ABFALLREGLEMENT: Bald drastisch weniger Altglas-Sammelstellen

Die Gemeindeverbände für Kehrichtbeseitigung und Abwasserreinigung werden zusammengeschlossen. Das hat Auswirkungen für Luzern – und für das mit der Stadt fusionierte Littau.

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Die Separat-Sammelstellen sollen in der fusionierten Stadt Luzern – wie etwa hier auf dem Bild in Horw – unterirdisch verlaufen. (Bild Philipp Schmidli/Neue LZ)

Die Separat-Sammelstellen sollen in der fusionierten Stadt Luzern – wie etwa hier auf dem Bild in Horw – unterirdisch verlaufen. (Bild Philipp Schmidli/Neue LZ)

In der Stadt Luzern haben die Einführung des «Fairursacher-Tarifs» im Jahr 2003 und der Ausbau der Separatsammlungen für wiederverwertbare Materialien die Abfallströme deutlich beeinflusst, wie das Tiefbauamt mitteilt. Während sich die Kehrichtmengen um fast die Hälfte reduzierten, habe die Menge der separat gesammelten Wertstoffe sehr stark zugenommen. Deshalb müsse das Leistungsangebot überprüft und optimiert werden. Dies soll im Rahmen einer neuen Abfallbewirtschaftung geschehen, deren Umsetzung bis spätestens 1. Januar 2013 vorgesehen ist.

25 Mio. Franken jährliche Ersparnis
Die Stadt Luzern ist seit langem Mitglied der Gemeindeverbände für Kehrichtbeseitigung (GKLU) und Abwasserreinigung (GALU). Die beiden Verbände wurden 1965 gegründet und sollen 2010 unter dem Namen «Real» (Recycling Entsorgung Abwasser Luzern) zusammengeschlossen werden. Ziel von Real ist, eine wirtschaftliche, ökologische und kundenfreundliche Abfallbewirtschaftung zu garantieren und die Bewirtschaftung von Siedlungsabfällen und Abwasser sowie die Energiegewinnung aus dem Verwertungsprozess aus einer Hand zu bieten. Der GKLU geht davon aus, dass durch diese Bündelung der Kräfte die heutigen Gesamtkosten von 25 Mio. Franken pro Jahr für die Abfallbewirtschaftung in den Verbandsgemeinden um rund 10 Prozent gesenkt werden können. Für die zukünftige Stadt Luzern ergeben sich Kosteneinsparungen von insgesamt rund 780?000 Franken pro Jahr.

Die wichtigsten Änderungen im Überblick:

Kehrichtsammlungen
In der Stadt Luzern wird heute der Kehricht zweimal pro Woche gesammelt, in Littau einmal. Wegen der veränderten Mengen reiche es, wenn der Kehricht in den äusseren Gebieten der fusionierten Stadt Luzern ein- statt zweimal wöchentlich gesammelt wird (frühestens ab 1. Januar 2010). Im Einzelfall werden für bestimmte Liegenschaften zusätzliche Container und Containerstandplätze nötig sein. Die Kosteneinsparungen beim Kehricht betragen insgesamt rund 450'000 Franken.

Separat-Sammelstellen
Die Separat-Sammelcontainer (Glas, Büchsen/Dosen usw.) seien zu klein geworden, die Leerung ist aufwändig und der Lärmschutz ist unbefriedigend. Wo möglich, wird neu ein unterirdisches System angewendet. Der Sammelrhythmus kann dank mehr Fassungsvermögen reduziert werden, und die Leerung ist dank speziellem Kranwagensystem effizienter. Es können jedoch nicht alle Sammelstellen ersetzt werden, da die Kranwagen an gewissen Standorten durch Bäume, Vordächer oder vbl-Leitungen behindert würden. Dies ergibt eine Reduktion von heute 34 auf zukünftig 18 Sammelstellen. Nur so könnten die grösseren, kosten- und lärmoptimierten Systeme eingeführt werden. Unter Einbezug der Quartiervereine wird sichergestellt, dass die Standorte benutzerfreundlich und für alle gut erreichbar sind. Durch die Umrüstung können Kosten von rund 330'000 Franken pro Jahr eingespart werden.

Gebühren Abfallbewirtschaftung
Wie bis anhin werden die Kosten der Abfallbewirtschaftung vollumfänglich über Gebühren finanziert, das heisst aus einer Mischung aus regionaler Sack- bzw. Gewichtsgebühr (Fairursachentarif) und Grundgebühr. In Littau wird die Grundgebühr seit einigen Jahren gemäss Einheiten (Wohnungen, Arbeitsstätten) erhoben, in Luzern gemäss dem Promille-Satz der Gebäudeversicherungssumme. In der fusionierten Stadt Luzern wird die Grundgebühr nach dem Stadtluzerner System berechnet werden. Dies ergibt in Littau geringfügige Verschiebungen der zu entrichtenden Grundgebühr.

Die Stadt Luzern soll als Verbandsgemeinde bei Real mitwirken. Die Abfallbewirtschaftung wird dadurch an Real übertragen. Die beteiligten Gemeinden müssen ihre kommunalen Abfallreglemente aufheben. Der Stadtrat beantragt dem Grossen Stadtrat mit einem Bericht und Antrag anstelle des bisherigen Abfallreglements den Erlass des Umsetzungsreglements Real.

scd