50-Meter-Schwimmbecken im Zimmeregg ist definitiv vom Tisch

Der Antrag aus der Bevölkerung hatte im Luzerner Stadtparlament keine Chance. Nur ein Grossstadtrat unterstützte ihn – wobei alle betonten, wie wichtig das demokratische Engagement der Antragsteller sei.

Beatrice Vogel
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Das 50-Meter-Schwimmbecken des Waldschwimmbads Zimmeregg wird bald Geschichte sein.

Das 50-Meter-Schwimmbecken des Waldschwimmbads Zimmeregg wird bald Geschichte sein. 

Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 2. Juli 2019)

Schlechte Nachrichten für Langstrecken-Schwimmer: Das 50-Meter-Schwimmbecken des Waldschwimmbads Zimmeregg wird definitiv um die Hälfte gekürzt. Der Bevölkerungsantrag für den Erhalt des langen Beckens hatte am Donnerstag im Luzerner Stadtparlament keine Chance. Einzig CVP-Grossstadtrat Roger Sonderegger befürwortete diesen. Alle anderen Parlamentarier folgten dem Stadtrat, der an einer Verkürzung des Beckens festhält. Der frei werdende Platz soll für den neuen Eingangsbereich genutzt werden.

300 Personen hatten den Bevölkerungsantrag unterschrieben. Einige von ihnen wohnten der Ratsdebatte bei und verteilten Flyer vor dem Rathaus. Sie forderten den Erhalt des 50-Meter-Beckens, das einzigartig ist in der Stadt Luzern und von vielen Schwimmern geschätzt wird. Roger Sonderegger ging mit den Antragstellern einig, dass zu wenig klar sei, warum der Erhalt des grossen Beckens teurer sein soll als eine Verkürzung. Und: «Warum geht das Geld in die Gebäude und nicht ins Wasser?» 

Die Stadträtinnen Manuela Jost (Mitte) und Franziska Bitzi (im Hintergrund) im Gespräch mit Zimmereggbadi-Besuchern, die sich für das 50-Meter-Becken einsetzen.

Die Stadträtinnen Manuela Jost (Mitte) und Franziska Bitzi (im Hintergrund) im Gespräch mit Zimmereggbadi-Besuchern, die sich für das 50-Meter-Becken einsetzen. 

Bild: Eveline Beerkircher, Luzern, 30. Januar 2020 

Die Parlamentarier drückten in ihren Voten Sympathie und Anerkennung für das Anliegen der Antragsteller und ihr demokratisches Engagement aus. Und trotzdem: «Wir stehen hinter der Sanierung, die eine Aufwertung bedeutet. Die Badi bleibt ein Bijou – auch ohne 50-Meter-Becken», sagte Christov Rolla (Grüne), ergänzte aber:

«Wir sind nicht gegen das lange Becken, sondern für die Verkürzung, auch wenn das vielleicht nach Wortklauberei klingt.»

Die Gründe für eine Verkürzung wurden in der Debatte noch einmal angeführt. So seien weder Vereine noch Schulen noch die Schweizerische Lebensrettergesellschaft (SLRG) an dem 50-Meter-Becken interessiert, sagte etwa Marco Baumann (FDP). «Es gibt keine Nachfrage, kein Sportverein trainiert dort. Und für Wettkämpfe müsste man das Becken sogar noch ausbauen.» Für Hobby-Sportler reichten auch 25 Meter.

Die Bedürfnisse seien ausführlich geprüft worden, sagte auch Daniel Furrer (SP). «Der Erhalt des 50-Meter-Beckens würde nicht zu Kosteneinsparungen führen.» Der eingeschlagene Weg sei der richtige, so Furrer. «Es war nicht immer klar, dass es in Zukunft überhaupt eine Badi geben wird. Wir haben uns alle dafür eingesetzt – und aus diversen Gründen einer Verkürzung des Beckens zugestimmt. Wir stehen zu dieser strategischen Entscheidung», ergänzte Michael Zeier-Rast namens der CVP-Fraktion. 

Projektänderung hätte Verzögerung zur Folge

SVP-Fraktionschef Marcel Lingg gab ausserdem zu bedenken, dass ein so grosses Wasserbecken auch ökologisch belastend sei. Hinzu kämen finanzielle Aspekte. Und Daniel Lütolf (GLP) fand: «Schwimmer können das 50-Meter-Becken in Kriens oder Emmen nutzen.» Eine Projektänderung würde zudem zu unnötigen Verzögerungen führen. Den letzten Punkt betonte auch Baudirektorin Manuela Jost (GLP). «Die Zeit spielt eine grosse Rolle, denn wir wissen nicht, wie lange die Technik noch mitmacht. Wir wollen das Bad nicht wieder schliessen.»

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