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3-Millionen-Projekt gestartet: Buttisholzer Abwasser nimmt neue Wege

Derzeit werden Leitungen verlegt, damit das Buttisholzer Abwasser künftig in
Dagmersellen gereinigt werden kann. Mit dem Aus der Rottaler Kläranlage brauchen drei Angestellte einen neuen Job.
Evelyne Fischer
Dieses Bild gehört bald ganz der Vergangenheit an: Die Ara Buttisholz in Betrieb: (Bild: Archiv LZ, 16. Mai 2000)

Dieses Bild gehört bald ganz der Vergangenheit an: Die Ara Buttisholz in Betrieb: (Bild: Archiv LZ, 16. Mai 2000)

Noch bis ins Jahr 2025 erhält die Abwasserreinigungsanlage (Ara) Buttisholz vom Kanton Luzern eine Abwassereinleitungsbewilligung. Danach ist Schluss. Der Gemeinderat hat das Problem frühzeitig angepackt und eine Lösung gesucht. Gefunden hat er sie in Dagmersellen: Das Buttisholzer Abwasser fliesst ab Ende 2019 in die Ara Oberes Wiggertal. Rund 17 Kilometer Distanz legt das Abwasser damit zurück, 2,5 Kilometer Leitung müssen neu verlegt werden. Dafür bejahten die Stimmbürger Ende November 2016 einen Sonderkredit von 3,14 Millionen Franken.

Rund 60 Milliarden Liter Abwasser fallen im Kanton Luzern gemäss der Dienststelle Umwelt und Energie jährlich an. Dieses wird in elf regionalen und acht kommunalen Aras gereinigt. Das Abwasser gewisser Orte fliesst gar in ausserkantonale Anlagen.

Anlage ist seit über 40 Jahren in Betrieb

Von den rund 3300 Einwohnern von Buttisholz sind 2700 an die heutige Ara angeschlossen. Diese war 1974 eine der ersten Anlagen in der Region und wurde 1996 mit einer Nachklärung nachgerüstet. «Die Umweltvorschriften und Anforderungen für die Abwasseraufbereitung sind seit der Inbetriebnahme massiv gestiegen», sagt Gemeindepräsident Franz-Xaver Zemp (CVP). «Bald wäre eine weitere Aufrüstung nötig geworden.» Zudem entspreche die Technik der Anlage nicht mehr dem aktuellen Standard. «Bei einem Ausfall der Anlage wäre die Ersatzbeschaffung einzelner Komponenten aufwendig, schwierig und teuer.»

Ein weiteres Argument dafür, bereits jetzt eine Ara-Lösung aufzugleisen, war der Ausbau der Kantonsstrasse zwischen Buttisholz und Grosswangen. «Parallel zum Bau des dortigen Radwegs wird nun auch die Leitung verlegt», sagt Zemp. Wie den Gemeindenachrichten von Buttisholz zu entnehmen ist, traten beim Bau der Strasse einige Schwierigkeiten auf: Wegen des schlechten Untergrunds muss die Strasse stabilisiert werden. Dies führt auch bei der Druckleitung zu Mehrkosten. Zugleich muss mindestens die Decke des Entlastungsbauwerks – dem Ausgleichsbecken – erneuert werden. «Trotz dieser Mehrkosten wird der genehmigte Kredit mit einer Abweichung von rund zehn Prozent zurzeit noch nicht überschritten», sagt Gemeindepräsident Zemp.

Mit Blick auf das Luzerner Ara-Netz mag es erstaunen, dass Buttisholz keinen Anschluss in der Nachbarschaft – etwa Ruswil oder Sempach-Neuenkirch – angepeilt hat. «Wir haben uns in erster Linie am natürlichen Wasserablauf orientiert», sagt dazu Gemeindepräsident Zemp. «Ökonomisch macht es mehr Sinn, das Wasser abwärts als aufwärts zu pumpen. Darüber hinaus geht es auch um Kapazitätsfragen: Die Ara Oberes Wiggertal verfügt über die nötigen Reserven.»

Ara Oberes Wiggertal mit bald 19 Verbandsgemeinden

Mit ihrem 65 Kilometer langen Kanalnetz und den aktuell 18 Verbandsgemeinden gehört die Ara Oberes Wiggertal zu den drei grössten Anlagen im Kanton. Ihr Einzugsgebiet reicht von Dagmersellen bis Grosswangen und von Gondiswil bis Wauwil. Die Ara weise künftig eine Kapazität von 60 000 Einwohnergleichwerten auf, sagt Verbandspräsident Wendelin Hodel, Stadtammann von Willisau (CVP). Diese Zahl ist die Masseinheit für die durchschnittlich pro Jahr erzeugte Hinterlassenschaft pro Einwohner. Gerechnet wird mit 59 Kubikmetern pro Person. «Wir profitieren künftig von einer besseren Auslastung der Anlage», sagt Hodel. «Auf die Weiterverrechnung der 1,8 Millionen Franken Betriebskosten an die Verbandsgemeinden hat der Anschluss von Buttisholz nur geringe Auswirkungen.» Dazu sagt auch der Buttisholzer Gemeindepräsident Franz-Xaver Zemp: «Durch den Wechsel ins Wiggertal müssen weder die Betriebs- noch die Anschlussgebühren angehoben werden.»

Die Ara Buttisholz wird aktuell von drei Angestellten in einem Teilzeitpensum betreut. «Zwei Mitarbeiter führen nebenbei einen Landwirtschaftsbetrieb, der dritte arbeitet im Werkhof Buttisholz», sagt Zemp. «Für die Zeit nach Ende 2019 wird mit den Betroffenen nach Anschlusslösungen gesucht. Ein Mitarbeiter hat bereits eine Anstellung gefunden.» Das Betriebsgebäude und die beiden Oxidationsbecken der Ara sollen ab Februar 2020 rückgebaut und rekultiviert werden.

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