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A 14: Zahl der Unfälle steigt stark an

Auf der Autobahn knallte es letztes Jahr doppelt so häufig wie noch 2011. Meist sind es Auffahrunfälle. Jetzt rüstet die Polizei auf.
Robert Knobel
Solche Unfälle wie hier auf der A14 bei Buchrain am 3. Dezember 2015 ereignen sich immer wieder. (Bild Luzerner Polizei)

Solche Unfälle wie hier auf der A14 bei Buchrain am 3. Dezember 2015 ereignen sich immer wieder. (Bild Luzerner Polizei)

Robert Knobel

Die neue A 4 nach Zürich und der neue Anschluss Buchrain haben die A 14 attraktiver gemacht. Entsprechend hat auch der Verkehr deutlich zugenommen. Passierten 2011 täglich 60 000 Fahrzeuge die A 14 im Bereich Rathausen, waren es im letzten Jahr schon 72 000. Eine Zunahme gab es auch bei den Unfällen – der Anstieg war dabei ungleich stärker als bei der Verkehrsmenge. Seit Eröffnung des Autobahnanschlusses Buchrain 2011 hat sich die Zahl der Unfälle auf der A 14 auf 69 verdoppelt. Das ist mehr als ein Unfall pro Woche. Diese Zahlen hat das Bundesamt für Strassen (Astra) im Auftrag der Luzerner Regierung erhoben. Dies im Zusammenhang mit einer CVP-Anfrage im Kantonsrat zu den Verkehrsproblemen im Rontal. Das Astra bestätigt denn auch, dass es auf der A 14 Probleme gibt – vor allem, weil die Autobahn zu den Hauptverkehrszeiten an der Kapazitätsgrenze angelangt sei.

Im Rathausentunnel krachen am 18. Februar 2016 im Morgenverkehr fünf Autos ineinander. Zwei Personen werden verletzt. (Bild: Luzerner Polizei)Im Rathausentunnel krachen am 18. Februar 2016 im Morgenverkehr fünf Autos ineinander. Zwei Personen werden verletzt. (Bild: Luzerner Polizei)
03.12.2015: Aufffahrunfall bei Buchrain. Drei Personen verletzt. Sachschaden: 100'000 Franken. (Bild: Luzerner Polizei)03.12.2015: Aufffahrunfall bei Buchrain. Drei Personen verletzt. Sachschaden: 100'000 Franken. (Bild: Luzerner Polizei)
30.11.2015: Auffahrkollision im Baustellenbereich vor dem Tunnel Rathausen. Involviert waren fünf Autos. Verletzt wurde niemand. Sachschaden: mehrere 10'000 Franken. (Bild: Luzerner Polizei)30.11.2015: Auffahrkollision im Baustellenbereich vor dem Tunnel Rathausen. Involviert waren fünf Autos. Verletzt wurde niemand. Sachschaden: mehrere 10'000 Franken. (Bild: Luzerner Polizei)
20.11.2015: Auffahrunfall mit fünf Autos und Lieferwagen in Ebikon. (Bild: Luzerner Polizei)20.11.2015: Auffahrunfall mit fünf Autos und Lieferwagen in Ebikon. (Bild: Luzerner Polizei)
Ein Fahrzeuglenker wurde verletzt. Sachschaden: 35'000 Franken. (Bild: Luzerner Polizei)Ein Fahrzeuglenker wurde verletzt. Sachschaden: 35'000 Franken. (Bild: Luzerner Polizei)
12.11.2015: Auffahrunfall mit vier Autos in Buchrain. Verletzt wurde niemand. Sachschaden: 20'000 Franken. (Bild: Luzerner Polizei)12.11.2015: Auffahrunfall mit vier Autos in Buchrain. Verletzt wurde niemand. Sachschaden: 20'000 Franken. (Bild: Luzerner Polizei)
07.10.2015: Zwei Auffahrkollisionen in Dietwil und Inwil. Involviert waren fünf Autos. Eine Person wurde verletzt. Sachschaden: Mehrere 10'000 Franken. (Bild: Zuger Polizei)07.10.2015: Zwei Auffahrkollisionen in Dietwil und Inwil. Involviert waren fünf Autos. Eine Person wurde verletzt. Sachschaden: Mehrere 10'000 Franken. (Bild: Zuger Polizei)
21.04.2015: Auffahrunfall zwischen zwei Autos bei Rotkreuz. Verletzt wurde niemand. Sachschaden: mehrere 10'000 Franken. (Bild: Zuger Polizei)21.04.2015: Auffahrunfall zwischen zwei Autos bei Rotkreuz. Verletzt wurde niemand. Sachschaden: mehrere 10'000 Franken. (Bild: Zuger Polizei)
17.04.2015: Auffahrkollision zwischen vier Fahrzeugen. Eine Autofahrerin wird beim Unfall leicht verletzt. Sachschaden: 20'000 Franken. (Bild: Luzerner Polizei)17.04.2015: Auffahrkollision zwischen vier Fahrzeugen. Eine Autofahrerin wird beim Unfall leicht verletzt. Sachschaden: 20'000 Franken. (Bild: Luzerner Polizei)
23.01.2015: Auffahrkollision zwischen fünf Autos bei Buchrain. (Bild: Luzerner Polizei)23.01.2015: Auffahrkollision zwischen fünf Autos bei Buchrain. (Bild: Luzerner Polizei)
Eine Autofahrerin wird leicht verletzt. Sachschaden: 60'000 Franken. (Bild: Luzerner Polizei)Eine Autofahrerin wird leicht verletzt. Sachschaden: 60'000 Franken. (Bild: Luzerner Polizei)
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Auf A14 häufen sich die Unfälle

