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Fusion Altishofen und Ebersecken: Der Hochzeitstermin steht fest

Die Gemeinden Altishofen und Ebersecken können auf Januar 2020 fusionieren. Das haben die Stimmbürger klar entschieden. Die beiden Gemeindepräsidenten freuen sich ab dem deutlichen Resultat.
Martina Odermatt
Sie fusionieren: Thomas Roos, Gemeindepräsident von Ebersecken (links) und Urs Kaufmann, Gemeindepräsident von Altishofen. (Bild: Pius Amrein; Altishofen, 23. September 2018)

Sie fusionieren: Thomas Roos, Gemeindepräsident von Ebersecken (links) und Urs Kaufmann, Gemeindepräsident von Altishofen. (Bild: Pius Amrein; Altishofen, 23. September 2018)

Die Erleichterung war Thomas Roos, Gemeindepräsident von Ebersecken (CVP), anzusehen, als er und sein Pendant in der Gemeinde Altishofen, Urs Kaufmann (CVP), zusammen mit Justizdirektor Paul Winiker (SVP), die Resultate der beiden Gemeinde zur Fusion verkündeten. 85 Prozent der Ebersecker Bevölkerung sprachen sich für die Fusion aus. In Altishofen waren es 70 Prozent. «Endlich kann ich wieder beruhigt schlafen», sagte Thomas Roos an der Medienkonferenz, an der auch um die 50 Einwohner teilgenommen hatten. Altishofen und Ebersecken bilden somit ab Januar 2020 eine Gemeinde. Ebersecken wird neu ein Ortsteil von Altishofen. «Das ist ein historisches Ereignis!», sagte Urs Kaufmann.

«Die Gespräche und Diskussionen fanden stets auf Augenhöhe statt.»

Thomas Roos, Gemeindepräsident Ebersecken

Justizdirektor Paul Winiker (SVP) gratulierte den beiden Gemeindepräsidenten und der anwesenden Bevölkerung zum Zusammenschluss. «Es ist eine nachhaltige und weitsichtige Entscheidung, die Sie getroffen haben», sagte Winiker. Und es sei besonders auch von Altishofen eine generöse Geste, dem finanziell schwächer gestellten Ebersecken so auszuhelfen.

Veranstaltungen bauten Ängste ab

Die Finanzen waren es denn auch, die zu Beginn einige Altishofer an der Fusion zweifeln liessen. «Manchmal gab es Phasen der Unsicherheit und Angst bezüglich der finanziellen Lage Eberseckens und deren Auswirkung auf eine Fusion», sagt der Altishofer Gemeindepräsident Kaufmann. Doch mit drei Informationsveranstaltungen habe man den Leuten diese Angst nehmen können. Er ist überzeugt, dass man den Steuerfuss bei 1.8 Einheiten halten könne. Auch sei die Vernehmlassung sehr konstruktiv gewesen. «Es gab kritische Fragen, denen wir nachgegangen sind», so Kaufmann. Dass das Resultat nun so deutlich ausgefallen ist, mache ihn stolz. «Die Altishofer denken nicht nur an sich und ihren eigenen Garten, sondern auch an andere. Das ist in der heutigen Zeit nicht selbstverständlich.»

«Die Altishofer denken nicht nur an sich, sondern auch an andere.»

Urs Kaufmann, Gemeindepräsident Altishofen

Gleich im Anschluss wurden die Verträge unterzeichnet und die Fusion somit besiegelt. «Der Vertrag gibt uns nun die weiteren Schritte vor», sagte Kaufmann. Man habe bewusst nicht viel vorausgeplant. «Wir wollten es nicht verschreien.» Deshalb habe man lediglich einen Sitzungstermin festgelegt. Dort würden dann die weiteren Schritte besprochen und die Aufgaben festgelegt. Roos freue sich auf die weitere Zusammenarbeit. «Die Gespräche und Diskussionen fanden stets auf Augenhöhe statt. Das ist ganz wichtig», fügte der Ebersecker Gemeindepräsident an.

Langjährige Zusammenarbeit

Mit der Unterzeichnung der Verträge erhält die fusionierte Gemeinde 4,6 Millionen Franken vom Kanton. 3,6 Millionen Franken gelten als Fusionsbeitrag, eine Million Franken sind an Investitionsprojekte in Ebersecken gekoppelt. Dieser Unterstützungsbeitrag soll das finanzielle Defizit ausgleichen. «Die beiden Gemeindepräsidenten haben hart aber fair mit dem Kanton verhandelt», sagt Regierungsrat Paul Winiker dazu. «Der Betrag ist gerechtfertigt, weil die Fusion Sinn macht.» Sie sei von unten gewachsen, das sei aus Sicht des Kantons wichtig.

Ebersecken und Altishofen arbeiten bereits seit Jahrzehnten auf verschiedenen Ebenen eng zusammen. Seit 40 Jahren ist die gemeinsame Verwaltung der Gemeinden in Altishofen. Auch auf Ebene Vereine und Pfarrei gibt es eine Zusammenarbeit.

Unter Aufsicht von Justizdirektor Paul Winiker (SVP) erledigen am Tisch (von links) Thomas Roos (Gemeindepräsident Ebersecken), Stefan Mehr (Gemeindeschreiber) und Urs Kaufmann (Gemeindepräsident Altishofen) die Papierarbeit. (Bild: Martina Odermatt, Altishofen, 23. September 2018)

Unter Aufsicht von Justizdirektor Paul Winiker (SVP) erledigen am Tisch (von links) Thomas Roos (Gemeindepräsident Ebersecken), Stefan Mehr (Gemeindeschreiber) und Urs Kaufmann (Gemeindepräsident Altishofen) die Papierarbeit. (Bild: Martina Odermatt, Altishofen, 23. September 2018)

Das sind die nächsten Fusionskandidaten

Hochzeitspläne hegt im Kanton Luzern auch Gettnau. Die finanziell angeschlagene Gemeinde würde sich am liebsten Willisau anschliessen. Ein Workshop hat diesen Sommer gezeigt, dass 48 gegenüber 12 Gettnauern einer Fusion zustimmen würden. Die Fusion soll per 1. Januar 2021 besiegelt werden. Auch ein Gesprächsthema ist ein möglicher Zusammenschluss zwischen Altwis und Hitzkirch. Nicht zum ersten Mal. Die Pläne versanden 2014 aus finanziellen Gründen: Der Kanton stellt den Gemeinden bei einer Fusion einen Beitrag von rund 3,5 Millionen Franken in Aussicht – verlangt hat Hitzkirch hingegen einen Beitrag von rund 10 Millionen. Nun prüfen die Gemeinderäte in Fachgruppen, wie die Zusammenarbeit in den Geschäften ihrer jeweiligen Ressorts aussehen könnte. Zu klären ist neben den Finanzen auch das Schulwesen. Voraussichtlich im Frühling 2019 dürfte die öffentliche Vernehmlassung starten.

Seit der Gemeindereform im Jahr 2000 gingen im Kanton Luzern insgesamt 16 Fusionsabstimmungen erfolgreich über die Bühne, darunter etwa Schwarzenbach, Gunzwil und Neudorf mit Beromünster oder die sechs Gemeinden Gelfingen, Hämikon, Mosen, Müswangen,Retschwil, Sulz mit Hitzkirch. Die bis jetzt letzten Zusammenschlüsse fanden auf Januar 2013 statt. Insgesamt ist die Anzahl Gemeinden von 107 auf 83 gesunken. (avd)

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