Kommentar

5G: Warten, bis der Bund die Situation klärt

Die Stadt Kriens macht ernst: Weil Richtlinien des Bundes zu Strahlenmessungen weiterhin fehlen, vergibt der Stadtrat keine Bewilligungen von 5G-Antennen mehr. Die unklare Rechtslage verunsichert die Bevölkerung. 

Robert Knobel
Hören
Drucken
Teilen

Die Stadt Kriens wird bis auf weiteres keine Gesuche für neuartige 5G-Antennen mehr behandeln. Konkret betroffen sind sogenannte «adaptive» Antennen, deren Strahlung sich gezielt auf den Standort der Mobilfunknutzer ausrichtet. Einen ähnlichen Entscheid hat 2019 die Gemeinde Baar getroffen.

Über den neuen Mobilfunkstandard 5G wird seit Jahren kontrovers diskutiert. Das liegt auch daran, dass der Bund bisher keine verlässliche Methode gefunden hat, mit der die Strahlenbelastung von adaptiven Antennen objektiv beurteilt werden kann. Die aktuellen Richtlinien orientieren sich an herkömmlichen Antennen und lassen sich nicht ohne weiteres auf die neue Generation anwenden. Das ist, wie wenn es zwar Tempolimits gäbe, aber keine geeigneten Methoden, um Geschwindigkeitsmessungen eindeutig zu interpretieren.

Der Bund rät den Kantonen und Gemeinden, Gesuche für 5G-Antennen vorerst einfach gleich zu behandeln wie herkömmliche Antennen. Zumindest so lange, bis es konkretere Anweisungen aus Bern gibt. Doch damit riskiert man, dass neue Antennen – kaum bewilligt – in naher Zukunft plötzlich nicht mehr rechtskonform sind. Beim Kanton Luzern betrachtet man dieses Risiko zwar als gering. Doch die unklare Rechtslage in Sachen Strahlenschutz verunsichert die Bevölkerung. Insofern ist auch der Entscheid der Stadt Kriens, auf eine Klärung der Situation aus Bern zu warten, nur folgerichtig.

Mehr zum Thema