Abbauprodukte von Chlorothalonil im Wiggertaler Grundwasser – Trinken kann man es aber trotzdem

Der Wiggertaler Grundwasserstom wurde auf Pflanzenschutzmittel-Abbauprodukte untersucht. Dabei wurde man fündig, doch das Trinkwasser sei trotzdem von sehr guter Qualität.

Merken
Drucken
Teilen
Wie in anderen Wiggertaler Gemeinden ist auch das Grundwasser in Schötz von Abbauprodukt des Pflanzenschutzmittels betroffen.

Wie in anderen Wiggertaler Gemeinden ist auch das Grundwasser in Schötz von Abbauprodukt des Pflanzenschutzmittels betroffen.

Corinne Glanzmann (11. Oktober 2019)

(se) Die Gemeinden Altishofen, Dagmersellen, Egolzwil, Reiden und Schötz schreiben in einer gemeinsamen Medienmitteilung, dass Abbauprodukte von Chlorothalonil im Grundwasser gefunden wurden. Dieses gegen Pilzbefall eingesetzte Pflanzenschutzmittel ist seit dem 1. Januar 2020 nicht mehr erlaubt. Der Höchstwert für die Abbauprodukte im Trinkwasser wurden auf 0.1 Mikrogramm pro Liter festgelegt. Diese Konzentration von 0.0000001 Gramm pro Liter wurde nur von einem einzigen Abbauprodukt überschritten. Die Konzentration dieses Metaboliten mit der Bezeichnung R471811 weist Werte zwischen 0.10 und 0.29 Mikrogramm pro Liter auf.

Paul Marbach, Geschäftsführer des Grundwasserverbandes Wiggertal erklärt: «Der Metabolit R471811 ist seit Jahrzehnten im Trinkwasser diverser Versorger. Bis vor Kurzem war er jedoch nicht bekannt und konnte somit auch nicht gemessen werden». Die entsprechenden Messverfahren sind erst seit kurzem verfügbar. Viele Wasserfassungen im gesamten Mittelland vom Genfer- bis zum Bodensee seien davon betroffen.

Chlorothalonil

Der Wirkstoff Chlorothalonil wird in der Landwirtschaft seit den Siebzigerjahren etwa beim Anbau von Kartoffeln, Getreide und Gemüse angewendet. Abbauprodukte können ins Grundwasser und somit auch ins Trinkwasser gelangen. Die Verwendung des Pflanzenschutzmittels Chlorothalonil wurde vom Bund vergangenen Dezember verboten, da es als «wahrscheinlich krebserregend» eingestuft wurde. Auch alle Abbauprodukte des Pestizides wurden als potenziell gefährlich beurteilt. (sda)

Trinkwasser nicht gefährdet

Das Abbauprodukt, welches das Wiggertal betrifft, sei laut der Europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde nicht krebserregend. Die Wasserversorgungen geben somit Entwarnung und bestätigen, dass das Trinkwasser weiterhin uneingeschränkt getrunken werden kann. Das Wasser werde regelmässig überprüft und man sei bestrebt, die Höchstwerte der Chlorothalonil-Abbauprodukte einzuhalten. Um die Konzentration im Trinkwasser zu senken, wird das Grundwasser ausserdem mit weniger belastetem Quellwasser gemischt.

Heute gebe es kein praktikables und wirtschaftlich vertretbares Verfahren zur Entfernung der Abbauprodukten. Durch das Verbot von Chlorothalonil werde aber die Konzentration im Grund- und somit auch im Trinkwasser abnehmen. Wie lange dies dauern werde, sei unklar. Dies liege einerseits daran, dass Grundwassersysteme träge reagieren würden. Andererseits seien die Abbauprodukte auch sehr stabil.