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Wegen Asbest : Herdschwand-
Abriss in Emmen verzögert sich

Eigentlich sollte der Rückbau des ehemaligen Betagtenzentrums Herdschwand im September abgeschlossen sein. Nun dürfte es Februar werden. Und: Wegen Beschwerden könnte es auch beim Neubauprojekt zu Verzögerungen kommen.
Beatrice Vogel
Die Gebäude des ehemaligen Betagtenzentrums Herdschwand in Emmen sind zum Abriss bereit. (Bild: Roman Hodel, 31.Januar 2018)

Die Gebäude des ehemaligen Betagtenzentrums Herdschwand in Emmen sind zum Abriss bereit. (Bild: Roman Hodel, 31.Januar 2018)

Schnell vorwärts machen - das wollte der Gemeinderat nach der Abstimmung vom 4. März. Damals befürwortete das Emmer Stimmvolk den Abriss des ehemaligen Betagtenzentrums Herdschwand mit einem Ja-Stimmen-Anteil von 56 Prozent (wir berichteten). Irgendwann soll auf dem Areal die Wohnüberbauung Neuschwand entstehen. Bis auf das ehemalige Personalhaus und den Spycher sollen alle heute stehenden Gebäude verschwinden. Die Gemeinde will mit dem baldigen Rückbau Unterhalts- und Betriebskosten sparen.

Schon im April präsentierte der Gemeinderat den vorgesehenen Zeitplan: Der Rückbau soll Mitte Juli beginnen und Ende September abgeschlossen sein. Doch in der Zwischenzeit hat sich der Start verschoben. «Die Abklärung der Altlasten war aufwendiger als gedacht, deshalb die Verzögerung», begründet der Emmer Baudirektor Josef Schmidli (CVP). Bei den 1974 erbauten Gebäuden sei in diversen Bauteilen mehr festgebundener Asbest als angenommen entdeckt worden, wodurch eine umfassendere Altlastensanierung nötig wird.

Eigentlicher Abriss zwischen November und Februar

Der neue Zeitplan sieht nun wie folgt aus: Ende August beginnen die Vorbereitungsarbeiten für den Abriss. Laut Schmidli wird in dieser Zeit das Areal eingezäunt und soweit nötig gerodet («aber selbstverständlich keine geschützten Bäume»). Im September beginnt die Altlastensanierung und zwischen Mitte November und Mitte Februar soll dann der eigentliche Rückbau erfolgen. Für den Abriss der Herdschwand hat das Volk einen Kredit von 1,5 Millionen Franken bewilligt. Dieser wird später vom Käufer zurückgezahlt. Die Kosten für die Altlastensanierung gehen gemäss Vorkaufvertrag und geltendem Gesetz zu Lasten des Verkäufers, also der Gemeinde.

Da es sich um einen umfangreichen Gebäudekomplex handelt, wird beim Rückbau viel Material abgeführt werden müssen. Für die Anwohner der Oberhofstrasse, über welche die Baustelle erschlossen wird, bedeuten die vielen Lastwagenfahrten auch Immissionen. Bei der Anwohnerinformation seien diesbezüglich mehrere kritische Fragen aufgetaucht, so Schmidli. «Wir nehmen aber auf die Gegebenheiten Rücksicht und gewährleisten die Sicherheit auf der Strasse, indem mit Verkehrsregelung das Kreuzen von Lastwagen verhindert wird.»

Beschwerden gegen Öffentlicherklärung

Die Oberhofstrasse beschäftigt die Behörden noch anderweitig. Sie soll nämlich auch als Erschliessung für die spätere Neuschwand-Überbauung dienen. Die Krux an der Sache: Die Strasse befindet sich im Grundeigentum diverser Privater. Zwar wurde sie immer als Zufahrt zum Betagtenzentrum genutzt, was bisher auch kein Problem war. Ausserdem hat der Gemeinderat 2008 die Oberhofstrasse rechtskräftig als Gemeindestrasse dritter Klasse eingereiht. Allerdings: Damit eine Gemeindestrasse im Privateigentum dem Gemeingebrauch gewidmet werden kann, ist zusätzlich eine Öffentlicherklärung nötig. «Der Gemeinderat hat es vor zehn Jahren unterlassen, eine Öffentlicherklärung zu machen», sagt Josef Schmidli. «Darauf sind wir im Rahmen des Planungsprozesses der Neuschwand gestossen.»

Der Gemeinderat hat deshalb im Herbst letzten Jahres die Öffentlicherklärung der Oberhofstrasse eingeleitet. Gegen den Entscheid des Gemeinderats haben mehrere Grundeigentümer Verwaltungsbeschwerde erhoben. Diese liegen aktuell vor Kantonsgericht. Solange die Öffentlicherklärung der Oberhofstrasse nicht rechtskräftig vorliege, sei die Erschliessung des Bauprojekts Neuschwand rechtlich nicht gewährleistet, so Schmidli.

Neuüberbauung hängt von Gerichtsverfahren ab

Auf den Rückbau und die Baustellenerschliessung haben die Beschwerden keinen Einfluss - wohl aber auf den Fortgang der Neuüberbauung. Der Luzerner Regierungsrat, der den Bebauungsplan noch genehmigen muss, kann dies erst tun, wenn die Beschwerden und somit die Erschliessung der Neuschwand geregelt sind. Bevor der Regierungsrat den Bebauungsplan nicht genehmigt hat, kann auch die Bauherrschaft kein Baugesuch einreichen. Je nachdem, wie lange sich das Gerichtsverfahren hinzieht, dürfte es also noch eine Weile dauern, bis auf der Herdschwand etwas Neues entsteht.

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