ABSTIMMUNG: Uni Luzern soll eine Wirtschaftsfakultät erhalten

Die Luzerner Stimmberechtigten müssen am 30. November entscheiden, ob die Universität Luzern eine wirtschaftswissenschaftliche Fakultät aufbauen darf. Der Ausbau soll dabei mit privaten Geldern finanziert werden.

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Das Luzerner Stimmvolk wird Ende November darüber entscheiden, ob die Uni Luzern eine Wirtschaftsfakultät erhält. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Das Luzerner Stimmvolk wird Ende November darüber entscheiden, ob die Uni Luzern eine Wirtschaftsfakultät erhält. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Die Universität Luzern gibt es in der heutigen Form erst seit 14 Jahren. Mit knapp 2500 Bachelor- und Master-Studentinnen und -Studenten ist sie die kleinste Universität der Schweiz. Sie verfügt lediglich über eine theologische, Kultur- und sozialwissenschaftliche sowie eine rechtswissenschaftliche Fakultät.

Kaum bestritten ist, dass die Universität weiter wachsen soll. Die Universität, der Regierungsrat und das Kantonsparlament wollen deshalb die Universität um eine vierte Fakultät, eine wirtschaftswissenschaftliche, ergänzen. Weil der Kanton deren Aufbau aber nicht finanzieren kann, sollen private Geldgeber einspringen.

Die SP ergriff gegen das neue Universitätsgesetz, das die noch nicht gegründete Wirtschaftsfakultät bereits aufführt, das Referendum. Sie stört sich daran, dass der Aufbau der neuen Fakultät von Privaten finanziert werden soll. Die Unabhängigkeit von Lehre und Forschung und damit die Glaubwürdigkeit der ganzen Universität stehe auf dem Spiel.

SP will mehr Ausbildungsplätze

Die SP wirft der Regierung vor, sich nur aus finanzpolitischen Gründen für eine Wirtschaftsfakultät entschieden zu haben. Die Schweiz brauche keine weitere Universität, an der Wirtschaft studiert werden könne, sondern Ausbildungsplätze für Ingenieur-, Informatik- und Medizinberufe. Zudem werde die neue Fakultät das Wirtschaftsstudium an der Fachhochschule Luzern unnötigerweise konkurrenzieren.

Die Regierung hält dagegen, dass der normale Betrieb der neuen Fakultät über Beiträge der öffentlichen Hand finanziert werde solle. Die Unabhängigkeit bleibe somit gewahrt. Weil dank der neuen Fakultät weniger Luzerner auswärts studieren würden, müsse Luzern weniger Geld an andere Universitäten zahlen und habe mehr Mittel für die eigene zur Verfügung.

Nach Ansicht der Regierung ist die Wirtschaft ein vielversprechender und gefragter Studiengang, der helfe, den Luzerner Unternehmen Fachleute zu sichern. Eine Konkurrenz zur Fachhochschule gebe es nicht, weil dort die Ausbildung praxisorientierter und weniger akademisch sei als an der Universität. (sda)