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Aalto-Hochhaus bezugsbereit – erst 35 der 91 Wohnungen sind vermietet

Trotz toller Aussicht, Top-Lage und alles im Eigentumsstandard: Die Wiedervermietung der Wohnungen im totalsanierten Aalto-Hochhaus im Luzerner Schönbühl-Quartier läuft mässig. Vor allem eine davon dürfte zur Knacknuss werden.
Roman Hodel
Sieht aus wie neu: Das totalsanierte Aalto-Hochhaus im Schönbühl-Quartier (Bilder: Boris Bürgisser, Luzern 29. August 2019)

Sieht aus wie neu: Das totalsanierte Aalto-Hochhaus im Schönbühl-Quartier (Bilder: Boris Bürgisser, Luzern 29. August 2019)

Hochbetrieb herrscht dieser Tage in der zweistöckigen Eingangshalle des Aalto-Hochhauses beim Shopping-Center Schönbühl in Luzern. Handwerker montieren Briefkästen oder verpassen Fensterrahmen den letzten Anstrich. Es sind die letzten Arbeiten vor dem grossen Wiederbezug des Gebäudes, der am Samstag begonnen hat. Vieles hier ist noch original erhalten von 1968 und trägt die Handschrift des finnischen Star-Architekten Alvar Aalto, der das Haus damals entworfen hat – darunter etwa die röhrenförmigen Deckenlampen oder der dunkelrote Klinkerboden.

«Aber alles selbstverständlich aufgefrischt», sagt Nicolas von Schumacher von der Besitzerfamilie der Liegenschaft.
Man sieht es bereits von aussen. So wurden etwa sämtliche Fassadenelemente des 50 Meter hohen Gebäudes erneuert. Sie glänzen wie neu. Oder wie von Schumacher es ausdrückt:

«Das Haus macht wieder ‹e Gattig›.»

Gut zwölf Monate dauerte die Totalsanierung des 51-jährigen Hochhauses. Sie kostete rund 23 Millionen Franken. Ein guter Teil davon floss in die Haustechnik. Von Schumacher zeigt als Beispiel die massiven Stahlverstrebungen im Treppenhaus, die aufwendig eingebaut werden mussten. Dank ihnen entspricht das Hochhaus den neusten Vorgaben der Erdbebensicherheit. Ein Rundgang zeigt ferner: Die 91 Wohnungen könnten sich ebenso gut in einem Neubau befinden: Küchen, Bäder, Fenster – alles wurde ersetzt und entspricht nun laut von Schumacher dem Standard einer Eigentumswohnung.

Dazu zählen etwa eigene Waschtürme, sogar in den 1,5-Zimmer-Wohnungen, und Steamer-Geräte zusätzlich zu den Backöfen in allen 3,5- und 4,5-Zimmer-Wohnungen. Und: Neu werden alle Räume mittels Fussbodenheizung gewärmt. Aber trotz neusten Geräten und der nach wie vor beneidenswerten Aussicht auf See und Berge sind von den 91 Wohnungen erst 35 vermietet, hauptsächlich die grösseren mit 3,5 und 4,5 Zimmern. Das sind weniger als 40 Prozent. Von Schumacher lächelt dies weg. «Doch, doch – ich bin zufrieden», sagt er, wohlwissend um die Bedeutung des Adjektivs im ökonomischen Kontext – «zufrieden» reicht eigentlich nicht. Aber er hat natürlich eine Erklärung dafür:

«Viele Interessenten mieten die Wohnung nicht gerne ab Plan – sie wollen das Endprodukt sehen und dies geht halt erst jetzt.»

