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ABSTIMMUNG: Neue Munition im Fremdsprachenstreit

Am Wochenende sprach sich das Zürcher Stimmvolk für zwei Fremdsprachen auf der Primarstufe aus. Ob das deutliche Resultat Signalwirkung für die bevorstehende Luzerner Abstimmung hat, ist Ansichtssache.
Ismail Osman
Der Streit um den Fremdsprachenunterricht dauert im Kanton Luzern an. (Symbolbild: Keystone/Gaetan Bally (Zürich, 12. März 2015))

Der Streit um den Fremdsprachenunterricht dauert im Kanton Luzern an. (Symbolbild: Keystone/Gaetan Bally (Zürich, 12. März 2015))

Ismail Osman

ismail.osman@luzernerzeitung.ch

Mit deutlichen 60,8 Prozent wurde die Zürcher Fremdsprachen­initiative an der Urne ohne Wenn und Aber abgelehnt. Somit wird in Zürich weiterhin sowohl Französisch wie auch Englisch auf der Unterstufe unterrichtet. Das Resultat kann man aus Luzerner Sicht nicht ignorieren – über das hiesige Pendant zur Initiative, welche den Unterricht einer der beiden Fremdsprachen auf die Sekundarstufe verlegen möchte, wird im September an der Urne befunden.

Entsprechend blickten sowohl die Luzerner Initianten wie auch die Regierung nach Zürich. Aus dem Resultat ziehe man jedoch verschiedene Schlüsse.

Die Botschaft deutlicher rüberbringen

Annamarie Bürkli, Präsidentin des Luzerner Lehrerinnen- und Lehrerverbandes und Mitglied des Initiativkomitees «Eine Fremdsprache auf der Primarstufe», kommentiert das Resultat so: «Es zeigt, dass das Volk die Idee nicht grundsätzlich ablehnt. Allerdings schreckte die von der Zürcher Regierung angekündigte Abschaffung des Frühenglisch ab, welche fälschlicherweise als generelle Abschaffung des Englischunterrichts aufgefasst wurde.» Dies habe man beim Luzerner Initiativkomitee bereits vor dem Zürcher Abstimmungsresultat erkannt. Entsprechend will dieses in den Abstimmungsunterlagen noch deutlicher unterstreichen, dass man für das Erlernen von zwei Fremdsprachen sei. «Die Frage ist doch: Wie kommt das Kind bis ans Ende der Volksschule am besten zu diesem Resultat?», argumentiert Bürkli.

Das deutliche Resultat aus Zürich habe nicht wirklich Aussagekraft über die Aussichten der Luzerner Initiative: «Im Gegensatz zu Zürich können wir klar ausweisen, wie schlecht das heutige Fremdsprachenkonzept funktioniert.» Sie verweist auf die Fremdsprachenevaluation der Bildungsdirektorenkonferenz Zentralschweiz (BKZ), welche aufzeigt, dass der Anteil der Achtklässler, die im Französischunterricht die Lernziele erreichen, bedenklich tief ist. So erfüllen beim Sprechen nur 3,4 Prozent der Schüler die Vorgaben, beim Schreiben sind es rund 37 Prozent (wir berichteten). «Wir können belegen, dass hier viel Steuergeld für ein nicht funktionierendes System verlocht wird.»

Bildungsdirektor Reto Wyss sieht im Zürcher Abstimmungsresultat jedoch eine Bestätigung des 3/5-Modells (in Luzern wird ab der 3. Primarstufe Englisch, ab der 5. Französisch unterrichtet): «Es ist sicher ein klares Signal nach Luzern. Wie in Zürich wollen wir auch hier keine Insel­lösung, schon gar nicht mitten in der Zentralschweiz.» Wyss verweist darauf, dass das Modell mit zwei Fremdsprachen in der Primarschule heute in 23 Kantonen umgesetzt wird. Dagegen halten Befürworter der Initiative, dass Luzern im Gegensatz zu Zürich nie dem Harmos-Konkordat beigetreten ist. Deshalb sei man auch nicht angehalten, seine Lehrpläne den anderen Kantonen anzugleichen. Im Abstimmungskampf werde dies keine massgebende Rolle spielen, kontert Wyss: «Die Entscheidung liegt in der konkreten Frage: Wollen wir weiterhin zwei Fremdsprachen in der Primarschule oder nicht?» Auch Wyss sieht beim Französischunterricht Handlungsbedarf: Nebst einer zusätzlichen Wochenlektion soll auch ein neues Lehrmittel eingeführt werden.

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