ABWASSERREINIGUNG: Klage über den Gebührendschungel

Die Abwassergebühren sind in Luzern regional extrem unterschiedlich. Metzgereien fühlen sich übervorteilt.

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Die Abwasserreinigungsanlage Oberes Wiggertal. (Archivbild Peter Fischli/Neue LZ)

Die Abwasserreinigungsanlage Oberes Wiggertal. (Archivbild Peter Fischli/Neue LZ)

Der Schlachtbetrieb Vonwyl Fleisch GmbH in der Gemeinde Ettiswil ist an die Abwasserreinigungsanlage (ARA) Oberes Wiggertal angeschlossen. Dort zahlt der Betrieb rund 12'000 Franken Wasser- und Abwassergebühren. Hinzu kommen weitere 30'000 Franken Gebühren, die auf die Anzahl geschlachtete Tiere pro Jahr erhoben werden.

«Die Abwasserreinigungsanlage Surental, die in der Nähe liegt, kennt diese Stückzahlgebühr nicht. Wäre unser Betrieb dort angeschlossen, könnten wir pro Jahr 30'000 Franken sparen», sagt Walter Vonwyl, Geschäftsführer der Vonwyl Fleisch GmbH. Für die Betriebe entstünden klare Standortnachteile, sagen die Betroffenen. «Wir haben uns überlegt, die Schlachtungen nach Basel oder Zürich auszulagern», so Walter Vonwyl. «Das wäre zwar insgesamt billiger, wir wollen aber regionale Produkte aus eigener Schlachtung fördern.»

«Je mehr angeschlossen sind, desto tiefer die Raten»
Jiri Jordan, Mitarbeiter der Firma Roos + Partner AG, ist zuständig für die ARA Oberes Wiggertal. Die Firma erstellt den jährlichen Kostenverteiler. Er präzisiert die Regelung der Schlachteinheiten. «Wir berechnen die Kostenanteile der Abwassermenge und der Schmutzfracht nach dem Verfahren des Schweizerischen Verbands der Abwasserfachleute VSA», erklärt er. Wendelin Hodel, Präsident des Abwasserverbandes Oberes Wiggertal, verteidigt den Kostenverteiler: «Er ist verursachergerecht. Jeder zahlt so viel, wie er selber an Abwasser produziert.»

19 Abwasserverbände gibt es im Kanton Luzern. Jeder Verband legt seinen eigenen Kostenverteiler fest. Dass die Tarife derart unterschiedlich ausfallen, hat nun die SVP auf den Plan gerufen. Drei Kantonsräte wollen wissen, nach welchen Kriterien die ARA-Gebühren festgelegt werden.

Die Regierung hat zur Anfrage der drei Kantonsräte noch keine Stellung genommen. Hansruedi Arnet, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit des Amts für Umwelt und Energie, weist aber darauf hin, dass die Berechnungen in der Hand der Abwasserverbände lägen. Eines sei indes klar: Die Kosten der ARA würden auf die Verbraucher verteilt. Je mehr angeschlossen sind, desto tiefer die jährlichen Raten. «Daraus ergeben sich die Unterschiede», so Arnet.

Harry Tresch

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Montag in der Neuen Luzerner Zeitung.