Insofern rechne er in den kommenden Wochen mit einem Anstieg der Vermietungen. Dass es an den Preisen liegt, kann sich von Schumacher nicht vorstellen: «Wir sprechen den Mittelstand an und da gibt es durchaus einen Markt.» Eine 3,5-Zimmer-Wohnung mit 95 Quadratmetern kostet je nach Etage und Lage zwischen 2040 und 3390 Franken brutto – vor der Sanierung waren die Wohnungen um bis zu einem Drittel günstiger. Viel mehr ortet der Eigentümer das Problem im «zunehmenden Überangebot» an mittelpreisigen Wohnungen in der Region Luzern: «Zudem schwächelt die Wirtschaft – das alles wirkt sich auf den Wohnungsmarkt aus.» Dies macht sich nicht zuletzt bei der Vermietung der rund 400 Quadratmeter grossen Penthouse-Wohnung bemerkbar, die sich über das gesamte Dachgeschoss erstreckt.

Was für eine Aussicht! (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 29. August 2019)Was für eine Aussicht! (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 29. August 2019)
Das Aalto Hochhaus im Schönbühl von aussen. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 29. August 2019)Das Aalto Hochhaus im Schönbühl von aussen. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 29. August 2019)
Das Aalto Hochhaus im Schönbühl von aussen. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 29. August 2019)Das Aalto Hochhaus im Schönbühl von aussen. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 29. August 2019)
Das Aalto Hochhaus im Schönbühl von aussen. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 29. August 2019)Das Aalto Hochhaus im Schönbühl von aussen. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 29. August 2019)
Das Aalto Hochhaus im Schönbühl von aussen. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 29. August 2019)Das Aalto Hochhaus im Schönbühl von aussen. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 29. August 2019)
Das Aalto Hochhaus im Schönbühl von aussen. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 29. August 2019)Das Aalto Hochhaus im Schönbühl von aussen. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 29. August 2019)
Das Aalto Hochhaus im Schönbühl von aussen. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 29. August 2019)Das Aalto Hochhaus im Schönbühl von aussen. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 29. August 2019)
Das Aalto Hochhaus: Einblick in den Eingangsbereich. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 29. August 2019)Das Aalto Hochhaus: Einblick in den Eingangsbereich. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 29. August 2019)
Das Aalto Hochhaus von innen. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 29. August 2019)Das Aalto Hochhaus von innen. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 29. August 2019)
Das Aalto Hochhaus von innen. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 29. August 2019)Das Aalto Hochhaus von innen. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 29. August 2019)
Das Aalto Hochhaus von innen. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 29. August 2019)Das Aalto Hochhaus von innen. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 29. August 2019)
Das Aalto Hochhaus von innen. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 29. August 2019)Das Aalto Hochhaus von innen. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 29. August 2019)
Das Aalto Hochhaus von innen. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 29. August 2019)Das Aalto Hochhaus von innen. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 29. August 2019)
Das Aalto Hochhaus von innen. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 29. August 2019)Das Aalto Hochhaus von innen. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 29. August 2019)
Das Aalto Hochhaus von innen. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 29. August 2019)Das Aalto Hochhaus von innen. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 29. August 2019)
Das Aalto Hochhaus von innen. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 29. August 2019)Das Aalto Hochhaus von innen. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 29. August 2019)
Das Aalto Hochhaus von innen. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 29. August 2019)Das Aalto Hochhaus von innen. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 29. August 2019)
Das Aalto Hochhaus hat eine grandiose Aussicht. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 29. August 2019)Das Aalto Hochhaus hat eine grandiose Aussicht. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 29. August 2019)
Das Aalto Hochhaus von innen. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 29. August 2019)Das Aalto Hochhaus von innen. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 29. August 2019)
Das Aalto Hochhaus von innen. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 29. August 2019)Das Aalto Hochhaus von innen. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 29. August 2019)
Das Aalto Hochhaus von innen. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 29. August 2019)Das Aalto Hochhaus von innen. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 29. August 2019)
Das Aalto Hochhaus von innen. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 29. August 2019)Das Aalto Hochhaus von innen. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 29. August 2019)
Das Aalto Hochhaus von innen. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 29. August 2019)Das Aalto Hochhaus von innen. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 29. August 2019)
Das Aalto Hochhaus von innen. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 29. August 2019)Das Aalto Hochhaus von innen. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 29. August 2019)
Das Aalto Hochhaus von aussen. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 29. August 2019)Das Aalto Hochhaus von aussen. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 29. August 2019)
Das Aalto Hochhaus von aussen. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 29. August 2019)Das Aalto Hochhaus von aussen. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 29. August 2019)
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So sieht das totalsanierte Aalto-Hochhaus in Luzern aus

