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ABSTIMMUNG: Generationenprojekt soll es richten

Die Gemeinde Knutwil steht vor dringenden Anpassungen bei der Infrastruktur. Deshalb will der Gemeinderat in einem ersten Schritt für 6,8 Millionen Franken das Teilprojekt Seebli realisieren.
Ernesto Piazza
Wappen von Knutwil. (Bild: PD)

Wappen von Knutwil. (Bild: PD)

Ernesto Piazza

ernesto.piazza@luzernerzeitung.ch

Als «alt, sanierungsbedürftig und zu klein» charakterisiert Gemeindepräsidentin Priska Galliker (CVP) kurz und knapp die Infrastrukturbaustellen in Knutwil. Deshalb entscheiden die Stimmbürger am 4. März über einen Sonderkredit von 6,8 Millionen Franken für das Teilprojekt Seebli Knutwil. Dieses beinhaltet den Neubau eines Feuerwehrlokals, eines Werkhofs mit Sammelstelle und einer Fussballanlage.

Der Fussballplatz sei 51 Jahre alt und verbraucht. Zudem könne er wegen ungenügender Massen nur noch dank Spezialbewilligung für Meisterschaftsspiele genutzt werden. Die Situation bei den Garderoben entspreche auch nicht mehr den heutigen Standards, sagt Galliker. Weiter betont sie: «Die Arbeitsbedingungen im Werkhof bedürfen dringender Anpassungen. Ebenfalls wurde bei der Feuerwehr die externe Unterbringung des Tanklöschfahrzeuges von der Gebäudeversicherung schon vor Jahren nur auf Zusehen hin und zeitlich limitiert bewilligt – im Wissen, dass ein neues Lokal geplant ist.»

Bei dieser Kumulierung von ­Baustellen kommt die Frage auf, ­weshalb die Gemeinde mit ­ ihrem ­Investitionsbedarf so in die Bredouille geraten ist. Galliker erklärt: «Knutwil befand sich lange im Kantonalen Finanzausgleich und musste die Investitionen haushälterisch planen.» Das änderte sich um die Jahrtausendwende: Damals wurde im Dorfteil St. Erhard im Gebiet Wiberg ­Ge­­meindeland eingezont. Für Fussball und Feuerwehr gab es in Knutwil schon Projekte, diese wurden aber abgelehnt. Eine Vorlage der öffentlichen Hand brauche mehr Zeit als ein privates Projekt, sagt die Gemeindepräsidentin. «Hätten wir aber in den letz­ten 40 Jahren alle 10 Jahre einige Millionen investiert, stünden wir nicht da, wo wir heute sind.»

Knacknuss: Verhandlungen mit Landanstössern

Nach rund zwei Jahren – 2016 beauftragten die Stimmbürger den Gemeinderat mit der Planung – liegt nun der Wurf vor. Die Ausarbeitung des Projekts war für die Exekutive aufwendig und nicht immer einfach. Eine Knacknuss bildete, mit den umliegenden, davon betroffenen Landanstössern Vereinbarungen zu treffen. Diese brauchte es, um die notwendige Erschliessung sicherzustellen.

Das jetzt vorliegende Projekt sieht im Detail so aus: Die neue Fussballanlage soll ein Haupt- und ein Juniorenspielfeld beinhalten. Letzteres kann ebenfalls als Trainingsplatz genutzt werden. Zur Anlage gehört auch ein Clubhaus. Dieses wird dem FC Knutwil als Rohbau übergeben. Die Einrichtungen finanzieren die Fussballer. Die Feuerwehr Knutwil-Mauensee derweil habe ihr Raumprogramm anhand der Vorgaben der kantonalen Gebäudeversicherung und den Bedürfnissen für einen funktionellen Betriebsablauf entworfen, schreibt der Gemeinderat in der Botschaft. Beim Werkhof schliesslich entspreche der Raumbedarf demjenigen anderer vergleichbarer Kommunen sowie dem vorhandenen Fahrzeugpark. Zudem biete der Werkhof den Mitarbeitern die nötige Infrastruktur. Die Kosten von 60 000 Franken für die Sammelstelle kommen aus der Spezialfinanzierung Abfallbeseitigung. Dorthin floss der Betrag, weil der Fonds des Gemeinde­verbandes für Abfallbeseitigung Luzern Landschaft für eine Deponieerweiterung in Ufhusen aufgelöst wurde.

Gemeinde steuert 3,8 Millionen Franken bei

Der 6,8-Millionen-Sonderkredit teilt sich auf in 4 Millionen Franken für Gebäude und 2,8 Mil­lionen für die Aussenanlagen. Ungefähr 1,3 Millionen des Bruttobetrags werden über die Spezialfinanzierung Wasser, Abwasser und Abfallentsorgung gedeckt. Durch Beiträge Dritter, insbesondere des FC Knutwil, der Gebäudeversicherung Luzern und der Gemeinde Mauensee, fliessen rund 1,7 Millionen in das Projekt. Letztlich belasten noch 3,8 Millionen der Investitionsrechnung die Laufende Rechnung. Das sei verkraftbar, sagt Galliker. Zwar hat Knutwil auf 2021 eine Steuererhöhung um ­einen Zehntel auf 2,25 Einheiten im Finanzplan eingestellt, «aber Stand heute ist sie auf jenen Zeitpunkt erst zu prüfen», so die Gemeindepräsidentin.

Und dennoch gibt es kritische Stimmen. Diese monieren vor allem, dass Knutwil für die Fussballanlage Seebli viel Geld ausgebe. Galliker hingegen spricht von einem Generationenprojekt, «für dessen Umsetzung es jetzt höchste Zeit ist.» Doch was passiert, wenn das Volk den Sonderkredit ablehnt? «Wir haben keinen Plan B. Dann bleibt der unhaltbare Status quo», betont die Gemeindepräsidentin. Bei einem Ja sind die Fertigstellung des Sportplatzes und die Inbetriebnahme des Gebäudes für 2021 geplant.

Neben diesem Projekt entscheidet der Souverän am 10. Juni über den zweiten Teil der gesamten Infrastrukturerneuerung. Er befindet über einen Sonderkredit von 11 Millionen Franken für die neue Mehrzweckhalle St. Erhard.

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