ABSTIMMUNG: Neuer Kindergarten an Felsberg-Schule

Die Schulanlage Felsberg in der Stadt Luzern gilt als Pionierbau der Schweiz. Nun soll sie renoviert und erweitert werden. Das kostet fast 20 Millionen Franken.

Christian Bertschi
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So soll das sanierte Felsberg-Schulhaus dereinst aussehen. Die alten Mammutbäume bleiben bestehen. (Bild: PD)

So soll das sanierte Felsberg-Schulhaus dereinst aussehen. Die alten Mammutbäume bleiben bestehen. (Bild: PD)

Ende 2015 soll die Schulanlage Felsberg in neuem Glanz erstrahlen. Denn die Stadt Luzern will die 65-jährigen Bauten sanieren und erweitern. Ein entsprechender Kredit in der Höhe von knapp 19 Millionen Franken wird deshalb am 3. März der Stimmbevölkerung zur Annahme empfohlen. Das Stadtparlament hat dem Kredit mit 37 zu 5 Stimmen bei 4 Enthaltungen klar zugestimmt.

Energieverbrauch senken

19 Millionen Franken für eine Schulhaussanierung: Was ist mit diesem Geld geplant? Einerseits werden die bestehenden Schulpavillons saniert. Das Ensemble aus dem Jahr 1948 war die erste grosse Pavillon-Schulanlage in der Zentralschweiz und gilt als bedeutender Pionierbau der Schweiz. Gemäss Stadtrat ist ein Antrag hängig, die Schulanlage ins kantonale Denkmalverzeichnis aufzunehmen. Nun sollen also diese drei aneinandergebauten Pavillons sanft renoviert werden. Am Aussehen wird nichts verändert. Hingegen werden die Klassenräume den heutigen Anforderungen entsprechend angepasst, die Zugänge zu den Räumen im Erdgeschoss werden behindertengerecht gebaut. Besonderes Augenmerk wird auf die Reduktion des Energieverbrauchs gelegt. «Die Stadt hat den Auftrag, ihre Bauten energietechnisch auf ein hohes Level zu setzen», sagt Baudirektorin Manuela Jost mit Blick auf den Ausstieg aus dem Atomstrom, den das Luzerner Stimmvolk beschlossen hat. Auf dem Dach der Turnhalle soll deshalb auch eine Fotovoltaikanlage installiert werden.

Mammutbäume schonen

Neben der Sanierung soll das Felsberg-Schulhaus auch einen Neubau erhalten. Dort sind zwei Kindergarten-Abteilungen vorgesehen sowie die Räume für die Betreuungsangebote wie den Mittagstisch. «Mit den bereits bestehenden Gebäuden entsteht ein ansprechendes und zugleich funktionales Ensemble», sagt Manuela Jost. Der Neubau werde so erstellt, dass die Mammutbäume auf dem Gelände geschont und erhalten bleiben können.

In der parlamentarischen Diskussion betonten Ende Dezember alle Fraktionen den Sanierungsbedarf für das Schulhaus Felsberg. Nicht einig war man sich hingegen, was die Kosten anbetraf. CVP und SVP stellten Kürzungsanträge bei der kontrollierten Lüftung und bei der Installation einer Solaranlage. Auf jeglichen Luxus sei zu verzichten, meinte die CVP, und die SVP erachtete die kontrollierte Lüftung bei einem Kindergarten als «masslos übertrieben». Die Mehrheit des Rates hielt aber an diesen Massnahmen fest. Einzig eine Position in der Höhe von 82 000 Franken für Kunst am Bau wurde gestrichen.

1,1 Millionen pro Schulzimmer

Im Vergleich zu anderen Schulhaussanierungen in der Stadt Luzern ist die Felsberg-Vorlage denn auch eine der teureren – und auch gegenüber den ursprünglichen Planungen ist der Kredit um 3 Millionen Franken höher. Pro Klassenzimmer kostet die Sanierung des Felsberg rund 1,1 Millionen Franken. Nur im Schulhaus Geissenstein (1,4 Millionen) wurde pro Klassenzimmer mehr investiert, im Schulhaus Maihof (934 000 Franken) und im Schulhaus Büttenen (820 000 Franken) waren die Ausgaben pro Klassenzimmer tiefer.

Mit der Erweiterung der Schulanlage Felsberg sei hingegen der Raumbedarf im Nordostteil der Stadt Luzern für die nächsten Jahre abgedeckt, hält der Stadtrat fest. Im Unterlöchli werden sechs, im Felsberg zehn und im Maihof zwanzig Klassenzimmer zur Verfügung stehen. «Langfristig rechnen wir mit einem Bedarf von maximal 36 Klassen und 12 Kindergärten», schreibt der Stadtrat in der Abstimmungsbotschaft.

Alle Parteien sagen Ja zum Kredit

Die Parteien haben alle die Ja-Parole für die Abstimmung ausgegeben, auch die SVP. Grossmehrheitlich, wie Parteipräsident Peter With bestätigt. Auch die CVP steht hinter dem Projekt. «Die Partei hätte zwar aus finanziellen Gründen lieber auf die kontrollierte Lüftung und die Solaranlage verzichtet, doch fand sie dafür im Stadtparlament keine Mehrheit. Für das Gesamtprojekt gibt sie dennoch die Ja-Parole aus», sagt CVP-Grossstadtrat Albert Schwarzenbach. FDP, SP, Grüne und GLP unterstützen die Vorlage des Stadtrates.