300 Luzerner Kinder schnuppern Uni-Luft

Während vier Nachmittagen hatten Primarschüler die Möglichkeit, speziell für sie gestaltete Vorlesungen an der Uni Luzern zu besuchen. Dabei nutzten einige der 10- bis 12-Jährigen Laptop statt Notizblock.

Martina Odermatt
Drucken
Teilen
An der Kinderuni dürfen auch die Kleinsten sich wie die grossen fühlen: An speziell für sie gestalteten Vorlesungen schnuppern sie Universitäts-Luft. (Bild: Dominik Wunderli, Luzern, 5. April 2019)

An der Kinderuni dürfen auch die Kleinsten sich wie die grossen fühlen: An speziell für sie gestalteten Vorlesungen schnuppern sie Universitäts-Luft. (Bild: Dominik Wunderli, Luzern, 5. April 2019)

Rund 300 Anmeldungen verzeichnete die Universität Luzern für die diesjährige Kinder-Uni – das sind so viele wie nie seit dem Bezug des neuen Uni-Gebäudes im Jahr 2011. Simone Mainolfi, an der Universität Luzern für die Kinder-Uni zuständig, zieht denn auch ein positives Fazit über die vergangenen Vorlesungen. «Die Kinder waren begeistert und haben aktiv mitgemacht», sagt sie.

Die jungen Studenten hatten während der vier Nachmittage Einblicke in die Gebiete Jus, Wirtschaft, Medizin und Ethnologie. Bezüglich Themengebiet hat Mainolfi bei den Kindern keine Präferenzen festgestellt.

«Sie haben bei jeder Vorlesung interessiert zugehört und gute Fragen gestellt.»

Den Erfolg führt sie auf die Mund-zu-Mund-Propaganda zurück, die wohl unter den Schülern stattfinde. Zudem sei die Kinder-Uni bei vielen Schülern fest eingeplant. Überraschend: Auch die jüngste Generation gibt sich bereits digital: Einige Kinder machten sich noch von Hand Notizen, andere tippten ihre Anmerkungen direkt in den Laptop.

Streit, Sackgeld, Speisen – und Schönheit

Etwa jene zur Vorlesung von Professor Andreas Eiker. Anhand eines Streitbeispiels zwischen zwei Kollegen erhielten sie von ihm einen Einblick ins Strafrecht; lernten, was leichte und schwere Körperverletzung ist. Im Bereich Wirtschaft wurde das Kaufverhalten unter die Lupe genommen. Die Frage, warum die Kinder ihr Sackgeld genau für die Sachen ausgeben, die sie kaufen, stand im Zentrum der Vorlesung von Professor Leif Brandes. Im Gebiet der Medizin verfolgten die Studenten die «Reise der Speise» und untersuchten danach die Geheimnisse des menschlichen Auges. Zu guter Letzt folgte am Freitag die Vorlesung von Professorin Bettina Beer darüber, was bei uns als schön gilt, und welche Schönheitsideale in anderen Kulturen gelten. Jedes Jahr öffnet die Uni Luzern ihre Türen für die kleinsten Studenten: die Kinder. Heuer fand bereits die zwölfte Ausgabe des Projekts statt.

Primarschüler der vierten bis sechsten Klasse können an den Vorlesungen, welche die Professoren und Dozenten der Universität Luzern und des Luzerner Kantonsspitals kindergerecht gestalten, teilnehmen. Verpflichtend ist einzig, dass die Kinder alle vier Vorlesungen besuchen.