Von Schumacher wird für diese Wohnung aufwendigere Vermarktungskanäle nutzen: «Vor der Sanierung lebte hier ein Ehepaar aus dem Ausland und wir suchen wieder international, denn für ein solches Objekt kommen, im Gegensatz zu vor ein paar Jahren, nur wenige Interessenten in Frage.» Was vermutlich auch am Preis liegen dürfte, den von Schumacher nach wie vor nicht verraten möchte.

Zur Diskretion passt auch die neue Klingelanlage im Erdgeschoss – sie dient freilich allen Mietern. Wer jemanden im Aalto-Hochhaus besuchen möchte, muss künftig auf einem Bildschirm mittels Tastatur den Namen des Mieters eintippen und kann erst dann bei der entsprechenden Wohnung klingeln.

Die Bewohner wiederum sehen über einen Bildschirm, wer am Eingang steht und können die Türe öffnen – oder den Zutritt verweigern. Ein Durchscrollen der Mieternamen am Bildschirm wird laut von Schumacher nicht möglich sein. Er sagt:

«In der heutigen Zeit, wo Datenschutz hochgehalten wird, erachten wir es als unnötig verifizieren zu können, wer denn nun alles in diesem Haus wohnt.»

Kostenpflichtige Veloparkplätze – von Schumacher von den Reaktionen «überrascht»

Velo-Parkplätze  Mieter bezahlen im Aalto-Hochhaus für einen Veloparkplatz 25 Franken im Monat. Dieser Umstand sorgte im Frühling für Schlagzeilen (wir berichteten). Die SP reichte gar ein Postulat ein. Sie fordert den Stadtrat auf, zu prüfen, ob die Baubewilligungsauflage ergänzt werden kann. Und zwar so, dass Veloparkplätze zur Grundausstattung eines Gebäudes gehören und folglich kein Mietzins dafür verlangt werden darf. Der Vorstoss ist noch hängig. Von Schumacher sagt dazu: «Ich bezweifle, dass der Staat in diesem Mass bei Privaten eingreifen sollte.»

Er versteht die Aufregung ohnehin nicht: «Wir verlangen seit 30 Jahren etwas für die Velo-Parkplätze im Hochhaus, weil die dafür nötige Fläche bei einem so grossen Gebäude ins Geld geht – noch nie hat sich jemand beklagt.» Dafür biete man einen nummerierten Velo-Parkplatz in der Einstellhalle, neu auch mit Stromanschluss fürs E-Bike. Dass er mit dieser Praxis ziemlich allein dasteht, verneint von Schumacher: «Ich weiss von anderen Vermietern, die das ähnlich handhaben.» Trotzdem: Keine der neuen Überbauungen wie etwa Kriens-Mattenhof verlangt für Veloabstellplätze einen Mietzins. Von Schumacher stellt sich auf den Standpunkt, dass es nicht Aufgabe von Privaten sei, den Veloverkehr zu fördern: «Weder ein Velo noch ein Auto ist lebensnotwendig zum Wohnen, also ist es legitim, für die Abstellplätze beider Verkehrsmittel etwas zu verlangen. Auch die Stadt verlangt mitunter hierfür Gebühren.» (hor)

Restaurant-Eröffnung verzögert sich

Die Wiedereröffnung des Restaurants im Erdgeschoss des Hochhauses verzögert sich – statt Anfang September dürfte es laut Nicolas von Schumacher Spätherbst werden. Grund: Die Umbauarbeiten benötigen etwas mehr Zeit. (hor)

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