Gerät misst Abstände

Kein Wunder sind drei von vier Unfällen Auffahrunfälle, meist in Fahrtrichtung Luzern. Wegen Verkehrsüberlastung kommt es dort am Abend regelmässig zu Staus oder stockendem Verkehr. «Die sehr hohe Verkehrsdichte führt bei unaufmerksamer Fahrweise unweigerlich zu Auffahrunfällen», schreibt das Astra. Die Luzerner Polizei hat deshalb kürzlich aufgerüstet. Seit Anfang Jahr besitzt sie ein neues mobiles Messgerät.

Damit kann man nicht nur aus dem fahrenden Polizeiauto die Geschwindigkeit eines anderen Fahrzeuges messen, sondern auch die Abstände zwischen den einzelnen Fahrzeugen. Gerade auf der A 14 seien zu kleine Abstände zusammen mit Ablenkung eine sehr häufige Unfallursache, sagt Franz Xaver Zemp, Chef des Fachbereichs Verkehr bei der Luzerner Polizei. Und meistens haben diese Auffahrunfälle eine Kettenreaktion zur Folge, sodass oft mehrere Fahrzeuge involviert werden.

Doch welchen Abstand müssen Autofahrer überhaupt einhalten? Das Strassenverkehrsgesetz schreibt lediglich vor, dass der Abstand genügend gross sein muss, um jederzeit sicher anhalten zu können. Franz Xaver Zemp sagt dazu: «Eine gesunde Richtschnur ist die 2-Sekunden-Regel.» Das bedeutet: Wenn man einen bestimmten Punkt 2 Sekunden später als das Vorderfahrzeug passiert, dann ist man auf der sicheren Seite. Bei einem Abstand von einer halben Sekunde wirds sehr kritisch, das gilt gemäss Zemp als Nötigung. Ab wann muss man mit einer Anzeige rechnen? Gemäss Zemp liegt die Grenze bei einem Viertel des «Tachoabstands». Das bedeutet: Wer mit 120 km/h unterwegs ist und weniger als 30 Meter Abstand hält, wird verzeigt.

Machts die «Mall» noch schlimmer?

Auffallend viele ereignen sich im Bereich der Ausfahrt Buchrain. Diese ist praktisch seit ihrer Eröffnung chronisch überlastet. Wenn 2017 die Mall of Switzerland eröffnet, wird die Ausfahrt Buchrain zusammen mit dem Rontal-Zubringer noch stärker belastet. Kommt es dann zum Kollaps? Auch diese kritische Frage stellt die CVP in ihrer Anfrage. Doch die Luzerner Regierung beschwichtigt. Die Mall of Switzerland werde nur so viel Zusatzverkehr verursachen, wie von den Strassen geschluckt werden könne. Die Bauherren der «Mall» haben sich vertraglich verpflichtet, die Zahl der Fahrten auf durchschnittlich 8280 pro Tag zu limitieren. Dazu wird jedes ein- und ausfahrende Auto registriert. Zudem werden die Ein- und Ausfahrten mit Ampeln geregelt. Sobald das Verkehrsaufkommen auf der Kantonsstrasse und der Autobahn die Kapazitätsgrenze erreicht, müssen die Autos auf dem Gelände der Mall of Switzerland warten, bis auf den Strassen wieder Platz frei wird. Was die Kantonsstrasse betrifft, ist die Situation heute allerdings deutlich besser als früher. Zwischen 2010 und 2014 sank die Zahl der Fahrzeuge in Ebikon um 16 Prozent – der Verkehr wurde auf die Autobahn verlagert.

A 14/A 2: Spur wurde verlängert

Immerhin, so schreibt das Astra, konnte die Situation auch auf der A 14 in jüngster Zeit etwas entschärft werden.So wurde die Kapazität der Verzweigung Rotsee Ende 2015 erhöht. Konkret wurde die Einfahrtsspur von der A 14 Richtung A 2 (Basel) verlängert. Dadurch fliesse der Verkehr in diesem Bereich nun deutlich besser, so das Astra.

Ein weiteres Ärgernis für viele Autofahrer waren bisher die schlechten Sichtverhältnisse im Tunnel des Rontal-Zubringers. Im vergangenen November wurden deshalb die Lüftungssysteme im Tunnel optimiert. Seither habe es keine grösseren Sichttrübungen mehr gegeben, schreibt die Luzerner Regierung. Man wolle die Lüftungen aber noch auf weitere Optimierungen prüfen – erste Ergebnisse sollen im Sommer vorliegen.

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