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Littauer Schulhaus Grenzhof: 8 Millionen für ein Provisorium

Die Grenzhof-Schüler sollen ab 2020 in einem Modulbau in die Schule gehen. Der Stadtrat will dafür rund 8 Millionen Franken ausgeben. Das Geld sei gut investiert, findet Baudirektorin Manuela Jost.
Christian Glaus
Das Schulhaus Grenzhof ist mit Schadstoffen belastet und soll ab 2020 nicht mehr für schulische Zwecke benutzt werden. (Bild: PD)

Das Schulhaus Grenzhof ist mit Schadstoffen belastet und soll ab 2020 nicht mehr für schulische Zwecke benutzt werden. (Bild: PD)

Ab März 2020 soll der Grenzhof definitiv nicht mehr als Schulhaus genutzt werden. Dies bekräftigt nun der Stadtrat, nachdem sich bereits das Parlament hinter dessen Pläne gestellt hat, das Schulhaus zu schliessen. Geplant ist, dass die Kinder künftig im benachbarten Rönnimoos in die Schule gehen. Doch dieses muss zuerst ausgebaut werden. Deshalb schlägt der Stadtrat als Übergangslösung ein Provisorium vor – einen Modulbau aus Holz. Dieser soll von 2020 bis 2025 genutzt werden.

Erstellt werden die Module auf dem Grenzhof-Areal, um den Ausbau der Anlage Rönnimoos nicht zu behindern. Als Standort hat die Stadt einen Sandplatz hinter dem Grenzhof ausgewählt. Zwar würden dadurch Spielmöglichkeiten wegfallen. Doch diese Einschränkung sei vertretbar, weil es auf beiden Schulhausarealen für Kinder genügend andere Spielmöglichkeiten gebe, schreibt der Stadtrat im Bericht und Antrag ans Parlament.

Lebensdauer von 20 Jahren

Im Modulbau werden alle Unterrichtsräume und die Betreuung des Grenzhofs untergebracht. 150 Kinder werden dort zur Schule gehen. Der Preis für das Provisorium scheint hoch zu sein: Der Stadtrat beantragt dem Parlament einen Sonderkredit von 8,2 Millionen Franken. Der Modulbau allein kostet 5,5 Millionen.

Zum Vergleich: Die Gemeinde Horw hatte 2013 Modulbauten aus Chur gekauft – für 2,5 Millionen Franken. Dass die Investitionen der Stadt Luzern in das Provisorium gross sind, bestreitet Bauvorsteherin Manuela Jost (GLP) nicht: «Es ist viel Geld – aber wir brauchen den Modulbau auch nicht nur fünf Jahre.» Derzeit sei die Stadt dabei, die Schulraumplanung zu aktualisieren. Dabei zeige sich, dass auch andernorts zusätzliche Unterrichtsräume während Sanierungen benötigt würden. Dort könne der Modulbau weiter verwendet werden. Der Stadtrat schreibt von einer Lebensdauer von 20 Jahren.

«Wir haben eine gute Lösung und müssen jetzt handeln. Wir können nicht noch jahrelang nach günstigen Provisorien suchen.»

Manuela Jost, Baudirektorin Stadt Luzern

Manuela Jost findet Vergleiche der verschiedenen Provisorien «schwierig». So seien etwa Container, wie sie nun in Ebikon verwendet werden, günstiger. «Sie können aber nur zwei Jahre verwendet werden. Zudem zeigt unsere Erfahrung, dass Container von Lehrern und Schülern schlecht akzeptiert werden.» Auch sei es schwierig, passende Occasions-Modulbauten zu finden. «Auf dem Markt gibt es nicht zu jeder Zeit beliebig viele Möglichkeiten.» Die vorgesehene Nutzungsdauer von 20 Jahren rechtfertige einen Kauf. «Wir haben eine gute Lösung und müssen jetzt handeln. Wir können nicht noch jahrelang nach günstigen Provisorien suchen.»

Ein Handeln drängt sich auf, weil der Grenzhof mit dem Schadstoff Naphtalin belastet ist. Der Pavillon 2 wurde deshalb geschlossen, weitere Räume werden speziell belüftet. Ein Schulbetrieb ist nur dank Raumrochaden und der Zumiete von zusätzlichen Räumen möglich. Diese Übergangslösung sollte laut Stadtrat nur so lange wie nötig dauern. Früher als per März 2020 könne man das Provisorium laut Jost aber nicht in Betrieb nehmen. Das Stadtparlament wird Ende Dezember über den Sonderkredit entscheiden. Danach müssen das Fundament und die Werkleitungen erstellt werden. Bau und Innenausbau des Provisoriums dauern voraussichtlich von Mai 2019 bis Januar 2020.

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