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ABSTIMMUNG: Die Gemeinde Kriens wird zur Stadt

Das Stimmvolk heisst die Umbenennung von Gemeinde in Stadt Kriens sowie die Änderung des Wappens überraschend deutlich gut. Die Änderung bringen aber auch Pflichten mit sich, finden Grüne und SP.
Nach der Abstimmung vor dem Krienser Gemeindehaus: Gemeindeschreiber Guido Solari und die Gemeinderäte Judith Luthiger-Senn, Lothar Sidler, Matthias Senn, Cyrill Wiget und Franco Fae (von links) mit dem neuen Gemeindewappen. (Bild: Philipp Schmidli (Kriens, 4. März 2018))

Nach der Abstimmung vor dem Krienser Gemeindehaus: Gemeindeschreiber Guido Solari und die Gemeinderäte Judith Luthiger-Senn, Lothar Sidler, Matthias Senn, Cyrill Wiget und Franco Fae (von links) mit dem neuen Gemeindewappen. (Bild: Philipp Schmidli (Kriens, 4. März 2018))

Stefan Dähler

stefan.daehler@luzernerzeitung.ch

Nach dem Eklat in der Lohnfrage hatte der Krienser Gemeinderat am Sonntag wieder Grund zur Freude. In sämtlichen Punkten folgte die Bevölkerung den Vorschlägen der Exekutive: Die revidierte Gemeindeordnung wurde mit 57 Prozent (5263 Ja zu 4038 Nein-Stimmen) angenommen. In den Variantenfragen waren die Resultate noch deutlicher. Für die Umbenennung von Gemeinde in Stadt sprachen sich 62 Prozent aus, für die Änderung des Wappens 68 Prozent. Die Stimmbeteiligung betrug 52 Prozent.

Die Einführung des Stadtbegriffs wurde vor elf Jahren noch klar abgelehnt. «Ich bin erfreut und überrascht von der Deutlichkeit des Resultats», sagt daher Gemeindepräsident Cyrill Wiget (Grüne). «Das Resultat zeugt von Aufbruchstimmung und zeigt, dass sich Kriens aus Sicht der Bevölkerung mit dem neuen, urbanen Zentrum nicht in die falsche Richtung bewegt.» Dies bedeute nicht, dass die Pflege von Traditionen, des Vereinswesens oder der Erhalt des Naturraums an Bedeutung verliere. «Die Umbenennung ist ein Ausdruck von Selbstbewusstsein und eine selbstbewusste Gemeinschaft legt auch Wert auf die eigene Geschichte und ihre Traditionen.»

Ab 2019 heisst der Gemeinderat neu Stadtrat

Die Änderungen treten per 1. Januar 2019 in Kraft. Aus dem Gemeinderat wird der Stadtrat, der Einwohnerrat behält seine Bezeichnung. «Das bedeutet aber nicht, dass wir nun alle Schilder und Fahnen abreissen», sagt der designierte Stadtpräsident Wiget. Ersatz gebe es, wenn etwas sowieso neu gemacht werden müsse. Ausserdem hat der Gemeinderat aufgrund des ebenfalls per 1. Januar 2019 vorgesehenen Umzugs der Verwaltung in das neue Zentrum Pilatus unabhängig vom Abstimmungsresultat bereits ein Redesign des Erscheinungsbildes geplant. Dieses betreffe beispielsweise Embleme, Briefpapiere oder die Internetseite. Die Umbenennung und die Einführung des neuen Wappens könnten daher kostenneutral umgesetzt werden.

Verpflichtet die Bezeichnung Stadt nun die Exekutive, sich stärker dafür einzusetzen, dass Kriens wie andere Städte belebte Zentren erhält? «Das ist im aktuellen Legislaturprogramm sowieso schon vorgesehen», sagt Wiget. Mit der Eröffnung des Kulturquadrats in der ehemaligen Schappe-Fabrik ist ein erster Schritt getan.» Weiter laufen Projekte zur sozialräumlichen Entwicklung im Gebiet Luzern Süd und zur Steigerung der Aufenthaltsqualität im Gebiet des historischen Zentrums. «Eine Herausforderung ist nun, dass auch das gewerbliche Leben gestärkt wird. Das wird, auch angesichts der Probleme des Detailhandels aufgrund der Digitalisierung, nicht ganz einfach.» Diesbezüglich ist nun auch eine Initiative der CVP hängig (Ausgabe vom Freitag).

Im Vorfeld gegen den Stadtbegriff ausgesprochen hatten sich SVP und FDP – auf eine Kampagne verzichteten sie aber. Die Enttäuschung über das Abstimmungsresultat hält sich dementsprechend in Grenzen. «Wir können mit dem Resultat leben», sagt SVP-Fraktionschef Räto Camenisch. Wichtiger sei, dass die revidierte Gemeindeordnung mit den notwendigen Anpassungen an das kantonale Finanzhaushaltsgesetz durchgekommen ist. Für FDP-Fraktionschef Beat Tanner widerspiegelt das Resultat «die Aufbruchstimmung in Kriens. Es sind nun die richtigen Weichen für die Zukunft gestellt worden».

Erfreut sind CVP, SP und Grüne. CVP-Fraktionschef Andreas Vonesch spricht von einem «logischen Schritt». Für SP und Grüne bringt die Umbenennung aber auch Pflichten mit sich: Diese sei «ein Auftrag, städtisch zu denken und städtebaulich entsprechend zu handeln», sagt Bruno Bienz, Fraktionschef der Grünen. Ein Beispiel sei die Gestaltung von Freiräumen mit Aufenthaltsqualität. SP-Fraktionschef Cla Büchi fordert zudem «eine professionellere Kommunikation» angesichts des Knatschs um die Löhne.

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