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Abenteurer Robinson Crusoe: Von der einsamen Insel in die Lehrbücher

Der Romanheld Robinson Crusoe wird 300 Jahre alt. Trotzdem ist er noch in, wie Peter Tremp von der Pädagogischen Hochschule Luzern sagt.
Yasmin Kunz

Wer Robinson hört, der verbindet das wohl gleich mit einem Abenteuer. Diese Assoziation kommt nicht von ungefähr, sondern vom erfolgreichsten Abenteuerroman der Literaturgeschichte: Robinson Crusoe. Die fiktive Geschichte handelt von einem Schiffbrüchigen, der sich als einziger der Besatzung auf eine einsame Insel retten kann. Dort jagt er Tiere, baut sich eine Hütte, wird einst schwer krank, aber er überlebt und kehrt 28 Jahre später in seine Heimat England zurück.

Selbst wer das 1719 erschienene Werk von Daniel Defoe nicht gelesen hat, kennt die Geschichte. Vielleicht weil es zahlreiche Adaptionen – sogenannte Robinsonaden – gibt.

Veranstaltung soll Facetten von Robinson aufzeigen

Heuer feiert der Romanheld Robinson Crusoe seinen 300. Geburtstag. Aus diesem Anlass organisiert das Zentrum für Hochschuldidaktik der Pädagogischen Hochschule (PH) Luzern in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Institut für Kinder- und Jugendmedien eine Veranstaltung im Bourbaki in der Stadt Luzern. Ziel ist es, diverse Facetten der Figur Robinson Crusoe zu thematisieren. Die Veranstaltung richtet sich primär an Erwachsene.

Mitorganisiert wurde der Anlass von Peter Tremp. Er leitet seit Februar dieses Jahres das Zentrum für Hochschuldidaktik der PH Luzern. Zuvor war er für die PH Zürich tätig. Der Erziehungswissenschaftler hat sich intensiv mit dem Werk von Daniel Defoe und etlichen abgeänderten Erzählungen auseinandergesetzt, zumal Robinson Crusoe lange traditioneller Schulstoff war. «Früher war Robinson Crusoe in der Primarschule im Lehrplan und in Lesebüchern verankert.»

Peter Tremp. (Bild: Dominik Wunderli, Luzern, 18. Oktober 2019)

Peter Tremp. (Bild: Dominik Wunderli, Luzern, 18. Oktober 2019)

Der Abenteuerroman wurde mit diversen Schulthemen verknüpft, sagt Peter Tremp. Von der Geografie (wohin reiste Robinson) bis hin zur Naturkunde (welchen Pflanzen und Tieren ist er begegnet), selbst Singen und Rechnen wurden mit der Robinson-Geschichte verbunden. Auch heute noch sei der Abenteurer Robinson Crusoe allgegenwärtig – zum Beispiel in Form von Spielplätzen, die nach ihm benannt wurden.

Es gäbe nicht viele Werke, deren Bedeutung so lange anhalte, meint Tremp. «Robinson dient auch heute noch vielen als Inspiration.» Erst kürzlich habe er bei einer Ausstellung in Lausanne ein grosses Kunstwerk entdeckt, worauf die Figur Robinson Crusoe gemalt war. «Der Roman ist ein europäisches Kulturdenkmal.»

Robinson wurde Lehrbuch für Erziehung

Mit Erziehung im eigentlichen Sinne hat das Werk allerdings wenig zu tun, wie Peter Tremp einräumt: «Der Originalroman ist kein Erziehungsroman, sondern gehört eher zur damaligen Reiseliteratur.» Anders sieht es mit nachkommenden Werken aus, die sich an das Original von Daniel Defoe anlehnen und dabei von Anregungen des Pädagogen und Philosophen Jean-Jacques Rousseau inspiriert sind. «Robinson wird damit ein Lehrbuch für Erziehung und Unterricht. Viele dieser Werke haben einen moralisierenden Aspekt und gehen bisweilen sehr freizügig mit dem Original um», so Tremp. Seine Empfehlung: «Defoe lesen!».

Zwei weitere bekannte Referenten im Bourbaki

Am 13. November ebenfalls referieren werden Hannes Binder, Schweizer Comiczeichner, Illustrator und Maler, sowie Manuela Kalbermatten, Redaktorin Buch&Maus am Schweizerischen Institut für Kinder- und Jugendmedien und Verantwortliche für die Kinderbuchseite der «Neuen Zürcher Zeitung».

Hinweis: Am 13. November finden um 17 Uhr im Bourbaki am Löwenplatz 11 im Rahmen des Jubiläums «300 Jahre Robinson» Referate und eine Filmvorstellung (Robinson Crusoe auf Deutsch) statt. Der Filmeintritt kostet 10 Franken. Die Referate sind gratis. Eine Anmeldung ist nicht nötig.

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