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Abstimmungspoker um Pflegeheim in Pfaffnau

In diesen Tagen flattert die Abstimmungsbotschaft der Gemeinde in die Briefkästen. Darin werden die Standorte für ein neues Alters- und Pflegeheim erörtert. Doch nicht alle Vorschläge sind darin berücksichtigt.
Urs-Ueli Schorno

Am 25. November stimmen die Pfaffnauer über den Standort des neuen Alters- und Pflegeheims ab. Dass die innerhalb von zehn Jahren um 500 auf 2600 Einwohner gewachsene Gemeinde ein solches braucht, ist dabei unbestritten. Wo es hin soll – hier gehen die Meinungen auseinander. Der Gemeinderat spricht sich für den bisherigen Standort Murhof aus. Das bestehende Heim ist in die Jahre gekommen und soll ersetzt werden. Während dort das neue Heim entstehen soll, möchte der Gemeinderat in Pfaffnau betreute Wohnungen in einer Überbauung, eine Dorfkerngestaltung und eine neue Lösung für das Gemeindehaus realisieren.

Vor einem Jahr hat sich zudem eine Gemeindeinitiative gebildet. Dieser gehören Rico Camenzind, Rolf Zedi und Barbara Frühauf an. Sie verlangen, dass sich die Stimmbürger an einer Abstimmung für einen Heimstandort Pfaffnau oder einen Heimstandort St. Urban entscheiden dürfen – wie es nun der Fall ist. Die Initianten argumentieren, dass sich Senioren in belebten Ortskernen wohler fühlen als am Dorfrand. Die Nähe zu Supermärkten, Restaurants und Cafés sei für betagte Personen wichtiger als die Ruhe und Natur, die ein Standort ausserhalb bieten würde.

Neuer Standort Parkweiher im Spiel

Rolf Zedi brachte vor rund zwei Wochen einen neuen Standort ins Spiel: Er schlägt die Parzelle hinter dem Parkweiher in Pfaffnau vor. «Das Land steht zum Kauf zur Verfügung, und kann im Abtausch mit dem Murhof in eine öffentliche Zone gewandelt werden», sagt Zedi auf Anfrage. Denn im Zuge der Ortsplanungsrevision kann keine neue öffentliche Zone geschaffen werden, sie müsste im Abtausch mit einer bestehenden öffentlichen Zone umgenutzt werden.

Gemeindepräsident Thomas Grüter (CVP) hält dagegen: «Es ist nicht so einfach, neues Land einzuzonen. Grundsätzlich gibt es schon genügend eingezontes Land in Pfaffnau, etwa die öffentliche Zone im Murhof. Zudem müssten wir für diesen Vorschlag neues Land kaufen.» Die Folge einer Umzonung im Murhof wäre laut Grüter, dass die entsprechenden Flächen in die Landwirtschaftszone zurückgeführt werden müssten. «Damit wäre die künftige Nutzung der Murhofscheune auf landwirtschaftliche Zwecke beschränkt.» So würde ein grosses Entwicklungspotenzial für St. Urban entfallen. Gemäss Dienststelle Raumentwicklung des Kantons Luzern, sind für neue Bedürfnisse bereits eingezonte Areale zu nutzen. Nicht zuletzt würden durch eine Umzonung auch «massive» Vorbereitungskosten anfallen.

In der Abstimmungsbotschaft, die heute in die Haushalte flattert, fehlt die kurzfristig präsentierte Variante «Parkweiher». Es werden aber alle geprüften Standorte aufgeführt. Drei Optionen sind während der Evaluation ausser Rang und Traktanden gefallen: Beim hinter Pavillon in St. Urban verhindert die kantonale Denkmalpflege einen Neubau. Ebenfalls in St. Urban, am Tundwilerweg sei das Grundstück zu klein und die Verkehrsbelastung zu gross. Am Spielhof in Pfaffnau wurde das Angebot durch den Grundeigentümer zurückgezogen. Es bleiben die Standorte im Dorfkern Pfaffnau und beim Murhof St. Urban.

Ein Neubau mit 58 Pflegeplätzen

Diese beiden Varianten wurden eingehender geprüft, ausgehend von 58 Pflegeplätzen, die zu realisieren wären. Das Resultat: Der Neubau eines Pflegeheims – in Pfaffnau würde dies mit rund 25,2 Millionen Franken zu Buche schlagen. Am Standort St. Urban, wo die Gemeinde bereits das Land besitzt, werden die Kosten auf rund 22,5 Millionen Franken geschätzt. Als weitere Gemeindeprojekte wurden ein neues Gemeindehaus inklusive Mehrzweckräume und zwei Wohnungen auf rund 10 Millionen Franken geschätzt. Für die 12 bis 16 Wohnungen, die in Pfaffnau betreutes Wohnen ermöglichen sollen, würden etwa 6,7 Millionen Franken anfallen.

Bei der Abwägung der Stärken und Schwächen der beiden Standorte fiel unter anderem ins Gewicht, dass ein Heim im Zentrum Pfaffnaus zwar «Leben ins Dorf» bringt oder auch durch gute Verkehrsanbindung erschlossen ist. Doch die schwierigere Planung, der notwendige Landerwerb, die eingeschränkten Erweiterungsmöglichkeiten – insbesondere des Demenzgartens – und die ungelöste Nutzung der Murhofscheune sind für den Gemeinderat starke Argumente dagegen. Die Schwächen am Standort Murhof, die abgelegene Lage und die ungenügende ÖV-Anbindung, fallen für ihn da weniger ins Gewicht. Am 13. November – relativ kurz vor der Abstimmung – findet eine Orientierungsversammlung des Gemeinderates statt.

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