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Abfall in Luzerner Gewässern: Fischer kritisieren Ineffizienz bei Kläranlagen

Watte, Binden, Zigarettenschachteln – das fliesst bei hohem Wasserbestand ungehindert durch die Luzerner Kläranlagen in die Gewässer. Der Fischereiverband Kanton Luzern fordert die Behörden zum Handeln auf. Der Kanton verweist seinerseits darauf, dass die Umsetzung von entsprechenden Massnahmen mehrere Jahrzehnte dauert.
Linda Leuenberger
Ein Teil des Abfalls bleibt an den Stäben hängen. (Bild: Fischereiverband Kanton Luzern)

Ein Teil des Abfalls bleibt an den Stäben hängen. (Bild: Fischereiverband Kanton Luzern)

«Wer im Luzerner Lido badet, meint, er schwimme in sauberem Wasser», sagte Markus Fischer, Präsident des Fischereiverbandes Kanton Luzern (FKL), in einer Rede vor den Delegierten des Verbandes. Die Badenden sähen nicht, was der Würzenbach nach einem Gewitter an Abfall in den Vierwaldstättersee spüle.

Bei starkem Wasseranfall seien die Regenbecken nicht in der Lage, ihre Funktion auszuüben: Die sogenannte Überlastmenge fliesse ungefiltert in die Gewässer, erklärt der FKL in einer Mitteilung. Das sei laut Fischer nicht nur das Problem einer einzelnen Anlage:

«Wir kriegen von Fischern aus dem ganzen Kanton Meldungen mit wüsten Bildern, von der Suhre über Rothenburg bis zum Würzenbach.»

In den vergangenen zwei Jahren hätte der Fischereiverband und die örtlichen Fischpächter wiederholt auf die Missstände hingewiesen. Von Seiten der Behörden sei der Eindruck entstanden, man wolle das Problem aussitzen, gar verheimlichen. Das könne der Fischereiverband nicht akzeptieren, sagt Markus Fischer und schiebt nach:

«Die Fischer fordern die kantonale Verwaltung und die Gemeinden auf, hinzustehen, das Problem beim Namen zu nennen und zu handeln.»

Patrick Graf, Teamleiter Abwasser der kantonalen Dienststelle für Umwelt und Energie, nimmt Stellung: Die Kanalisationen und die Kläranlagen könnten in den vorhandenen Mischsystemen bei Starkregen nicht sämtliches Regenwasser verarbeiten. Deswegen brauche es nebst Regenbecken auch die Entlastung aus der Kanalisation in die Gewässer.

Systeme, in welchen Regen- und Schmutzwasser getrennt werden können– sogenannte Trennsysteme – seien in vielen Quartieren noch nicht vorhanden. Die Kanalisationssysteme seien zum einen komplex und hätten zum anderen eine Lebensdauer von bis zu 100 Jahren. Die Umwandlung von Misch- in Trennsysteme sei daher nur schrittweise realisierbar und mit hohen Kosten verbunden.

Die Siedlungsentwässerung liegt in der Verantwortung der Gemeinden und Gemeindeverbänden. Diese erarbeiten eine Generelle Entwässerungsplanung, in welcher die vom Fischereiverband kritisierte Regenentlastung der Kanalisation in die Gewässer auf ihre Auswirkungen untersucht wird. Diese Planung zeige die vorhanden Defizite und die nötigen Massnahmen zur Behebung dieser Defizite auf. Graf sagt dazu:

«Der Kanton hat die Gemeinden aufgefordert, die Massnahmenpläne zügig umzusetzen. Die Umsetzung wird jedoch mehrere Jahre bis Jahrzehnte dauern.»

Viele Gemeinden unternähmen überdies bereits grosse und kostspielige Anstrengungen zur Verbesserung der Situation.

(Bild: Fischereiverband Kanton Luzern)

(Bild: Fischereiverband Kanton Luzern)

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