ACT NOW: Theaterprojekt schafft Ort für Begegnungen

Das Jugendtheater macht sich auf die Suche nach dem Glück — mit Spielern aus dem Kosovo.

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Etrit Neziri (roter Pullover) bei einer Probe mit seinen Schauspielkolleginnen und -kollegen. (Bild: Corinne Glanzmann (Luzern, 21. Mai 2017))

Etrit Neziri (roter Pullover) bei einer Probe mit seinen Schauspielkolleginnen und -kollegen. (Bild: Corinne Glanzmann (Luzern, 21. Mai 2017))

«Schatzi, a je mirë?» (Schatzi, wie geht’s?) heisst das vierte Stück des Jugendtheaters Act Now. Es bildet die Fortsetzung des letztjährigen Projektes, mit dem sich das Ensemble mit Jugendlichen aus Gjilan (Kosovo) auf die Suche nach dem Glück gemacht haben. Damals besuchten die Schweizer Jugendlichen die Schule Don Bosko im Kosovo, um in Workshops ein Stück zu erarbeiten. Für die neue Produktion durften sechs kosovarische Jugendliche zwischen 16 und 20 Jahren aus Gjilan für zwei Wochen in die Schweiz reisen. «Das Visum für sie zu erhalten, war die grösste Herausforderung», sagt Theaterpädagogin Nina Halpern, welche das Projekt leitet.

Die Reise war eine riesige Überraschung

Für Etrit Neziri (16) ist es die erste Reise in die Schweiz. In einer Probepause schwärmt er: «Wir wussten nicht, dass wir das Stück, das wir in Gjilan mit den Schweizern bereits im April aufgeführt hatten, weiterentwickeln und in Luzern aufführen dürfen. Die Nachricht, dass wir dafür hierherreisen dürfen, war eine riesige Überraschung.» Etrit spricht tadellos englisch. Dies sei bei kosovarischen Jugendlichen üblich: «Sie wissen, dass sie mit gutem Englisch den Schlüssel für ihre Zukunft in der Hand haben», sagt Nina Halpern. Die acht Schweizer und sechs kosovarischen Jugendlichen reden englisch miteinander, das Stück selbst ist in Deutsch, Englisch, Albanisch und Schweizerdeutsch. Es setzt sich mit den Fragen auseinander, weshalb das Glück in jedem selber steckt und welchen kulturellen Kontext es umgibt. Denn jeder Mensch ist von seinem Umfeld geprägt. Identifikation und Vorbilder sind grosse Themen. Ausgangslage ist die Freundschaft zwischen einem Schweizer und einer Kosovarin, die dazu führt, dass die Fremdheit immer mehr an Gewicht verliert.

So erlebt es auch Etrit, der erzählt: «Meine Gastfamilie kümmert sich liebevoll um mich. Dank Facebook und Whatsapp werden wir sicher in Kontakt bleiben.» Und sein erstes Wort in Deutsch? Glück. (imy)

Hinweis

Aufführungen: Heute, 20 Uhr. 28. Mai, 13.30 und 20 Uhr. 29. und 30. Mai, je 20 Uhr. Theater Pavillon, Luzern. Reservation: www.voralpentheater.ch