ABENTEUER: Extremkletterer planen Film in Skandinavien

Fünf Zentralschweizer wollen einen Film über ihre Kletterabenteuer in Schweden und Norwegen drehen. Nun sammeln sie Geld dafür.

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Moritz Waldleben aus Udligenswil beim Training in der Heimat: Die Route befindet sich über der Axenstrasse. (Bild Marco Müller)

Moritz Waldleben aus Udligenswil beim Training in der Heimat: Die Route befindet sich über der Axenstrasse. (Bild Marco Müller)

Natalie Ehrenzweig

«Rockvision – North»: So heisst das Projekt, das fünf junge Zentralschweizer Extremkletterer in Angriff nehmen wollen. Während sechs Wochen möchten sie Skandinavien bereisen und schwierige Routen klettern. Von ihrer Reise wollen sie einen 30- bis 60-minutigen Film produzieren. Dazu brauchen sie ein Fahrzeug, Klettermaterial, aber auch Film- und Fotoausrüstung.

Damit sie sich die Ausrüstung und die Reise leisten können, brauchen Marco Müller (19, Küssnacht), Moritz Waldleben (19, Udligenswil), Ivo Häfliger (20, Grosswangen), Daniel Meyer (20, Buchrain) und Dario Furler (23, Kriens) Geld. 10 000 Franken wollen sie über Crowd- funding im Internet sammeln. Bisher haben sie 3800 Franken beisammen. Sie haben noch 48 Tage Zeit, um die restlichen 6200 Franken zu sammeln. Dann läuft die 100-tägige Sammelfrist ab.

Kletterfilme zur Vorbereitung

«Ich habe mit Filmen angefangen, als ich eine Weile verletzt war», meint Moritz Waldleben lachend. Er schliesst im Sommer das Gymnasium ab. «Wir haben alle gerade die Schule fertig und wollen zusammen zum Abschluss etwas ganz Besonderes machen», erklärt Marco Müller, der schon seine Maturaarbeit mit Fotografie abgeschlossen hat. Zur Vorbereitung schauen sie jede Menge Kletterfilme an und lassen sich durch Kameraführung und Schnitt inspirieren.

Vor allem Norwegen und Schweden haben sie sich als Reiseziel ausgesucht. «Da hat es schöne unberührte Landschaften und viele schwere Routen», betont Müller. «Adam Ondra hat in Flatanger, zirka 700 Kilometer nördlich von Oslo, mit ‹The Change› sogar eine der schwierigsten Routen weltweit eröffnet. Da wollen wir sicher einige Zeit verbringen», weiss Moritz Waldleben.

Die Jungs kennen sich schon seit Jahren, da sie zusammen im Regionalkader Zentralschweiz klettern. Dort trainieren sie auch die jüngeren Teammitglieder. So sind sie auch auf die Goodies gekommen, die sie für die Crowdfunding-Gönner anbieten. Je nach Höhe des gespendeten Betrages hat man neben Credits-Fotos einen Download, eine DVD oder gar einen Kletterworkshop für maximal 20 Personen zugute.

Wie beim Crowdfunding üblich erhalten die fünf das Geld nur, wenn der ganze Betrag zusammenkommt. «Wenn das nicht klappt, haben wir noch keinen Plan B», sagt Moritz Waldleben. Doch in der Zwischenzeit kontaktieren sie Firmen mit ihrer Projektmappe, machen einen Flyer und nehmen mit verschiedenen Leuten Kontakt auf.

«Brauchen viel Ausdauer»

Natürlich müssen sich Marco Müller und seine Freunde auch aufs Klettern vorbereiten. «Wir trainieren viel drinnen in der Kletterhalle Pilatus Indoor in Root oder im Cityboulder in Kriens, da haben wir unsere Leidenschaft zum Klettern gefunden und sind nebenbei auch fit genug für die Reise geworden. Aber wir trainieren auch draussen, etwa im Tessin oder rund um den Vierwaldstättersee», erzählt Müller. «Für Norwegen und Schweden brauchen wir viel Ausdauer, weil die Routen lang und steil sind», freut er sich. Anfang Juli soll es losgehen.

Hinweis

Infos zum Projekt: www.100-days.net/de/projekt/rockvision-north