6370 Unterschriften gegen Sexualunterricht

Die JSVP des Kantons Luzern will den Sexualunterricht im Kindergarten verhindern. 6370 Personen sind gleicher Meinung.

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Die Petitionäre bei der Übergang der Unterschriften. (Bild: PD)

Die Petitionäre bei der Übergang der Unterschriften. (Bild: PD)

Die Petitionäre bei der Übergang der Unterschriften. (Bild: PD)

Die Petitionäre bei der Übergang der Unterschriften. (Bild: PD)

Die JSVP des Kantons Luzern hat nach eigenen Angaben innert 5 Wochen 6370 Unterschriften für ihre Petition «Kein Sexualunterricht für 4-Jährige» gesammelt. Die Unterschriften sind am Mittwochmorgen dem Luzerner Regierungsrat überreicht worden.

Im Rahmen des «Lehrplan 21», der im Jahr 2014 für alle 21 Deutschschweizer Kantone in Kraft tritt, werde «der Sexualunterricht staatlich verordnet und bereits für Kindergärtler im Alter von vier Jahren obligatorisch», heisst es in einer Mitteilung. Ausgearbeitet wurde das Grundlagenpapier zum neuen Sexualunterricht an der Pädagogischen Hochschule Zentralschweiz, die sich ihrerseits auf die Weltgesundheitsorganisation stützt. Die Junge SVP des Kantons Luzern bittet den Regierungsrat in einer Mitteilung, das Volk ernst zu nehmen und auf die Einführung des Sexualunterrichts für 4-Jährige zu verzichten.

Seit dem Schuljahr 2006/2007 ist «Geschlechtserziehung» im Fachbereich Mensch und Umwelt in der 5. und 6. Primarklasse verbindlich. Für die 1. bis 4. Klasse ist die Umsetzung freiwillig.

Widerstand in Zug...

Auch im Kanton Zug regt sich Widerstand gegen den Sexualunterricht: Mit einer Motion wollen SVP-Kantonsräte diesen an den öffentlichen Schulen im Kanton Zug verbieten.

...Basel als Vorreiter

Als erster Kanton führt Basel-Stadt ab dem nächsten Schuljahr den obligatorischen Sexualunterricht für Kindergärtler ein. Dabei sollen Kinder ihren Körper besser kennenlernen. Auch gegenseitiges Massieren soll Teil des Unterrichts werden. In den oberen Stufen stehen auch sogenannte Sex-Boxen und -koffer mit Anschauungsmaterial wie Holzpenisse und Plüschvaginas zur Verfügung.

rem

Das steht im Grundlagenpapier

Im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit haben Fachleute der Pädagogischen Hochschule Zentralschweiz in Luzern ein Grund­lagenpapier zur Verankerung von Sexualerziehung in der Schule ausgearbeitet. Die Schule müsse den «Heranwachsenden den sozialen Wandel von Beziehung und Sexualität» erklären und «die geltenden Rechtsnormen» vermitteln, schreiben die Experten.

Wichtig sei, dass die persönlichen und sozialen Aspekte von Sexualität im Unterricht nicht als Problem dargestellt würden. Der «bedeutende Aspekt der Erotik und Lust» dürfe nicht fehlen. Dass Eltern ihre Kinder von der Sexualkunde dispensieren können, sei «nicht angezeigt». Sie raten, bei der «schweizweiten Verankerung schulischer Sexualerziehung die Möglichkeit auf Befreiung vom Unterricht abzuschaffen».

rem