700 Bachsperren zähmen den Renggbach

Die Renggbachgenossenschaft hat in den letzten 30 Jahren rund 17,1 Millionen Franken in die Zähmung des Renggbachs investiert. Rund 700 Bachsperren sorgen im Oberlauf dafür, dass der Renggbach auch nach Unwettern in seinem vorgesehenen Bachbett bleibt.

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Insgesamt 700 Bachsperren halten den Renggbach im Zaum. (Bild: PD)

Insgesamt 700 Bachsperren halten den Renggbach im Zaum. (Bild: PD)

Aus rund 30 Bächen fliesst das Wasser am Fusse des Pilatus oberhalb des Krienser Ortsteils Obernau zusammen in den Renggbach. Wo das Wasser bei der Hergiswaldbrücke aus dem wilden und steilen Bachtobel tritt, wird es entlang der Wasserscheide über die «Wassertreppen» beim Blattigweiher zur Renggschlucht geführt und von dort in die kleine Emme geleitet. Schon mehr als einmal aber folgte das Wasser diesem Plan nicht mehr: Der Bach trat nach Unwettern über die Ufer.

Dass in jüngster Vergangenheit keine Ausbrüche des Renggbachs mehr zu verzeichnen waren, ist kein Zufall. Denn bereits im 19. Jahrhundert wurde damit begonnen, den Bach zu zähmen. Auch heute noch ist der Renggbach in der Gefahrenkarte der Gemeinde Kriens erfasst, die in der kommenden Ortsplanungsrevision fest in die Raumplanung von Kriens integriert wird.

Regelmässige Kontrollen von 700 Bachsperren

Entstanden ist in den vergangenen Jahren im Oberlauf des Renggbachs ein System von 700 Bachsperren. Diese Sperren wurden von der Genossenschaft erstellt und fein säuberlich erfasst. Ein Bachmeister kontrolliert die Sperren regelmässig, heisst es in einer Medienmitteilung der Gemeinde Kriens vom Dienstage.

Nach dem letzten grossen Ereignis im Jahr 1979, als Teile der Bachverbauungen bei einem Unwetter Schaden nahmen, startete die Genossenschaft eine grössere Sanierungsetappe. Für 17,1 Millionen Franken wurde das Bachsperrensystem erweitert. Die Erfahrung hatte gezeigt, dass die neue Strategie den gewünschten Effekt bringt. Hatte man früher durch eine Vergrösserung des Bachbetts die Abflussmenge des Bachs zu vergrössern versucht, werden heute Bachsperren eingebaut, welche dem «Problem» auf den Grund gehen und dem Bach schon im Oberlauf die Energie nehmen.

Mit den Bachsperren wird das Wasser bereits im Oberlauf der rund 30 Bäche verlangsamt. Geschiebe und Schwemmholz wird zu einem Grossteil im Oberlauf behalten, wenn sich die Bäche dort durch die Bachsperren zwängen müssen.

Die Kosten teilen sich die Renggbachgenossenschaft zusammen mit dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) und dem Kanton Luzern.

pd/zim