60 junge Kiebitze trotzen Unwetter

53 Luzerner Kiebitz-Pärchen zogen dieses Jahr in der Wauwiler Ebene Nachwuchs auf – dies trotz Hagel und Schnee. Der Erfolg ist auf die Zusammenarbeit zwischen Landwirten und der Schweizerischen Vogelwarte Sempach zurückzuführen.

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Im Flug gehört der Kiebitz zu den auffälligsten Vögeln des Schweizer Landwirtschaftsgebiets. (Bild: Mathias Schäf)

Im Flug gehört der Kiebitz zu den auffälligsten Vögeln des Schweizer Landwirtschaftsgebiets. (Bild: Mathias Schäf)

Bereits kurz nach dem Schlüpfen verlassen die Kiebitz-Küken das Nest für immer. Sie werden von den Eltern gewärmt und betreut, suchen aber bereits selbst nach Nahrung. (Bild: Mathias Schäf)

Bereits kurz nach dem Schlüpfen verlassen die Kiebitz-Küken das Nest für immer. Sie werden von den Eltern gewärmt und betreut, suchen aber bereits selbst nach Nahrung. (Bild: Mathias Schäf)

Mehr als ein Drittel des gesamten Schweizer Kiebitz-Bestandes ist in der Wauwiler Ebene zuhause. Dabei wählen die Vögel im Frühling brachliegende Flächen, um darin zu brüten. In der Wauwiler Ebene bevorzugen sie meist Maisstoppelfelder. Nach Angaben der Schweizerischen Vogelwarte Sempach verzichteten die Landwirte in der Kiebitz-Kolonie in Kottwil 2012 auf den Maisanbau, dies aufgrund des Auftretens des Maiswurzelbohrers im Vorjahr. So wurden dieses Jahr vor allem Kunstwiesen und Winterweizen eingesät, die sich für den Kiebitz als ungünstig erweisen.

Spezielle Brachen als Ersatz

«Als Ersatz für die Maisflächen kamen spezielle Brachen zum Zug, die wir im letzten Sommer in Absprache mit dem Bewirtschaftenden einsäen liessen», sagt Deborah Ramseier von der Schweizerischen Vogelwarte. «Allein in diesen Kiebitz-Brachen brüteten dieses Jahr 19 Paare.»

Der Kiebitz kann mit einer angepassten Bewirtschaftung gefördert werden. In brach liegenden Feldern, die erst im Juli bestellt werden (links) brüten die Kiebitz-Paare. In Buntbrachen (rechts) können sich später Jungvögel, die noch nicht fliegen können, verstecken. (Bild: Petra Horch)

Der Kiebitz kann mit einer angepassten Bewirtschaftung gefördert werden. In brach liegenden Feldern, die erst im Juli bestellt werden (links) brüten die Kiebitz-Paare. In Buntbrachen (rechts) können sich später Jungvögel, die noch nicht fliegen können, verstecken. (Bild: Petra Horch)

Frostige Temperaturen und der Schnee an Ostern brachten das Brutgeschäft der Kiebitze kurzzeitig zum erliegen. Mehrere Küken starben aufgrund von Hagel anfangs Juli, der auch landwirtschaftliche Kulturen zerstörte. Dank Verständnis und Rücksichtnahme der Landwirte konnten dennoch 53 Kiebitz-Paare über 60 Junge aufziehen. Die Zielvorgabe war bei einem Jungen pro Kiebitz-Paar angesetzt.

pd/chg