Abstimmung
Neuer Bushof mit Velostation in Sursee: Stimmvolk sagt Ja zu 24-Millionen-Projekt

Das Surseer Stimmvolk sagt Ja zum neuen Bushof mitsamt unterirdischer Velostation. Bauvorsteher Romeo Venetz zeigt sich erleichtert über das Resultat und will bei der Umsetzung «alle Interessen» miteinbeziehen. Die SVP als Abstimmungsverliererin kündigt an, den Bau «genau zu verfolgen».

Jonas Hess
Drucken
Sursee erhält einen neuen Bushof beim Bahnhof.

Sursee erhält einen neuen Bushof beim Bahnhof.

Bild: Nadia Schärli (14. März 2022)

Das Verdikt ist klar: 1909 Personen legten ein Ja in die Urne, 1482 ein Nein, was einem Ja-Anteil von 56,3 Prozent entspricht. Die Stimmbeteiligung lag bei 48,4 Prozent. Der Surseer Bauvorsteher Romeo Venetz (die Mitte) zeigt sich auf Anfrage «erleichtert über das Ergebnis». Es sei ein langer Prozess gewesen, welcher zehn Jahre gedauert habe.

«Seit meiner Amtseinführung arbeite ich intensiv an diesem Projekt, die Freude ist gross.»

Bushof wird ausgebaut

Der neue Bushof am Bahnhof Sursee soll acht Haltekanten und zwei Kippkanten, bei denen der Bus nur kurz anhält, um die Passagiere aussteigen zu lassen, aufweisen. Weiter ist der Bau einer unterirdischen Velostation mit 1050 Veloparkplätzen geplant. Der Bahnhofplatz soll für Autos weitgehend gesperrt werden, einzig die dort ansässigen Geschäfte können noch angefahren werden.

Insgesamt kostet das Projekt rund 24 Millionen Franken. Davon trägt die Stadt Sursee 10,9 Millionen Franken. Das restliche Geld kommt allen voran vom Kanton Luzern, der 9,5 Millionen beisteuern wird. Weiter beteiligen sich die SBB sowie die umliegenden Gemeinden Oberkirch, Mauensee, Schenkon und Geuensee an der Velostation. (dlw/jh)

Dass trotzdem fast 1500 Stimmberechtigte Nein zum Bushof gesagt haben, überrascht Venetz nicht. «Wir gingen davon aus, dass es nicht so eine hohe Zustimmung geben wird wie bei anderen Abstimmungen.» Der Bauvorsteher nennt die Gesamtkosten und sowie die Finanzierung des Projekts als meist kritisierte Punkte. Auch hätten es Infrastrukturprojekte generell nicht so einfach an der Urne. Zudem: Die unterirdische Velostation sei von einem Teil der Bevölkerung nach dem Nein in der Stadt Luzern zu einem ähnlichen Vorhaben kritisch angesehen worden.

«Hätten wir nur über den Bushof abstimmen lassen, wäre die Opposition wohl geringer gewesen.»

Bauvorsteher will knappe Platzverhältnisse «optimal nutzen»

Ein weiterer Kritikpunkt, den vor allem die SVP Sursee ins Feld führte, war die Planung des Projekts angesichts eines möglichen Durchgangsbahnhofs in Luzern. Das Anliegen: Solange dieser nicht feststeht, sollte man keinen neuen Bushof in Sursee bauen. «Bei solch komplexen Projekten gibt es immer Gründe, um noch zuzuwarten», sagt Venetz. Die nötigen Abklärungen seien gemacht worden. Studien wie auch die SBB würden bestätigen, dass der Bushof mit einem allfälligen Durchgangsbahnhof in Luzern harmonieren würde. Venetz schlussfolgert:

«Die Zeit für die Umsetzung des Bushofes ist reif.»

Bei der Umsetzung sind die knappen Platzverhältnisse aus Sicht von Venetz eine der grössten Herausforderungen. «Wir hatten im Vorfeld alternative Standorte geprüft, aber kamen zum Schluss, dass der neue Bushof am alten Ort bleiben muss.» Nun sei es wichtig, diesen Raum für alle Bedürfnisse optimal zu nutzen.

Das Dach der Busperrons soll ein «Hingucker» werden.

Das Dach der Busperrons soll ein «Hingucker» werden.

Visualisierung: PD

Damit auch Stimmen gehört werden, welche sich im Vorfeld kritisch zum Projekt geäussert haben, will der Bauvorsteher weiterhin mit der Begleitgruppe, die bereits im Vorfeld mitwirkte, weiterarbeiten. Diese bestünde aus den verschiedenen Surseer Parteien und man wolle entsprechend alle Interessen, welche da sind, miteinbeziehen.

SVP zeigt sich erfreut über 44 Prozent Ablehnung

Davon will insbesondere die SVP, die sich als einzige Partei gegen das Bushof-Projekt gewehrt hat, Gebrauch machen. Gemäss Ortspräsident Karl Randa werde man sich verstärkt in der Begleitgruppe einbringen und den Bau des Bushofs «genau verfolgen». Über das Ergebnis, das die SVP Sursee «zur Kenntnis» nehme, ist Randa nicht etwa enttäuscht, sondern «glücklich». Es sei zu erwarten gewesen, dass angesichts des Budgets, das die Stadt für die Ja-Kampagne zur Verfügung gehabt habe, am Schluss ein Ja resultiere. Aber:

«Es ist erstaunlich, dass fast die Hälfte der Stimmenden nicht einverstanden ist, dass so viel Geld verlocht wird.»
Die Strasse vor dem Bahnhof wird für den Autoverkehr weitgehend gesperrt.

Die Strasse vor dem Bahnhof wird für den Autoverkehr weitgehend gesperrt.

Visualisierung: PD

Video: Tele 1

Aktuelle Nachrichten