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400-jähriges Gasthaus Klösterli in Malters wird chinesisch

Nach vielen Wirtewechseln will Thomas Schenk das «Klösterli» in Malters wieder auf Kurs bringen. Der 31-jährige Wirt setzt dabei auf chinesische Küche. Am Herd steht der Schwiegervater persönlich.
Larissa Haas
Das Traditionslokal Klösterli in Malters hat eine neue Führung erhalten. Im Bild Thomas Schenk und seine Frau Melody Schenk-Lam. Bild: Corinne Glanzmann (Malters, 14. Dezember 2018)

Das Traditionslokal Klösterli in Malters hat eine neue Führung erhalten. Im Bild Thomas Schenk und seine Frau Melody Schenk-Lam. Bild: Corinne Glanzmann (Malters, 14. Dezember 2018)

Schon einmal in hausgemachte Dim Sum oder in Szechuanpfeffer gebissen? Ein prickelndes Erlebnis, das man neuerdings im Hotel und Restaurant Klösterli in Malters probieren kann. Der 31-jährige Junggastronom Thomas Schenk wagt sich nämlich an ein Experiment, das manch einen im Dorf verwundern dürfte: In der Traditionsbeiz, wo man jahrzehntelang gutbürgerliche Schweizer Kost auftischte, werden ab sofort chinesische Spezialitäten serviert. Thomas Schenk sagt dazu:

«Das neue Klösterli ist ein Projekt, das mehrere Generationen unter einem Dach vereint.»

Denn Restaurantbesitzer und Chefkoch ist nicht Schenk selbst, sondern Kwong Hing Lam, der Vater seiner Frau und Servicemitarbeiterin Melody Schenk-Lam. Damit macht Schenk von einer jahrzehntelangen Gastronomieerfahrung Gebrauch, denn der Name Lam ist in der Szene keineswegs ein Unbekannter: Drei chinesische Restaurants haben Kwong Hing Lam und seine Frau bereits geführt. Nun lässt sich das Wirtepaar mit dem Schwiegersohn auf das wohl unkonventionellste Gastronomieprojekt ein: Als Familienbetrieb wollen sie die chinesische Kultur im Klösterli zelebrieren, einem Schweizer Traditionshaus, das mittlerweile unter Denkmalschutz steht.

Die Wirte gaben sich die Klinke in die Hand

Das Klösterli hat in jüngerer Zeit einige Turbulenzen durchlebt: Zunächst hatten Heidi und Wim Snoek den Landgasthof 32 Jahre lang erfolgreich geführt. Doch ab 2010, als das Wirtepaar in Pension ging, lösten sich die Gastgeber der Beiz im Stakkato ab: Auf die Familie Snoek folgte Guido Weber, ein Quereinsteiger in der Branche. Nach zwei Jahren war bei ihm Schluss. Das Klösterli wurde daraufhin von den Besitzerinnen, den beiden Geschwistern der Erbgemeinschaft Paul Weibel, Trudy Weibel und Christina Rubin, für zwei Millionen Franken komplett saniert. Die neue Gastgeberin, Ruth Felber, blieb dem Klösterli während drei Jahren erhalten. Danach, im Jahr 2017, sollte aus dem Traditionshaus ein Imbiss- und Take-Away-Betrieb werden – dieses Vorhaben blieb allerdings erfolglos.

Wechselvolle Geschichte: Das 400-jährige Gasthaus Klösterli. Bild: Corinne Glanzmann (Malters, 14. Dezember 2018)

Wechselvolle Geschichte: Das 400-jährige Gasthaus Klösterli. Bild: Corinne Glanzmann (Malters, 14. Dezember 2018)

Es gibt schon genug Pizzerien

Thomas Schenk und seine Familie sind nun die vierte Partei innerhalb acht Jahren, die sich ans Klösterli wagen. Dass die chinesische Ausrichtung womöglich im Dorf anecken könnte, darüber macht sich Schenk keine Sorgen – im Gegenteil: Er ist überzeugt, dass in der Region der Wunsch nach asiatischen Spezialitäten besteht. Vor der Klösterli-Übernahme war er als Chef de Partie beim KKL tätig, stand im 5-Sterne-Hotel Waldhaus in Flims am Herd, kochte im Restaurant Swiss-Chalet in Merlischachen oder im Thorenberg in Littau. Dabei habe er den Puls der Zeit gespürt und gemerkt, wonach sich die Leute sehnen: Sie wollen Neues ausprobieren – so ist Schenk etwa auch veganen Gerichten nicht abgeneigt. Pizzerien gebe es genug, auch das Angebot an Schweizer Küche sei in der Umgebung vorhanden – wieso also nicht für einmal asiatisch?

Die Küche ist chinesisch, die Atmosphäre schweizerisch. Melody und Thomas Schenk im neu eröffneten «Klösterli». Bild: Corinne Glanzmann (Malters, 14. Dezember 2018)

Die Küche ist chinesisch, die Atmosphäre schweizerisch. Melody und Thomas Schenk im neu eröffneten «Klösterli». Bild: Corinne Glanzmann (Malters, 14. Dezember 2018)

Ganz auf einen traditionellen chinesischen Gastronomiebetrieb einlassen wollen sich Schenk und seine Familie aber doch nicht. Sie entschieden sich für einen Mittelweg: Chinesische Lampions oder traditionelle Instrumentalmusik suche man hier zum Beispiel vergebens. «So etwas passt nicht zur Aura dieses Hauses», sagt Melody Schenk-Lam. Ausserdem setzen sie auf eine kleine Karte, die nur einen Bruchteil des Angebots beinhalte, das man sonst beim Chinesen findet. Zudem stehen wöchentlich vier Mittagsmenus zur Auswahl, ergänzt werden diese von einem saisonalen Angebot. «Wir setzen auf Qualität, statt Quantität», so das Credo.

Der Schwiegervater ist ein Meister der Frühlingsrolle

Schenks Aushängeschild dürften deshalb nicht nur die altehrwürdigen Räumlichkeiten sein, sondern auch sein Chefkoch Kwong Hing Lam, der die authentische chinesische Küche im Klösterli zelebrieren wird. Lam koche schon ein Leben lang und lege Wert auf Handgemachtes, betont Schenk. Deshalb hat er in der Küche extra einen neuen Wok-Herd montieren lassen.

«Nur so schmeckt das Essen auch authentisch».

Schenk bezeichnet seinen Schwiegervater lachend als «Spezialist der Teiggerichte», weil niemand bessere Frühlingsrollen und gedämpfte Teigtaschen – die sogenannten Dim Sum – zubereite, wie er. Eine weitere Spezialität sei zudem die Pekingente, die frisch zubereitet und auf Wunsch am Tisch tranchiert werde.

Damit wollen Thomas Schenk und seine Familie nun der früheren Stammbeiz wieder neues Leben einhauchen. «Das Klösterli fehlt der Dorfbevölkerung», sagt Schenk und ist überzeugt, aus dem lange vernachlässigten Gasthof wieder «einen Qualitätsbetrieb» zu machen, der sich über die Gemeindegrenzen hinaus etabliert:

«Mein Ziel ist es, dass selbst Luzerner gern in den Zug steigen, um bei uns essen zu gehen.»

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