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Das müssen Sie über den Umbau der Littauer Zimmereggbadi wissen

Am 26. September entscheidet die Stadtluzerner Bevölkerung über den Sanierungskredit von 14,9 Millionen Franken. Wir stellen das Projekt vor.

Stefan Dähler
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Warum will die Stadt das Waldschwimmbad Zimmeregg sanieren?

Die 1966 erbaute Anlage befindet sich in einem schlechten Zustand. Bädertechnik und Leitungen seien veraltet, schreibt die Stadt. 2014/15 erfolgte zwar eine notdürftige Sanierung wegen Schadstoffen in den Becken, diese seien aber weiterhin undicht. Ursprünglich plante die Stadt wegen der damals angespannten Finanzlage nur eine kleine Sanierung. Inzwischen haben sich die Pläne geändert, die Badi soll für 14,9 Millionen Franken umfassend saniert und attraktiviert werden. Eingerechnet ist der höhere Unterhaltsaufwand während zehn Jahre.

Blick in die Zimmereggbadi. Das 50-Meter-Becken wird auf 25 Meter verkleinert, die orange Rutsche durch eine neue ersetzt.

Blick in die Zimmereggbadi. Das 50-Meter-Becken wird auf 25 Meter verkleinert, die orange Rutsche durch eine neue ersetzt.

Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 2. Juli 2019)

Was ist geplant?

Das alte Betriebsgebäude soll abgerissen und durch zwei Holzbauten ersetzt werden. Der Gastrobereich wird so gestaltet, dass er bei Bedarf auch ausserhalb der Badesaison nutzbar ist. Das 50-Meter-Becken wird durch ein 25-Meter-Becken ersetzt. Auch das Kinderplanschbecken wird ersetzt und mit neuen Wasserspielen versehen. Alle Becken werden mit Edelstahl ausgekleidet. Weiter gibt es einen 5-Meter-Sprungturm und eine neue 80-Meter-Rutschbahn, welche die bisherige orange ersetzt. Die beiden anderen Rutschen, die 2015 und 2017 eröffnet worden sind, bleiben erhalten. Sämtliche Rutschen führen künftig ins Nichtschwimmerbecken.

Das geplante Hauptgebäude (rechts) und das Nebengebäude beim Schwimmerbecken.

Das geplante Hauptgebäude (rechts) und das Nebengebäude beim Schwimmerbecken.

Visualisierung: Brechbuehler Walser Architekten

Was ist im Aussenbereich geplant?

Zwischen dem Haupt- und dem Nebengebäude wird ein neuer «Abenteuerspielplatz» realisiert, wie die Stadt schreibt. Die Sport-und Spielwiese auf der anderen Strassenseite soll modernisiert und öffentlich zugänglich werden, es sind Grillstellen und Sitzmöglichkeiten vorgesehen. Dafür werden Zaun und Passerelle zwischen Badi und Sportwiese entfernt. Für Badegäste soll es weiterhin möglich sein, zwischen Badi und Sportanlagen hin- und herzugehen. Der Abenteuerspielplatz soll dank verschiebbarer Zäune ausserhalb der Badesaison ebenfalls öffentlich zugänglich sein.

Die Sportwiese links soll künftig ganzjährig zugänglich sein.

Die Sportwiese links soll künftig ganzjährig zugänglich sein.

Bild: Stefan Dähler

Das Projekt ist teurer als einst angekündigt. Wieso?

2018 war von einem Kostendach von 12,5 Millionen Franken die Rede. Die Stadt begründet die Mehrkosten unter anderem mit nötigen technischen Massnahmen – beispielsweise dem Ersatz von Werkleitungen. Zudem bedinge der Einsatz von Edelstahl bei den Becken Anpassungen beim Terrain, weil sonst das Wasser weniger tief wäre. Auch die Strasse müsse angepasst werden.

Was sagt die Politik zum Projekt?

Es ist quasi unbestritten. Im Parlament kam der Kredit ohne Gegenstimme durch. Die Kosten seien zwar hoch, dafür würden die Investitionen den Badebetrieb nachhaltig sichern, hiess es.

Weshalb wird das 50-Meter-Becken stillgelegt?

Gegen die Aufhebung des 50-Meter-Beckens regte sich Widerstand. Unter anderem forderte ein Bevölkerungsantrag dessen Beibehaltung. Doch Stadtrat und eine Mehrheit des Parlaments argumentieren, dass das Kosten-Nutzen-Verhältnis ungenügend wäre. Der Bau eines neuen 50-Meter-Beckens hätte Mehrkosten von einer halben Million Franken zur Folge. Das heutige Becken werde schon wenig genutzt, Bedarf seitens Schwimmvereine gebe es ebenfalls nicht.

Muss die Badi für die Bauarbeiten geschlossen werden?

Ja, die Bauarbeiten sind von Oktober 2022 bis Dezember 2023 geplant. Die Saison 2023 fällt also aus. Dieses Vorgehen wurde gewählt, weil bei einer etappierten Bauweise die Kosten noch höher ausgefallen wären, so die Stadt. Weiter hätte es stattdessen zwei verkürzte Saisons in einer unvollständigen Anlage gegeben.

Hier ein Plan der neuen Badi mit Nichtschwimmerbecken (rechts), Sprungbecken (mitte oben), Schwimmerbecken (links) und dem kleinen Planschbecken. Links von der Strasse ist die Sport- und Spielwiese zu sehen. Zwischen den Gebäuden ist der neue Spielplatz abgebildet, der ausserhalb der Saison öffentlich zugänglich sein soll.

Hier ein Plan der neuen Badi mit Nichtschwimmerbecken (rechts), Sprungbecken (mitte oben), Schwimmerbecken (links) und dem kleinen Planschbecken. Links von der Strasse ist die Sport- und Spielwiese zu sehen. Zwischen den Gebäuden ist der neue Spielplatz abgebildet, der ausserhalb der Saison öffentlich zugänglich sein soll.

Visualisierung: Brechbueler Walser Architekten

Weshalb müssen Badegäste neu fürs Parkieren zahlen?

Das Stadtparlament hat bei der Beratung der Zimmeregg-Sanierung gefordert, dass sämtliche Autoparkplätze künftig bewirtschaftet werden. Am Parkplatzangebot selber ändert sich aber nichts. Die bestehenden Parkplätze rund um das Schwimmbad bleiben. Beim Hauptgebäude werden zudem Behindertenparkplätze gebaut – es sind die einzigen Autoparkplätze, die direkt vor dem Eingang zur Badi liegen. Ansonsten muss man das Velo nehmen. Vor dem Hauptgebäude entstehen 200 Veloabstellplätze.

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