Adligenswil

Alters- und Gesundheitszentrum Riedbach: Stimmvolk gibt grünes Licht für Zusatzkredit

Beim Innenausbau und der Inbetriebnahme des Zentrums Riedbach war es zu massiven Mehrkosten gekommen. Nun haben die Adligenswiler deutlich Ja gesagt zu einem zusätzlichen Betriebsbeitrag von 8,9 Millionen Franken sowie der Übertragung einer Solidarbürgschaft von 14,9 Millionen Franken.

Hugo Bischof
Drucken
Teilen
Das Alterszentrum Riedbach in Adligenswil.

Das Alterszentrum Riedbach in Adligenswil.

Bild: Boris Bürgisser (20. September 2020)

Die Adligenswilerinnen und Adligenswiler haben am Sonntag an der Urne mit einem Ja-Anteil von 70,7 Prozent dem Betriebsbeitrag in der Höhe von 8,9 Millionen Franken für die Finanzierung des Alters- und Gesundheitszentrums Riedbach zugestimmt. Auch die Umwandlung eines bestehenden Darlehens von 3,9 Millionen Franken in Aktienkapital und die Übertragung einer Solidarbürgschaft von 14,9 Millionen Franken von der Gemeinde an eine Bank sind damit bewilligt. 1537 Stimmberechtigte legten ein Ja in die Urne, 637 ein Nein. Die Stimmbeteiligung lag bei 57,1 Prozent. Der Sonderkredit wurde nötig, weil bei der Planung und Inbetriebnahme des Anfang 2019 eröffneten Zentrums massive Mehrkosten entstanden waren.

Gemeindepräsident ist «überwältigt vom sehr klaren, positiven Resultat»

«Ich bin überwältigt von diesem sehr klaren, positiven Resultat», sagt der Adligenswiler Gemeindepräsident Markus Gabriel. «Es zeigt, dass die Adligenswilerinnen und Adligenswiler das Alters- und Gesundheitszentrum in der eigenen Hand behalten und es nicht an eine externe Betriebsgesellschaft auslagern möchten.» Die hohe Stimmbeteiligung von 57,1 Prozent zeige einmal mehr, «dass die Adligenswilerinnen und Adligenswiler sehr politinteressiert sind». Die zahlreichen Info-Veranstaltungen hätten die Bevölkerung motiviert, an die Abstimmungsurne zu gehen.

Das Abstimmungsergebnis sei ein wichtiger Teilerfolg, betont Gabriel:

«Die Erwartung der Bevölkerung ist gross. Jetzt müssen wir operativ zeigen, dass wir das Zentrum in die schwarzen Zahlen bringen können.»

Pius Bernet, Verwaltungsratspräsident der Pflegezentrum Riedbach AG, erklärt: «Ich empfinde grosse Genugtuung, dass die interdisziplinäre Arbeit zwischen den Parteien, der Gemeinde, der Genossenschaft und der Betriebsgesellschaft gefruchtet hat.» Der Aufwand dafür sei wegen der Komplexität der Materie sehr gross gewesen. Die Herausforderung sei jetzt, die vereinbarten Massnahmen umzusetzen. Zwar werde man 2021 die Talsohle noch nicht ganz überschritten haben, sagt Bernet. Doch er ist überzeugt:

«2022 werden wir eine schwarze Null schreiben.»

Erfreut über das Abstimmungsergebnis ist auch Roland Sigrist, Präsident des Vorstands der Genossenschaft Leben und Wohnen am Riedbach: «Es ist der erfolgreiche Abschluss von langen, intensiven und teils anstrengenden Verhandlungen zwischen Gemeinde, Pflegezentrum Riedbach AG und Genossenschaft.» Er teile die Zuversicht der Gemeinde, dass das Alters- und Gesundheitszentrum damit in die schwarzen Zahlen geführt werden könne.

Bereits im Mai 2019 hatten die Adligenswilerinnen und Adligenswiler zur Deckung der massiven Mehrkosten, die beim Innenausbau und der Inbetriebnahme des Gebäudes entstanden waren, einen Sonderkredit von 3,5 Millionen Franken bewilligt.

Ein deutliches Ja zum Budget

Mit 1770 zu 400 Stimmen sagten die Adligenswilerinnen und Adligenswiler klar Ja zum Budget 2021. Der Ja-Anteil betrug somit 81,6 Prozent. Der Gemeinderat geht im kommenden Jahr von einem kleineren Steuerertrag, dafür Mehrkosten bei der Sozialhilfe aus. Deshalb budgetiert er ein Defizit von 387'000 Franken. Dem Ertrag von rund 39,59 Millionen Franken steht ein Aufwand von rund 39,98 Millionen Franken gegenüber. Ein wesentlicher Faktor, der zum Aufwandüberschuss führt, sind gemäss Gemeinderat die Auswirkungen von Covid-19 bei den Steuern (Minderertrag von 200'000 Franken) und bei der wirtschaftlichen Sozialhilfe (Mehraufwand von 45'000). Der Steuersatz bleibt unverändert bei 2,0 Einheiten.

Mehr zum Thema