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45 neue Wohnungen auf einen Schlag: Wer zieht nach Richenthal?

Reiden hat eine hohe Leerwohnungsziffer. Nun kommen in einem Ortsteil 45 neue Mietwohnungen auf den Markt.
Alexander von Däniken
Zwei der drei Mehrfamilienhäuser auf dem ehemaligen Kurhaus-Areal in Richenthal. (Bild: PD)

Zwei der drei Mehrfamilienhäuser auf dem ehemaligen Kurhaus-Areal in Richenthal. (Bild: PD)

An idyllischer Lage im Dorf Richenthal, das zur Gemeinde Reiden gehört, umgeben von Wiesen und Bauernhöfen, steht seit kurzem der «Lifestyle Park». Die Überbauung besteht aus drei Mehrfamilienhäusern, die in der ehemaligen Parkanlage des Kurhauses stehen. Die umgebaute und erweiterte Dependance rundet das «Dorf im Dorf» ab. 45 neue Wohnungen warten auf Erstmieter. Davon sind fünf vermietet und zwei reserviert, wie ein Blick auf die Webseite der Überbauung zeigt. Bezugsfertig sind die Wohnungen ab Oktober – für eine Monatsmiete von zwischen 1100 Franken für ein Einzimmerstudio und 1940 Franken für die grösste 4,5-Zimmer-Wohnung.

Zwei Besichtigungstermine hat es bereits gegeben, wie Livia Wechsler auf Anfrage sagt. Sie arbeitet bei der Bättig und Bucher Immobilientreuhand AG in Schötz, welche für die Überbauung zuständig ist. «Das Interesse war überraschend hoch», sagt Wechsler. «Unter den Interessenten waren viele aus der Stadt und anderen Kantonen.» Geschätzt werde die ländliche Idylle, gepaart mit modernem Ausbaustandard.

3,65 Prozent der Wohnungen unbelegt

Der Grund für die anfängliche Skepsis der Immobilientreuhänderin ist das bereits vorhandene Wohnangebot. Konkret wies die Gemeinde Reiden am 1. Juni eine Leerwohnungsziffer von 3,65 Prozent auf. Im kantonalen Durchschnitt waren es 1,53 Prozent. 92,4 Prozent der leer stehenden Objekte waren zur Miete ausgeschrieben.

Es sei nicht das Ziel, anfangs Oktober sämtliche Wohnungen vermietet zu haben, sagt Wechsler. Wichtiger sei ein steigendes Interesse. Am 13. September findet die nächste öffentliche Besichtigung statt. Weitere sind in Planung.

Das Projekt rund ums ehemalige Kurhaus hat eine lange Vorgeschichte. Sie beginnt, als die Gemeinde Reiden einen Wettbewerb zur künftigen Nutzung des Areals ausgeschrieben hatte. Über Umwege fand die Lifestyle Park AG von Esther und Hugo Bircher zum Projekt.

Im Sommer 2014 gelangte das Projekt an die Gemeindeversammlung. Das gesamte Areal sollte damals in die Sonderbauzone Kurhaus überführt werden, was eine Zonenplanänderung erforderte. Geplant waren 60 Wohnungen, was den Einwohnern «zuhinterst im Täli» wohl zu viel war: Das Projekt wurde nach hitziger Diskussion bachab geschickt. Tempi passati: Die Lifestyle Park AG redimensionierte das Projekt. Eine Zonenplanänderung war nicht mehr nötig.

«Ländliche Lage zieht immer Menschen an»

Der zuständige Gemeinderat für Bau und Infrastruktur, Willi Zürcher (FDP), sagt: «Es ist schön, wenn Wohnungen erstellt werden – unter der Voraussetzung, dass sie dann auch bewohnt werden.» Die Leerwohnungsziffer in der Gemeinde sei zwar hoch, aber 2018 höher gewesen. Die Tendenz stimmt Zürcher also optimistisch. Und Richenthal habe durchaus Vorzüge: «Die ländliche Lage zieht immer Menschen an, auch aus der Stadt. Und dass der Dorfteil Richenthal nicht vollständig via Handy erreichbar ist, kann Menschen anziehen, die sich der ständigen Erreichbarkeit entziehen wollen.»

An der Gemeindeversammlung vor fünf Jahren war auch die Erschliessung des öffentlichen Verkehrs ein Thema. Konkret war eine Buswendeschlaufe geplant, welche das Stimmvolk verwarf. Nach wie vor müssen die Busse bei der Weggabelung rückwärts fahren, um zu wenden. «Dieses Thema hat für uns derzeit nicht die höchste Priorität», sagt Willi Zürcher dazu. Die Haltestelle ist nach wie vor in Betrieb.

Das dürften die künftigen Bewohner der Überbauung ähnlich sehen. Zumal sie sich laut Immobilienbewirtschafterin Livia Wechsler auch über Obstbäume, eine Boccia-Bahn und eine Kneipp-Anlage freuen können. «Damit wird die Atmosphäre des Kurhauses beibehalten», sagt Wechsler.

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