Abfallberge und Einbruchversuch: Luzerner Kirche verbietet Aufenthalt auf ihrem Areal

Wer sich unerlaubt auf dem Areal der Johanneskirche im Würzenbach-Quartier aufhält, muss mit der Wegweisung rechnen. Die Repression sei nicht gewollt, aber leider nötig, heisst es bei der Kirche.

Roman Hodel
Drucken
Teilen

Die Katholische Kirchgemeinde der Stadt Luzern greift zu einem aussergewöhnlichen Mittel. Wer das Areal der Johanneskirche betritt, sieht an verschiedenen Orten Plakate mit folgendem Text:

Wer sich unerlaubt auf dem Areal im Luzerner Würzenbach-Quartier aufhält, muss also mit Konsequenzen rechnen. Die Plakate hängen seit dem 1. Mai, wie Urban Schwegler, Sprecher der Katholischen Kirche Stadt Luzern, auf Anfrage sagt. Das Fass zum Überlaufen gebracht hat ein Einbruchversuch in die Räumlichkeiten der Jugendarbeit, weswegen die Polizei zugezogen werden musste.

Denn der Einbruchversuch ist nicht der einzige Grund für das Plakat: «Die Pfarreileitung stellt insbesondere im Zuge der Coronakrise eine Zunahme von Jugendlichen und jungen Erwachsenen fest, die sich abends auf dem Areal aufhalten», sagt Schwegler Das sei bislang ausdrücklich erlaubt und auch kein Problem gewesen. «Doch nun häuften sich Sachbeschädigungen wie Graffiti und Reklamationen wegen Nachtruhestörung und liegengebliebenem Abfall.» Deshalb habe man in Absprache mit der Polizei zu diesem Aufenthaltsverbot greifen müssen.

Die Johanneskirche im Würzenbach-Quartier

Die Johanneskirche im Würzenbach-Quartier

Bilder: hor (Luzern, 13. Mai 2020)

«Diese Repression ist nicht gewollt und wir würden die Plakate gerne wieder wegnehmen», betont Schwegler. Die Kirche setze eigentlich lieber auf den Dialog. «Nur leider stiess man in diesem Fall auf wenig Gehör.» Dabei kenne die Pfarrei in der Regel die Jugendlichen, die sich hier aufhalten. Aber in den letzten Monaten seien immer mehr Leute von auswärts dazu gekommen. Laut Schwegler ist die Johanneskirche eine Ausnahme: «Nirgendwo sonst in der Stadt mussten wir ein solches Verbot aussprechen.» Was daran liegen könne, dass das Areal im Würzenbach-Quartier relativ verwinkelt sei. Verzeigt wurde bisher niemand. Man behalte die Situation im Auge.

Mehr zum Thema