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ABSTIMMUNG: Horwer sagen deutlich Ja zur Kirchfeld-Auslagerung

Satte 74 Prozent der Stimmberechtigten haben die Überführung des Kirchfelds in eine gemeinnützige AG gutgeheissen. Über das Resultat staunt selbst Sozialvorsteher Oskar Mathis – er hat aber eine mögliche Erklärung.
Luftaufnahme vom Kirchfeld, dem Haus für Betreuung und Pflege in Horw. (Bild: Pius Amrein (Horw, 19. Februar 2018))

Luftaufnahme vom Kirchfeld, dem Haus für Betreuung und Pflege in Horw. (Bild: Pius Amrein (Horw, 19. Februar 2018))

Im Vorfeld kaum umstritten, alle Parteien waren einverstanden: Ein Ja für die Auslagerung des Horwer Pflegezentrums Kirchfeld in eine gemeinnützige Aktiengesellschaft war zwar zu erwarten, doch das deutliche Resultat überraschte am Sonntag selbst den zuständigen Sozialvorsteher Oskar Mathis (L20): «Es dürfte damit zusammenhängen, dass unsere Vorlage ausgewogen war und bereits im Einwohnerrat breit unterstützt wurde.»

4141 stimmten der Auslagerung zu, 1488 dagegen. Dies entspricht einem Ja-Stimmen-Anteil von 74 Prozent. Zum Vergleich: Im Jahr 2009 hatten in Emmen 67,5 Prozent Ja gesagt zur Überführung der Pflegezentren in eine AG, 2014 in der Stadt Luzern 61,5 Prozent und letztes Jahr in Kriens gar nur 52,5 Prozent. Mathis sagt dazu: «Es ging bei uns nie um eine Sparmassnahme – das ist bei der Bevölkerung offensichtlich angekommen.»

Dank des Entscheids erhält das «Kirchfeld» mehr unternehmerischen Spielraum. Es kann schneller auf die sich schnell verändernden Bedürfnisse der Bewohner reagieren – beispielsweise wenn mehr Einzelzimmer verlangt werden. Die langwierigen und aufwendigen politischen Prozesse fallen weg.

Der Fahrplan sieht nun wie folgt aus: Die Kirchfeld AG wird rückwirkend auf den 1. Januar gegründet. Sie bleibt zu 100 Prozent in Gemeindebesitz. Der Gemeinderat wird zudem die Stellen für den Verwaltungsrat ausschreiben. «Uns liegen bereits einige Spontan-Bewerbungen und auch Vorschläge aus der Bevölkerung vor», sagt Mathis. Einen der fünf Verwaltungsräte wird der Gemeinderat stellen – es wird voraussichtlich Mathis selber sein. Bis Ende Juni soll die Zusammensetzung des Gremiums stehen. Bis dann ist ein Übergangs-Verwaltungsrat im Einsatz, zusammengesetzt aus der Projektgruppe. Das Grundstück überlässt die Gemeinde der AG für 100 Jahre im Baurecht und zu einem jährlichen Zins von 166000 Franken.

«Taxen bleiben mittelfristig auf gleichem Niveau»

Von der neuen Rechtsform werden weder die Bewohner noch die Mitarbeiter viel mitkriegen, wie Mathis versichert: «Die Taxen bleiben – wie in der Vorlage festgehalten – mittelfristig auf gleichem Niveau.» Und die 167 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden von der AG für drei Jahre zu den bisherigen Bedingungen übernommen. In dieser Zeit wird der Verwaltungsrat die künftige Regelung, etwa bezüglich eines allfälligen Gesamtarbeitsvertrags, aufgleisen.

Durch die Auslagerung wird das «Kirchfeld» mit 19,3 Millionen Franken Eigenkapital ausgestattet. Dadurch kann es die Investitionen von fast 29 Millionen Franken in die 2018 bis 2022 geplante Sanierung aus eigener Kraft bewältigen. Und: Trotz AG wird auch der Einwohnerrat weiterhin ein Wörtchen mitreden können – und zwar über die Beteiligungsstrategie und das Organisationsreglement.

Roman Hodel

roman.hodel@luzernerzeitung.ch

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