Interview

Stapi-Kandidat Martin Merki (FDP): «Mit Beat Züsli ist der Umgang vertrauensvoll»

Der Sozial- und Sicherheitsdirektor will am 29. März für eine dritte Amtszeit – und neu als Stadtpräsident gewählt werden.

Roman Hodel
Hören
Drucken
Teilen
Stadtrat Martin Merki im Vögeligärtli. Für den Fototermin wählte er bewusst diese Grünanlage in der Neustadt, weil sie ein gelungenes Beispiel für einen aufgewerteten öffentlichen Raum sei.

Stadtrat Martin Merki im Vögeligärtli. Für den Fototermin wählte er bewusst diese Grünanlage in der Neustadt, weil sie ein gelungenes Beispiel für einen aufgewerteten öffentlichen Raum sei. 

Bild: Roger Grütter, Luzern 27. Februar 2020

Was bezeichnen Sie als Ihren grössten Erfolg in der ablaufenden Legislatur?

Martin Merki: Als Sozialdirektor konnte ich verschiedene Angebote im Altersbereich ausbauen. Es gibt mehr Spi­tex-Leistungen, seit zwei Jahren eine Anlaufstelle Alter für allgemeine Fragen inklusiv präventive Hausbesuche, Quartierarbeit für ältere Generationen und auch Gutscheine für das selbstbestimmte Wohnen im Alter analog zu den Betreuungsgutscheinen für Kinder. Bei den 90- bis 94-Jährigen wohnen noch 61,4 Prozent daheim. Andererseits haben wir ein Controlling für Heim- und Spitexkosten eingeführt. Dieses führt seitens Stadt zu sinkender Pflege-Restfinanzierung, die nun auf einem tieferen Niveau stagniert. Von diesem Controlling wollen auch andere Gemeinden profitieren. Wir bieten also insgesamt bei gleichbleibend hoher Qualität ein umfangreicheres Angebot, und dies alles nicht zu höheren Kosten.

Und bei welchem Geschäft sind Sie am wenigsten zufrieden mit sich?

Es ist mir zu wenig gelungen, den Wert von Kooperationen in verschiedenen Bereichen gegen aussen verständlich zu machen. Wir bieten unsere Dienstleistungen bei der Kita-Aufsicht und bei der Mütter-Väter-Beratung inzwischen vielen Gemeinden gegen Verrechnung der Kosten an.

Was würden Sie als Stadtpräsident anders machen als Beat Züsli?

Die Stadt ist in vielen Bereichen blockiert und isoliert – vor allem beim Verkehr, bei der Kultur und den Finanzen. Ein Wechsel bietet die Chance, die Blockaden zu überwinden – gegenüber dem Kanton und der Agglomeration. Wir müssen uns mit dem Kanton mehr an einen Tisch setzen, die Gemeinsamkeiten stärken und verhandeln. Nehmen wir das Beispiel Tourismus. Da braucht es verschiedene Sichtweisen: von den Uhrenläden, den Hotels, aber auch aus der Bevölkerung. Meine Vorstellung ist eine lebendige Stadt, in der gut gelebt und gerne gearbeitet wird. Der Tourismus ist ein wichtiger Arbeitgeber und man sieht jetzt die Verletzlichkeit durch das Corona-Virus

Ist das nun Kritik an Beat Züsli, der dies alles heute nicht befolgt?

Nein. Das ist keine Kritik. Ich sage einfach, was mein Ansatz wäre als Stadtpräsident. Es braucht Mehrheiten für alle Vorlagen – nicht nur 51 Prozent, sondern 85. Und wir müssen als grösste Gemeinde des Kantons in den Verband Luzerner Gemeinden zurückkehren. Klar hat dieser seine Nachteile, aber als gesellschaftliches und wirtschaftliches Zentrum gehören wir dahin und er ist das Eintrittsbillett zu den Verhandlungen mit dem Kanton.

Wie ist die Stimmung im Stadtrat eigentlich in Zeiten des Wahlkampfs, speziell zwischen Ihnen und Beat Züsli?

Wir haben im Stadtrat allgemein gelernt, mit Belastungen umzugehen, und entsprechend professionell ist das Verhältnis untereinander. Mit Beat Züsli ist der Umgang vertrauensvoll.

Mehr zum Thema