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Kommentar

801 plus 9 gute Gründe, um im Kanton Luzern zu wählen

Am 31. März bestimmen die Luzernerinnen und Luzerner ihre Kantons- und Regierungsräte. Das Ausfüllen der Wahlzettel lohnt sich.
Lukas Nussbaumer
Lukas Nussbaumer

Lukas Nussbaumer

Langweilig sei der Wahlkampf, farblos die Kandidaten – von einem «Kampf» könne keine Rede sein. Diese Worte fallen immer wieder, wenn über die Luzerner Regierungsratswahlen gesprochen wird. Zu Recht?

Nein. Die neun Kandidaten sind weder farblos, noch ist die Ausmarchung um die fünf Sitze langweilig. Nicht besonders spektakulär ist einzig die Ausgangslage: Es gibt nur einen Rücktritt – mit Robert Küng dazu noch von einem Vertreter der FDP, deren Sitz unbestritten ist und deren Kandidat Fabian Peter weit über die Parteigrenzen hinaus wählbar scheint. Es gab im Kanton Luzern in der Tat schon spannendere Konstellationen vor den Wahlen.

Unzufriedenheit kann zu Proteststimmen führen

Deswegen von Langeweile zu reden, ist aber schlicht falsch. Was ist, wenn sich die spürbare Unzufriedenheit in der Bevölkerung über die happigen Sparpakete der bürgerlichen Regierung in Proteststimmen manifestiert? Vielleicht nicht im ersten, dafür aber im zweiten Wahlgang? Wie reagieren die bürgerlichen Parteien, wenn der parteilose Finanzdirektor Marcel Schwerzmann im ersten Wahlgang wider Erwarten schlecht abschneiden sollte? Auf welchen ihrer Kandidaten setzen SP, Grüne und GLP im zweiten Wahlgang? Winkt wie vor vier Jahren Support von der CVP?

Sicher ist: Die Wählerinnen und Wähler dürfen den Herausforderern Jörg Meyer (SP), Korintha Bärtsch (Grüne) und Roland Fischer (GLP) das Regierungsamt zutrauen. Alle drei haben ein klares Profil, haben ihre Fähigkeiten auf der Politbühne längst bewiesen, können zuhören – und sie respektieren andere Meinungen. Letztere beiden Eigenschaften mögen den einen oder anderen Beobachter dazu verleiten, Bärtsch, Meyer und Fischer als farblos zu bezeichnen. Wer sie mit den vier wieder antretenden Guido Graf, Reto Wyss (beide CVP), Paul Winiker (SVP) und Marcel Schwerzmann (parteilos) vergleicht, wird seine Einschätzung revidieren. Und dafür von unaufgeregt, sachlich und ehrgeizig reden.

Parteien präsentieren in allen sechs Wahlkreisen fähige Kandidaten

Das ist für das Luzerner Stimmvolk eine ausgesprochen komfortable Situation. Es hat die Wahl zwischen bewährten und neuen Kandidaten, die geeignet, politisch jedoch unterschiedlich ausgerichtet sind. Das gilt auch für die Wahlen in den Kantonsrat. Zwar erfüllen nicht alle der 801 Anwärterinnen und Anwärter auf eines der 120 Parlamentsmandate sämtliche Anforderungen an das Amt eines Volksvertreters. Einige wurden gar zu einer Kandidatur überredet, andere haben sich als Listenfüller ohne jegliche Ambitionen zur Verfügung gestellt. Dennoch haben es die Parteien in jedem der sechs Wahlkreise geschafft, Leute zu portieren, die dem Kanton Impulse geben können und die fähig sind, über den eigenen (Partei-)Tellerrand hinaus zu denken.

Die meisten Kantonsratskandidaten tun es den Anwärtern auf einen Sitz im Regierungsrat gleich und verzichten im Wahlkampf bis jetzt auf unnötigen Klamauk und genauso überflüssige schrille Töne. Das mindert zwar den Unterhaltungswert, tut der Spannung aber keinen Abbruch. Es gibt nämlich ganz viele offene Fragen: Kann sich die CVP weiterhin als stärkste Partei behaupten? Erreichen SVP, FDP sowie die Linke ihre hoch gesteckten Ziele? Gelingt mit der EVP wieder einmal einer neuen Kleinpartei der Sprung ins Parlament? Und wie viele der 103 erneut antretenden Kantonsräte schaffen die Wiederwahl? Für Politinteressierte bedeutet das nichts anderes als: Spannung pur.

Wahlbeteiligung sinkt – Zeit, für eine Wende zu sorgen

Wie die Statistik der letzten knapp 30 Jahre zeigt, wird der Kreis der Politinteressierten trotz der ständig grösseren Auswahl und trotz der vielen fähigen Kandidaten laufend kleiner (siehe Grafik). Das ist bedauerlich. Denn nur wer wählt, bestimmt mit. Deshalb: Befassen Sie sich mit der Grünen Frau und den acht Männern unterschiedlicher Parteizugehörigkeit, die Mitglied der Regierung werden wollen. Vergleichen Sie die Rezepte, die sie für die Lösung der Finanz-, Verkehrs- oder Sicherheitsprobleme anbieten.

Wahlbeteiligung Kantonsratswahlen Luzern

(in Prozent)
1991199519992003200720112015Jahr01020304050

Schenken Sie auch den Kandidaten, die sich in Ihrem Wahlkreis um einen Sitz im Kantonsrat bewerben, Ihre Aufmerksamkeit. Machen Sie von Ihrem Recht Gebrauch, jene Personen zu wählen, die Ihre Überzeugungen teilen. Und sorgen Sie am 31. März mit Ihrer Stimme für eine hohe Legitimation all jener Politikerinnen und Politiker, welche den Kanton Luzern in den nächsten vier Jahren prägen werden.

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Die Podiumsdiskussion mit allen neun Luzerner Regierungsratskandidaten in voller Länge

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