Die Gemeinde Emmen will 5,5 Millionen in die Wasserversorgung investieren

Ein neues Pumpwerk im Gebiet Kirchfeld soll nicht nur die Gemeinde Emmen mit Wasser beliefern.

Simon Mathis
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So soll das geplante Pumpwerk Kirchfeld aussehen.

So soll das geplante Pumpwerk Kirchfeld aussehen.

Visualisierung: PD

Auf dem Ackerland zwischen dem Flugfeld und der Siedlung an der Kolbenstrasse plant der Gemeinderat Emmen einen «Meilenstein» der Wasserversorgung, wie es im Bericht und Antrag an den Einwohnerrat heisst. Dort soll das neue Grundwasserpumpwerk «Kirchfeld» erstellt werden. Für das Vorhaben beantragt der Gemeinderat beim Einwohnerrat einen Sonderkredit von 5,57 Millionen Franken.

«Es kommt in der Schweiz nicht alle Tage vor, dass ein neues Grundwasserpumpwerk gebaut wird», sagt Bau- und Umweltdirektor Josef Schmidli (CVP) auf Anfrage. «In Emmen war das vor 52 Jahren im Schiltwald der Fall.»

Wasserversorgung wird heuer 125 Jahre alt

Zwar erhöhe der Neubau die Produktion lediglich um etwa 10 Prozent, schreibt der Gemeinderat. Das Pumpwerk stelle allerdings eine zentrale Massnahme dar, um «die Versorgung mit einwandfreiem Trinkwasser langfristig zu sichern und die Wasserversorgung Emmen im Markt zu positionieren», heisst es im Bericht und Antrag. Wolle man die Versorgungssicherheit garantieren, gebe es keine anderen gangbaren Alternativen zum neuen Pumpwerk. Die Wasserversorgung Emmen beliefert nicht nur das Gemeindegebiet mit Trink-, Brauch- und Löschwasser; auch die Korporationsgemeinde Rothenburg, das Gebiet Rathausen in Ebikon und die Wasserversorgungsgenossenschaft Neuenkirch beziehen Wasser aus Emmen. Geplant ist, dass künftig auch der Verbund «Aquaregio Wasser Sursee Mittelland» hinzukommt.

Hintergrund des Neubaus ist, dass das Pumpwerk Stichermatt ausgedient hat. Die kantonale Dienststelle Umwelt und Energie erlaubt den Betrieb nur noch bis 2022. Ab dann wäre der Wasserbedarf nicht mehr vollständig abgedeckt. Dementsprechend will der Gemeinderat das neue Pumpwerk im Sommer 2022 in Betrieb nehmen. Zurzeit finden Verhandlungen mit Grundeigentümern und Nutzern statt. Das Pumpwerk Stichermatt soll Ende 2022 definitiv stillgelegt werden. Eine Nutzung als Notpumpwerk schliesst der Gemeinderat aus; das käme unter anderem aus wirtschaftlichen Gründen nicht in Frage. Die gesamte Technik müsste erneuert werden. Inwiefern das Gebäude samt Brunnenschacht weiter genutzt werden sollen, werde im Rahmen des separat zu projektierenden Rückbaus geklärt.

Die Planung des neuen Pumpwerkes fällt auf das 125-jährige Jubiläum der Wasserversorgung Emmen, die 1895 gegründet wurde. Ein Jahr später entstand das erste Pumpwerk in der Emmenweid sowie das Reservoir Listrig. Der Einwohnerrat befindet am 30. Juni über den Antrag.