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40 Meter im Untergrund: SBB starten Sondierbohrungen für den Luzerner Durchgangsbahnhof

Bevor dereinst die Tunnelbohrmaschinen auffahren, muss abgeklärt werden, welche Verhältnisse tief unter der Stadt Luzern herrschen. Diese Erkenntnisse seien zentral, sagt der Geologe – denn der Luzerner Untergrund gehöre zu den schwierigsten der Schweiz.
Robert Knobel

Die Vorbereitungen für den Luzerner Durchgangsbahnhof werden immer konkreter. Zurzeit laufen Sondierbohrungen für den künftigen Neustadttunnel, welcher den Tiefbahnhof mit der Stammlinie beim Gütsch verbinden wird:

Verantwortlich für die Arbeiten ist das Luzerner Geologiebüro Keller+Lorenz AG. Geologe und CEO Beat Keller sagt dazu: «Der Untergrund in Luzern ist einmalig komplex.» Dies unter anderem deshalb, weil das Grundwasser unter unterschiedlichem Druck steht und verbreitet feinkörnige Seeablagerungen vorliegen. Für den Neustadttunnel habe man bisher aufgrund von Archivmaterial und seismischen Messungen ein erstes Modell des Untergrunds für die Ingenieure erarbeitet. Mit den aktuellen Sondierbohrungen soll das Modell nun überprüft und verfeinert werden. Besonders untersucht werden dabei die Grundwasserströme, die Druckverhältnisse und die Fliessgeschwindigkeit. Laut Beat Keller decken sich die ersten Ergebnisse mit den früheren Prognosen.

Die Bohrungen finden bis in Tiefen von 20 bis 40 Meter statt. Aktuell wird auf dem Freigleis gebohrt, dem ehemaligen Zentralbahn-Trasse zwischen Neubad und Horwerstrasse:

Weitere Bohrungen sind in den nächsten zwei bis drei Wochen im Bereich Paulusplatz und Bireggstrasse geplant. Die Resultate der Sondierungen bilden eine wichtige Grundlage für die Wahl der geeigneten Baumethode. Das ist gemäss Beat Keller ganz zentral: «Nur wenn die Geologen die geologisch-geotechnischen Risiken richtig erkennen, können die Ingenieure Lösungen und geeignete Baumethoden finden. So lassen sich die Risiken bei der Erstellung dieses einmaligen Bauwerks minimieren, und es kann unangenehmen Überraschungen vorgebeugt werden.»

Die Planungen für die Luzerner Durchmesserlinie werden noch bis etwa 2028 dauern. Dafür hat der Bund kürzlich 100 Millionen Franken reserviert, die Federführung liegt bei den SBB. Die Planungen für den Neustadttunnel müssen dabei besonders stark vorangetrieben werden, da sie weniger weit fortgeschritten sind als jene für den Tiefbahnhof und den Seetunnel Richtung Ebikon. Für letzteren sind bereits vor einigen Jahren die nötigen Sondierbohrungen, etwa bei der Hofkirche, gemacht worden. Geht alles nach Plan, können die Bauarbeiten für die Durchmesserlinie 2028 starten. Sie werden rund 12 Jahre dauern.

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