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Abendverkauf in Luzern:
Am Freitag herrscht «tote Hose»

Nur noch wenige Ladenbesitzer in der Stadt Luzern nützen den Abendverkauf voll aus. Zu den Ausnahmen gehören grosse Ketten – und Coiffeurgeschäfte.
Hugo Bischof
Blick ins Manor-Warenhaus an der Weggisgasse. (Bild: Nadia Schärli (22. Oktober 2018))

Blick ins Manor-Warenhaus an der Weggisgasse. (Bild: Nadia Schärli (22. Oktober 2018))

Unter der Woche bis 18.30 Uhr, am Samstag bis 16 Uhr und zwei Abendverkäufe bis 21 Uhr: So lauten im Kanton Luzern die gesetzlichen, vom Stimmvolk abgesegneten Ladenschlusszeiten. Doch nun kommt Bewegung in die Sache. Eine vom Luzerner Stadtrat in Auftrag gegebene Studie kommt zum Schluss, dass dank einer «Tourismus-Klausel» auch andere Geschäfte als nur Uhren- und Souvenirläden in der Altstadt länger offen haben könnten (wir berichteten).

Die dadurch angestossene Debatte zeigt: Zumindest am Samstag scheinen längere Öffnungszeiten ein grosses Bedürfnis zu sein; auch der Detaillistenverband könnte damit leben (wir berichteten). Doch wie sieht es während des Rests der Woche aus, etwa an den Stadtluzerner Abendverkaufstagen Donnerstag und Freitag?

Grössere Geschäfte haben tendenziell länger offen

Wir machten die Probe aufs Exempel in der Hertensteinstrasse, einer der Geschäfts-Hauptachsen in der Altstadt. Am Donnerstag vor einer Woche haben wir hier zwischen 19 und 19.30 Uhr 39 Ladengeschäfte abgeklappert – vom Modegeschäft Guess am östlichen Ende bis zum Schuhgeschäft Dosenbach im Westen. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Das Fazit: Immerhin 28 Geschäfte haben donnerstags um diese Zeit noch offen; neun davon bis 20 Uhr, 19 gar bis 21 Uhr.

Auffällig ist: Je weiter man auf der Hertensteinstrasse stadteinwärts Richtung Falkenplatz/Grendel schlendert, desto grösser ist die Chance, ein offenes Geschäft zu finden. Und je grösser das Geschäft, desto länger tendenziell die Öffnungszeit. Donnerstags bis 21 Uhr geöffnet sind etwa das Buchhaus Stocker, die Schuhhäuser Tschümperlin und Dosenbach, Ochsner Sport, C&A, Herren-Globus, Migros, weiter einige Mode-und Lifestylegeschäfte wie Relax, Only, Street One, Esprit, Vero Moda, Jack Jones, Only, Lush oder Calida.

Hertensteinstrasse wirkt wie leergefegt

Am Donnerstag ist in Luzerns Altstadt somit noch Abendverkaufsstimmung vorhanden. Ganz anders am Freitagabend. Dann wirkt die Hertensteinstrasse oft wie leergefegt, potenzielle Kunden sind kaum noch unterwegs. Entsprechen sind dann auch nur noch sieben Geschäfte bis 21 Uhr offen – vor allem Filialen grosser Ketten: Stocker, Tschümperlin, Ochsner, C&A, Herren-Globus, Migros, Relax. Die allermeisten Geschäfte dagegen haben freitags nur noch bis 18.30 Uhr geöffnet, gleich wie an den übrigen Wochentagen. An der Weggisgasse dürfte die Situation ähnlich aussehen.

Bis vor wenigen Jahren war dies noch ganz anders; da war auch der Freitag noch ein richtiger Abendverkaufstag. Eines von vielen Geschäften, das vor zehn Jahren freitags jeweils noch bis 21 Uhr geöffnet war, ist das Kleidergeschäft Calida an der Hertensteinstrasse. «Danach reduzierten wir zunächst auf 20 Uhr», sagt Filialleiterin Mathilde Bachmann. Vor drei Jahren dann ging man auf 18.30 Uhr zurück. «Am Freitagabend läuft zu wenig», betont Bachmann. Ein Problem sei auch, dass es sich bei den Kunden herumgesprochen habe, «dass überall zu ist -als einzelnes Geschäft offen zu haben, lohnt sich nicht».

Die «verlorene Stunde» zwischen 20 und 21 Uhr

Bei anderen Modegeschäften tönt es sehr ähnlich. Von einer «verlorenen Stunde» zwischen 20 und 21 Uhr spricht etwa Pietro Bigoni, Geschäftsführer von Companys (wir berichteten). In dieser «verlorenen Stunde» sind gemäss Insidern die Personalkosten höher als der Umsatz – «tote Hose» also am Freitagabend in der Geschäftsmeile Luzerner Altstadt.

Eine Ausnahme jedoch stellen offenbar Coiffeurläden dar. Viele von ihnen, vor allem in der Neustadt, nützen die Abendverkaufszeiten voll aus. Ein Beispiel: Das Coiffeurgeschäft Eleganti & Kiser an der Winkelriedstrasse 37. «Unsere Abendverkäufe sind meistens gut ausgebucht», sagt Stefan Kiser, einer drei Geschäftsführer. «Wir haben den Vorteil, dass wir auf Termin arbeiten.» Konkret: Die Kundinnen und Kunden kommen auf Voranmeldung, haben also im Voraus bekannte Termine. Ob er bei einer allfälligen Liberalisierung auch am Samstag verlängern würde, weiss Kiser nicht: «Das Kundenbedürfnis wäre sicher da, aber es ist fraglich, ob das für unsere Mitarbeiter stimmen würde.» Er persönlich wäre für eine totale Liberalisierung, sagt Kiser, «so könnte jedes Geschäft selber entscheiden, wann und wie lang es öffnet».

«Eigentlich braucht es gar keine speziellen Abendverkäufe. Wichtig sind praktikable, konsumentenfreundliche, möglichst gleiche Öffnungszeiten während der ganzen Woche.»

André Bachmann, City Vereinigung Luzern

Ein ähnliches Bild wie in Luzern zeigt sich in Sachen Abendverkauf übrigens auch in anderen vergleichbaren Städten: In Zug und St. Gallen führen die meisten grossen Warenhäuser nur donnerstags einen Abendverkauf durch. An den übrigen Abenden wird um 19 Uhr geschlossen. In Winterthur gibt es gar keinen Abendverkauf, dafür ist jeden Tag bis 20 Uhr geöffnet. «Eigentlich braucht es gar keine speziellen Abendverkäufe», sagt André Bachmann von der City Vereinigung Luzern. «Wichtig sind praktikable, konsumentenfreundliche, möglichst gleiche Öffnungszeiten während der ganzen Woche.» Wie lange genau, darüber könne man diskutieren.

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