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ABSCHIED: Franz Stadelmann muss gehen

Die Jodler-Legende wurde gestern von der Luga verabschiedet. Die Messe Luzern möchte etwas Neues, als Trost und Dank erhielt er die erste lebenslängliche Luga-Dauerkarte.
Anja Glover
Franz Stadelmann mit seiner «Lieblings-Messemitarbeiterin» Renate Ulrich (links) und Volksmusikstar Monika Kälin (rechts). (Bild: Anja Glover)

Franz Stadelmann mit seiner «Lieblings-Messemitarbeiterin» Renate Ulrich (links) und Volksmusikstar Monika Kälin (rechts). (Bild: Anja Glover)

Anja Glover

stadt@luzernerzeitung.ch

«Kein anderer Mensch war mit so viel Herzblut an der Luga mitwirkend», betonte Markus Lauber, der Vorsitzende der Geschäftsleitung der Messe Luzern gestern während der Verabschiedung von Franz Stademann. Der traditionelle Nachwuchswettbewerb Prix Franz soll für Neues vom Programm weichen.

Damit der Jodler der Luga aber trotzdem nicht fernbleibt, erhielt er gestern die erste lebenslängliche Luga-Dauerkarte. «Ich werde bestimmt wieder an die Messe kommen, ich bin ein Kind der ersten Stunde,» so Franz Stadelmann. Auch beim Musizieren denkt er noch lange nicht ans Aufhören. Zusammen mit seiner Schwester Vreny Stadelmann seien sie bereits jetzt das am längsten bestehende Jodel-Duo.

Abschied mit ein wenig Wehmut

«Es ist schon schade», wiederholt Franz Stadelmann immer wieder mit einem tiefen Seufzer. Seit 18 Jahren vereint der Jodler und Komponist Volksmusikfreunde an der Frühlingsmesse und gibt jungen Musikern eine Plattform, um ihr Können unter Beweis zu stellen. «Mein Wunsch ist es, und war es schon immer, jungen Menschen zu helfen. Ich war auch mal jung und hätte mir eine solche Auftrittmöglichkeit sehr gewünscht», so der bald 75-Jährige.

Der Prix Franz soll weiter­leben, wie ist noch unklar

Er gehört so fest zur Schweizer Volksmusiklandschaft, wie das Säulirennen zur Luga. Der Nachwuchswettbewerb, benannt nach seinem Gründer, fand aber ­gestern zum letzten Mal statt – ­zumindest im Rahmen der Luga: «Die Messe Luzern möchte den Anlass nicht mehr, im Umfeld der Volksmusik werde ich aber dazu gedrängt, weiterzumachen.»

Obwohl Tradition bei der Luga einen hohen Stellenwert geniesst, sei es den Veranstaltern auch wichtig, neue Trends an die Luga zu holen. Luzia Roos, die Messeleiterin der Luga, meint dazu: «Nach diesen vielen und erfolgreichen Jahren möchten wir nun für die Förderung junger Volksmusiktalente ein neues Format schaffen.» Wie diese Form aussehen wird, sei noch unklar. Volksmusikstar und Mitorganisatorin Monika Kälin bedauert den Entscheid, ist aber zuversichtlich: «Mit dem Prix Franz ist es noch nicht vorbei, da bin ich mir sicher. Es braucht den Wettbewerb, und der Prix Franz braucht Franz Stadelmann, ein anderer kann das nicht», so Kälin.

Gehen, wenn es am schönsten ist

Die Darbietungen am gestrigen Wettbewerb reichten von Alphornblasmusik, über Jodler bis hin zu Ländlerkapellen. Es dürfte wohl für jeden Folklorefan etwas zu hören gegeben haben. Dabei durften die Darbieter nicht älter als 20 Jahre alt sein. Die begehrte Glocke im Wert von 500 Franken ging gestern an das Schwyzerörgeli-Duo Mälchbärg unter der Leitung von Wendelin und Berta Iten. Die Jungmusiker überzeugten die Jury mit ihrem dynamischen Spiel und der freundlichen Bühnenpräsenz. «Sie haben sich deutlich von den übrigen Teilnehmenden abgehoben. Die Entscheidung war für uns eindeutig», so Jury-Mitglied Monika Kälin. Das Gewinnerteam ist nun automatisch für den Kleinen Prix Walo nominiert.

Beim Nachwuchswettbewerb an der Luga wurden schon einige Nachwuchstalente entdeckt, welche später auf grossen Volksmusikbühnen Erfolg hatten. Was als kleines Projekt vor vielen Jahren begonnen hat, geniesst heute nationale Ausstrahlung. «Mich kennt man, ich habe ein riesiges Netzwerk», verkündet der bekannte Jodler und Komponist stolz. Er zögert eine Weile, meint dann, dass er von der Messe immer sehr unterstützt worden sei und daher auf eine sehr schöne Zeit zurückblicken könne. Dann sieht er auf, lehnt sich zurück und fügt an: «Man hört ja bekanntlich auf, wenn etwas seinen Höhepunkt erlebt.»

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