ABSTIMMUNG: Ebikon sagt Ja zur Einführung der Billettsteuer

Die Erhebung der Billettsteuer wird in Ebikon nun mit einem Reglement klar definiert. Grösster Zahler wird das Kino in der Mall of Switzerland sein. Wie viel Geld die Steuer in die Kassen der Gemeinde spülen wird, ist aber unklar.

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Noch ist das Innere der Mall of Switzerland eine grosse Baustelle. (Bild: Nadia Schärli (Ebikon, 18. Mai 2017))

Noch ist das Innere der Mall of Switzerland eine grosse Baustelle. (Bild: Nadia Schärli (Ebikon, 18. Mai 2017))

Christian Glaus

christian.glaus@luzernerzeitung.ch

Ebikon bittet kommerzielle Veranstalter zur Kasse. Diese müssen 10 Prozent des Eintrittsgelds an die Gemeinde abgeben. Das gibt das Billettsteuerreglement vor, das am Sonntag vom Stimmvolk mit 73 Prozent gutgeheissen worden ist. Ausgenommen sind Veranstaltungen von Ortsvereinen, gemeinnützigen Stiftungen und der Gemeinde Ebikon selbst. Auch Veranstaltungen mit weniger als 10'000 Franken Besuchereinnahmen sind von der Billettsteuer befreit.

Der grösste Zahler wird künftig das neue Multiplexkino in der Mall of Switzerland sein. Speziell im Hinblick auf die Eröffnung der Mall hat die Gemeinde das Reglement erarbeitet. Dass eine Billettsteuer verlangt wird, ist für Ebikon allerdings nicht neu. Bereits früher mussten Veranstalter einen Teil der Ticketeinnahmen abliefern. Mit dem Reglement wird nun aber Rechtssicherheit geschaffen.

«Akzeptanz beim Volk ist da»

Unklar ist, wie hoch die Einnahmen aus der Billettsteuer künftig sein werden. Die Firma Pathé Suisse, welche das Multiplexkino mit zwölf Sälen in der Mall betreiben wird, rechnet mit hohen Zahlungen an die Gemeinde. «Im Vollbetrieb wird es rund eine Million Franken pro Jahr sein, die wir als Billettsteuer abliefern müssen», sagte Brian Jones, Berater von Pathé, gegenüber unserer Zeitung (Ausgabe vom 25. April). Der Kinobetreiber hatte nicht mit einer Billettsteuer gerechnet. Man werde den Businessplan anpassen müssen, so Jones. Zurzeit will er sich nicht weiter zum Thema äussern. 

Die Ebikoner Finanzvorsteherin Susanne Troesch-Portmann hingegen rechnet mit tieferen Einnahmen. «Die von Pathé genannte Zahl halte ich für massiv zu hoch. Ich rechne maximal mit der Hälfte.» Das sei aufgrund der Erfahrungen in Emmen realistisch, wo die Kitag ein Multiplexkino mit acht Sälen betreibt. Die Einnahmen der Billettsteuer wird Ebikon erstmals für 2018 in ihren Voranschlag aufnehmen. 

So oder so: Der Zustupf ist in Ebikon willkommen. Troesch rechnet damit, dass der Kanton die Gemeinden künftig noch stärker belasten wird. Dies insbesondere, nachdem das Stimmvolk am Sonntag die kantonale Steuererhöhung abgelehnt hat. 

Mit der Schaffung eines Billettsteuerreglements bewegt sich Ebikon gegen den Trend. In den meisten anderen Städten oder Kantonen wurde die Steuer seit den 1980er-Jahren abgeschafft, so etwa in der Stadt Zug oder in den Kantonen Bern, Baselland und Zürich. «Wir halten uns an die geltende Gesetzgebung im Kanton und orientieren uns an den Nachbargemeinden», sagt Troesch dazu. Die Abstimmung habe gezeigt, dass die Steuer auf breite Akzeptanz stosse. «Die Abschaffung müsste vom Kanton her kommen. Ich glaube aber nicht, dass das in naher Zukunft geschehen wird.»