belen und Carlos, Inhaber der Pizzeria Don Carlos.

Belen und Carlos, Inhaber der Pizzeria Don Carlos.

Bild: Michael Wyss

«Wir wollen den über 65-Jährigen, die es momentan mit den Einschränkungen durch die Coronakrise nicht einfach haben, etwas Licht und Hoffnung in ihren Alltag bringen. Deshalb haben wir uns entschieden, in Reussbühl am Samstag allen eine Pizza zu offerieren», erzählt Mitinhaberin Belen. Es sind 250 Bestellungen eingegangen. «Es ist schön, dass wir mit unserer Idee die Herzen erobern konnten. Die Reaktionen aus der Bevölkerung waren sehr erfreulich», sagt Mitinhaber Carlos.

Insgesamt wurden 250 Pizzas verschenkt.

Insgesamt wurden 250 Pizzas verschenkt.

Bild: Michael Wyss

Rund 40 Helferinnen und Helfer, alles Personen, die mit Reussbühl verwurzelt sind, brachten am Samstag den Senioren die Pizzas (auf Vorbestellung). Einer der Pizzapiloten war der Reussbühler Adriano Kuster, der mit seiner Lebenspartnerin Cassandra Montoya am Mittag Pizzas auslieferte: «Ich helfe gerne und finde das eine grosse Wertschätzung von Don Carlos gegenüber dieser Generation, die momentan etwas isoliert leben muss. Jede Aktion, die gestartet wird, bringt etwas Freude und Zuversicht zurück ins Leben.»

Der freiwillige Helfer Adriano Kuster beim Abholen einiger Pizzen.

Der freiwillige Helfer Adriano Kuster beim Abholen einiger Pizzen.

Bild: Michael Wyss

Bei bester Laune zeigte sich die 84-jährige Marlies Holzer, die eine Pizza bestellte: «Ich habe eine Prosciutto-Funghi gegessen. Sie war sehr gut. Ich bin erfreut, wie viele Chrampferinnen und Chrampfer in diesen Tagen für uns unterwegs sind. Der Quartierverein Reussbühl und die Frauengemeinschaft Reussbühl machen mit vielen anderen Organisationen zusammen einen tollen Job. Ich schätze das sehr. Ich bin happy, trotz Krisenzeit kommt da nun ein positives Signal.

Gemeinsam, statt einsam, heisst es.

So finden wir daraus und erleben wieder bald bessere Zeiten.»

Auch Nicola Baumann, Sohn des früheren Fussballprofis Herbert Baumann, war einer der Pizzaboten: «Ich musste nicht lange überlegen. Das Restaurant Don Carlos ist beim Fussballclub Littau, wo ich spiele, Sponsor. Deshalb unterstütze ich die Aktion auch. So kann ich etwas zurückgeben und eine gewisse Dankbarkeit zeigen. In dieser Zeit ist es wichtig, dass wir uns gegenseitig unter die Arme greifen. Die Aktion finde ich sehr gelungen. Auch das Don Carlos wird davon profitieren. Es kommt sicher etwas zurück.»

Am Samstag wurden im Don Carlos 250 Gratispizzen gebacken.

Am Samstag wurden im Don Carlos 250 Gratispizzen gebacken. 

Bild: Michael Wyss

Beeindruckt zeigte sich auch Fabrizio Laneve, der Präsident des Quartiervereins Reussbühl: «Wir haben die ‚Aktion Reussbühl hilft’ ins Leben gerufen mit unseren zahlreichen Detaillisten. Als Belen und Carlos vom Restaurant Don Carlos mir diese Idee schmackhaft machten, war ich fortan begeistert. Das ist eine tolle und nicht selbstverständliche Geste in dieser schwierigen Zeit, wo die Detaillisten, insbesondere auch die Gastronomie, um das wirtschaftliche Überleben kämpft. Chapeau. 250 Pizzas zu verschenken, davor ziehe ich den Hut. Ich spüre in Reussbühl eine grosse Solidarität.» Ist die Krise auch eine Chance? Kann man etwas Positives abgewinnen? Laneve weiter: «Absolut. Die Bevölkerung rückt zusammen, aber auch die Detaillisten gewinnen wieder mehr an Bedeutung. Man wird sich erst in diesen Tagen wieder richtig bewusst, wie viele verschiedene Einzelhändler im Dorf für uns da sind und uns für das tägliche Leben versorgen. Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nah liegt?»