ABSTIMMUNG: Das Stadt-Nein ist ein «Wehrmutstropfen»

Der Streit um das 23-Millionen-Projekt ist entschieden: Ende Jahr ist Baubeginn beim Reusswehr. In der Stadt übt man Selbstkritik.

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Kantonsingenieur Fredy Rey (hinten) und Regierungsrat Max Pfister beim Reusswehr. (Bild Chris Iseli/Neue LZ)

Kantonsingenieur Fredy Rey (hinten) und Regierungsrat Max Pfister beim Reusswehr. (Bild Chris Iseli/Neue LZ)

Das Luzerner Reusswehr wird schon bald ausgebaut. 58 Prozent der Stimmberechtigten, die im Kanton an die Urne gingen, sagten Ja zum Ausbau des Reusswehrs. Nicht so in der Stadt, wo die Bevölkerung das Projekt fast ebenso klar abgelehnt hatte: Gleich 18 der 20 Quartiere hatten das Projekt abgelehnt; Total 56 Prozent der Stimmzettel trugen ein Nein. Am stärksten abgelehnt wurde der Ausbau in der reussnahen Altstadt (Nein-Stimmen-Anteil von 67 Prozent). Die Stimmbeteiligung betrug im Kanton 45,3 und in der Stadt 50,2 Prozent.

«Das Resultat in der Stadt ist ein Wermutstropfen», sagt der kantonale Baudirektor Max Pfister. «Die Stadtbewohner liessen sich wohl durch die breite Propaganda und die konfusen Argumente der Ausbaugegner verunsichern.» Die Vorwürfe des Gegenkomitees, dass der Baugrund instabil sei und eine grosse Gefahr berge, konterte Pfister so: «Wir haben das Projekt bei der ETH simuliert. Es wird erfolgreich sein.» Das deutliche Nein aus der Stadt will er dennoch nicht auf die leichte Schulter nehmen. «Wir werden den Ausbau wie geplant durchführen. Und wir setzen alles daran, dass die Bauarbeiten die Stadtbevölkerung und die Touristen so wenig wie möglich beeinträchtigen.»

«Kaum Unterschied»
Es sei in der Stadt eine grosse Angst da gewesen, man könnte ein Denkmal verlieren, sagt Pfister. «Dem ist nicht so. Wenn das Wehr fertig gebaut ist, wird selbst ein Luzerner den Unterschied kaum erkennen.»

Beim überparteilichen Komitee Reusswehr, das gegen das Ausbauprojekt gekämpft hat, zeigt man sich wenig überrascht. «Wir haben ein solches Resultat erwartet», sagt Peter Kühni, Mitglied des Komitees. «Der Kanton hat der Bevölkerung viele Infos vorenthalten.» So habe er beispielsweise nicht über den instabilen Baugrund informiert, der ausgebaggert werden muss.

Luzia Mattmann

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Montag in der Neuen Luzerner Zeitung.